Viele Nordderby-Aufreger: "Das ist frustrierend"

Auch Mehmet Ekici konnte das 2:3 bei seinem ersten Startelf-Einsatz in dieser Saison nicht verhindern.
Profis
Sonntag, 27.01.2013 // 20:01 Uhr

Alle weiteren Aussagen des Bremer Coachs und seiner Akteure aus der Mixed Zone der Imtech Arena hat WERDER.DE thematisch für Sie zusammengetragen.

Drei Tore in neun Minuten, zwei Platzverweise und viele strittige Schiedsrichterentscheidungen: Das 98. Nordduell zwischen dem SV Werder und dem Hamburger Sportverein bot den Zuschauern großen Unterhaltungswert - nur aus grün-weißer Sicht waren die rassigen 90 Minuten wenig zufriedenstellend. „Die Tradition wurde fortgesetzt. Es war ein gutes, emotionales Derby. Die Leistung der gesamten Mannschaft war wesentlich ansprechender als in der letzten Woche. Aber wir haben noch ein Manko: Wir kassieren nach wie vor zu viele Gegentreffer", äußerte sich Cheftrainer Thomas Schaaf nach der 2:3-Niederlage auf der offiziellen Pressekonferenz.

Zum Spielverlauf:

Zlatko Junuzovic: „Gegen den BVB sind wir richtig unter die Räder gekommen. Das sollte uns in Hamburg nicht mehr passieren. Wir wollten noch mehr dagegen halten, noch energischer dabei sein. Das ist uns auch weitestgehend gelungen, wir haben uns deutlich verbessert gezeigt. Allerdings lernen wir nicht aus unseren Fehlern, kassieren wieder zwei Tore in kürzester Zeit. Trotzdem hatten wir einige gute Möglichkeiten, haben es aber verpasst das 3:3 zu machen. Selbst in Unterzahl hatten wir noch die Chance auf den Ausgleich."

Thomas Schaaf: „Wie haben uns wie so oft in dieser Saison nicht belohnt. Wir hätten mehr erreichen können, die Möglichkeiten dazu waren da. Kurz nach der Halbzeit waren wir nicht so intensiv in der Partie wie sonst. Wir haben insgesamt ein Tor zu wenig geschossen. Wir fahren unzufrieden nach Hause, weil wir verloren haben."

Clemens Fritz: „Diese Niederlage schmerzt. Wir haben uns viel vorgenommen, waren sehr gut im Spiel und sind dann ja auch früh in Führung gegangen. Danach haben wir uns aber zu weit nach hinten reindrängen lassen. Da müssen wir höher stehen. Aber nach dem Spiel in der letzten Woche hatten wir auch nicht die breiteste Brust."

Fritz weiter: „Wir haben heute wieder einige gute Ansätze gezeigt, darauf müssen wir aufbauen und die positiven Dinge auch in den nächsten Wochen umsetzen. Die beiden Gegentore kurz nach der Halbzeit dürfen uns natürlich nicht passieren. Nach so einem Doppelschlag ist es schwer, aber selbst nach dem 1:3 hatten wir gute Chancen, müssen unsere Konter dann aber besser ausspielen. Uns fehlt im Moment aber auch die letzte Konsequenz und das letzte Quäntchen Glück."

Mehmet Ekici: „Die Niederlage ist sehr ärgerlich. Die Mannschaft hat ein ganz anderes Gesicht gezeigt. Wir waren von Anfang an gewillt, hier etwas Zählbares mitzunehmen. Aber dafür können wir uns leider nichts kaufen. Am Ende hat uns leider das Glück gefehlt."

Nils Petersen: „Wir haben uns vor dieser Partie viel vorgenommen. Wir haben gut ins Spiel gefunden und sind auch schnell in Führung gegangen. Dann müssen wir eigentlich noch das zweite Tore machen, bekommen aber im Gegenzug per Sonntagsschuss den Ausgleich. Insgesamt müssen wir auch mal solch ein 50:50-Duell für uns entscheiden. Wir verschenken einfach zu viele Punkte, das ist frustrierend. Wir wissen selbst, dass wir uns in einer schwierigen Situation befinden."

Zur Aussicht auf die internationalen Rängen:

Thomas Schaaf: „Meine Aussage war immer, dass wir um die internationalen Rängen mitspielen wollen. Das ist nach wie vor möglich. Das ist aber ein langfristiges Ziel, womit wir uns derzeit nicht beschäftigen müssen. Im Moment beschäftigen wir uns damit, Punkte zu holen und Siege einzufahren."

Mehmet Ekici: „Wir stehen am Anfang der Rückrunde, haben erst zwei Spiele absolviert. Deshalb dürfen wir uns jetzt nicht verrückt machen. Wir haben das Potential und wenn wir weiter so arbeiten, dann werden wir auch wieder Siege einfahren."

Clemens Fritz: „Davon müssen wir momentan sicher nicht reden."

Zu den Platzverweisen:

Zlatko Junuzovic: „Beim Platzverweis von Marko hätte ich mir mehr Fingerspitzengefühl vom Unparteiischen gewünscht. Die zweite gelbe Karte war zuviel."

Clemens Fritz: „Das ist der erste Platzverweis meiner Karriere und darüber ärgere ich mich sehr. Die erste gelbe Karte ist eine Fehlentscheidung, da spiele ich ganz klar den Ball. Das hat Rafael van der Vaart auf Nachfrage sogar bestätigt. Bei der zweiten Aktion schätze ich die Situation falsch ein, war mir sicher an den Ball zu kommen, bin aber einen Tick zu spät. Die Situation, die zum Platzverweis von Marko geführt habe, habe ich nicht gesehen und kann deshalb nichts dazu sagen."

Nils Petersen: „In der zweiten Halbzeit hatten wir 20 Minuten. Bei jedem Witz gab es eine gelbe Karte für uns. Wenn es kein Witz war, haben die nur eine blaue Karte bekommen. Das waren alles keine spielentscheidende Situationen, aber es nervt, wenn du auf dem Platz stehst.

Marko Arnautovic: „Das war keine gelb-rote Karte."

Ausblick auf das Spiel gegen 96:

Nils Petersen: „Wir haben jetzt eine kurze Woche vor uns, in der wir weiter daran arbeiten müssen, dass wir nicht mehr so viele Gegentreffer kassieren. Acht Tore in zwei Spielen, das ist eine schlechte Bilanz. Positiv sollten wir mitnehmen, dass wir mit Memo, Iggy und Luki zeigen konnten, dass wir Qualität in der Hinterhand besitzen."

Zlatko Junuzovic: „Insgesamt war unsere Leistung okay, aber wir haben wieder keine Punkte geholt. Am Freitag müssen wir zusehen, dass wir etwas Zählbares holen. Dafür werden wir unter der Woche hart arbeiten."

Mehmet Ekici: „Wir müssen nach vorne schauen und zusehen, dass wir am Freitag einen Sieg einfahren."

 

Aus der Imtech Arena berichten Timo Volkmann, Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky