Jetzt auch wieder tabellarisch die ''Nr. 1 im Norden''

Der Torschütze zum 1:0 Marko Arnautovic feiert seinen Treffer gemeinsam mit Aaron Hunt.
Profis
Samstag, 24.11.2012 // 20:16 Uhr

Der SV Werder Bremen hat erstmals in dieser Saison seinen angestammten Platz als „Nummer 1 im Norden" wieder eingenommen. Nach dem 0:5 der Hannoveraner beim FC Bayern und dem eigenen Punktgewinn in Wolfsburg ...

Der SV Werder Bremen hat erstmals in dieser Saison seinen angestammten Platz als „Nummer 1 im Norden" wieder eingenommen. Nach dem 0:5 der Hannoveraner beim FC Bayern und dem eigenen Punktgewinn in Wolfsburg schoben sich die Grün-Weißen an 96 vorbei und dürfen zumindest eine Nacht auf einem Europapokalplatz verweilen.

Für Stürmer Nils Petersen ein Grund trotz des 1:1 bei den Wölfen, optimistisch die Heimfahrt an die Weser anzutreten. „Wir müssen mit dem Punkt heute leben und wir können mit dem Punkt leben, denn die Wolfsburger haben ja auch eine gewisse Qualität, gegen die man auswärts erstmal bestehen muss. Ich gehe hier raus und sehe einen Anfang von etwas Gutem. Nämlich so ein Spiel auch mal nicht als Verlierer zu beenden, wie es zu Beginn der Saison immer wieder vorkam. Ich sehe eine stetige Steigerung, ich sehe, dass wir aus unseren Fehlern lernen, wie zum Beispiel die Anfälligkeit in den ersten 15 Minuten. Heute haben wir da ganz stark gespielt, haben überhaupt nichts zugelassen." Zum Tabellenstand sagte der Stürmer: „Die Nummer 1 im Norden zu sein ist ja für die Fans nicht ganz unwichtig. Es ist gut, wenn wir da jetzt stehen. Für uns bedeutet das immerhin, dass wir nicht schlecht dabei sind, wenn wir vor Hannover, Wolfsburg und Hamburg stehen."

In der Mixed-Zone nach der Partie gab es aber auch andere Themen, wie zum Beispiel...

Der Spielverlauf

Eljero Elia: „So wie wir heute begonnen haben, müssen wir unbedingt weitermachen. Da waren wir richtig stark, haben hinten nichts zugelassen und waren druckvoll nach vorn."

Klaus Allofs: „Das war für uns ein ganz schweres Spiel gegen sehr ballsichere und lauffreudige Bremer. Wir haben ihnen gerade in der ersten Halbzeit zu viele Räume gelassen. Das konnten wir dann besser machen. Wir haben dagegen zu unruhig agiert. Vielleicht wollten wir zu viel."

Über die tolle Vorarbeit von Elia vor dem Werder-Treffer

Eljero Elia: "Ich versuche immer torgefährlich zu sein und Vorlagen zu kreiieren. Dass es mir heute mal gelungen ist, hilft mir und meinem Selbstvertrauen. Bisher hatte ich in dieser Saison nicht so viel Glück mit meinen Aktionen. Insgesamt ist es natürlich zu wenig. Das akzeptiere ich nicht von mir. Ich muss noch mehr zeigen."

Naldo: „Elia hat das extrem gut gemacht. Das war ein super Konter von Werder nach einer Standardsituation von uns. Da geht der Elia einfach so an Fagner vorbei. Das ist schwer für jeden Verteidiger."

Lorenz-Günther Köstner: „Das ist wirklich sehr schwer für einen Verteidiger, wenn Elia den Ball unter Kontrolle hat und mit Anlauf auf dich zukommt. Dann hast du nur die Chance ihn zu stellen, ihn langsam zu machen. Doch das ist in der Szene vor dem Tor nicht gelungen."

Über den Schuss mehr Torgefährlichkeit, der Werder gut tun würde

Thomas Schaaf: „Wir sind selbstbewusst aufgetreten. Die Mannschaft glaubt auch an das, was sie da spielt. Die Offensive ist gut, aber uns geht immer noch zu viel verloren, durch fehlende Klarheit am Ende unserer Spielzüge. Man muss auch sehen, dass wir schon vor dem Platzverweis genügend Möglichkeiten hätten haben müssen, um das zweite Tor nachzulegen. Doch es fehlt oft an dem einen letzten 'Moment'. Und manchmal möchte ich meinen Außenstürmern zurufen, dass sie auch mal abschließen dürfen, dass sie nicht immer dem Kollegen auflegen müssen."

Nils Petersen: „Nach manchen Aktionen denke ich auch, dass ich den Ball lieber mal selbst hätte abschließen können. Doch dann habe ich wieder so viele Aktionen im Kopf, aus der ein scharf herein gegebener Ball doch vom Mitspieler verwertet wird oder auch ein Eigentor entsteht. Man muss das Gefühl für die richtige Entscheidung finden."

Über das Wiedersehen mit vielen alten Bekannten

Marko Arnautovic: „Es ist doch schön, sich mal auf dem Platz wiederzusehen. Wir sind ja nicht nur Fußballer. Naldo war immer wie ein großer Bruder zu mir. Wir haben natürlich die Chance genutzt ein paar Worte auszutauschen. Ich habe mich sehr über die Begegnung heute gefreut."

Klaus Allofs: „Es ist schon seltsam, was ich heute alles gefragt wurde, was alles beobachtet wurde. Wann ich bei welcher Aktion in welche Richtung im Stadion geschaut haben soll, was dann da reininterpretiert wurde. Ich war heute für den VfL im Stadion und wollte unbedingt die drei Punkte mitnehmen. Dennoch lasse ich mir es nicht nehmen, nach dem Schlusspfiff, mich auch zu freuen, wie gut sich Werder hier verkauft hat. Das Team hat eine große Zukunft vor sich, wenn noch ein paar Dinge dazu kommen."

aus der Volkswagen Arena berichten Michael Rudolph und Yannik Cischinsky