Es bleiben Frust und Enttäuschung

Enttäuschung nach Spielende: Assani Lukimya und Nils Petersen sind enttäuscht über das Remis gegen die "Kleeblätter".
Profis
Samstag, 16.03.2013 // 19:47 Uhr

Hunt sprach das aus, was die Zuschauer zuvor im Weser-Stadion erleben musste. Eine erste Halbzeit ohne Esprit, ein zweiter Durchgang zwar mit mehr Drang nach vorne, dafür aber auch mit größeren Löchern hinten. Was Thomas Schaaf, Thomas Eichin, Zlatko Junuzovic und Sebastian Mielitz zum Ausgang der Partie zu sagen haben, hat WERDER.DE im Folgenden zusammengetragen.

Er erzielte zwei Tore, behielt zwei Mal vom Punkt die Nerven, es hätte einfach sein Nachmittag werden können, doch als Aaron Hunt den Journalisten nach dem Spiel in der Mixed Zone Rede und Antwort stand, regierte beim Vize-Kapitän nur eins: Enttäuschung pur! „Wir sind total unzufrieden, das Spiel war eine Enttäuschung - wieder einmal! So kann man gegen den Tabellenletzten einfach nicht spielen. Wir haben uns vorne kaum Chance herausgespielt und hinten zu schläfrig agiert. Wir haben es heute wieder nicht geschafft, uns zu befreien. Es war ein frustrierender Tag", sagte der Doppeltorschütze angesichts eines 2:2-Remis gegen die SpVgg Greuther Fürth.

Zum Spielverlauf:

Zlatko Junuzovic: „Wir haben in der ersten Halbzeit zu wenig Druck gemacht und durch eigene Fehler Chancen für den Gegner zugelassen. In der zweiten Halbzeit sind wir mit dem Tor von Aaron gestartet. Das hätte eigentlich Selbstvertrauen geben müssen, aber danach stellen wir uns komplett naiv an, kassieren das 1:1 und geraten durch ein Traumtor sogar in Rückstand. Am Ende ist das Unentschieden im eigenen Stadion einfach zu wenig, darüber sind wir alle unzufrieden und sehr enttäuscht."

Thomas Eichin: „Wir haben den Druck zwar in Halbzeit zwei erhöht, trotzdem haben wir insgesamt zu viele Fehler gemacht. Gerade bei den Gegentoren. Das darf einfach nicht sein."

Aleksandar Ignjovski: „In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, dass die beiden Chancen von Fürth knapp vorbeigegangen sind. Im zweiten Durchgang haben wir dann gut begonnen und sind durch Aaron in Führung gegangen. Danach haben wir uns leider zwei Treffer gefangen, das darf nicht passieren."

Thomas Schaaf: „Ich bin unzufrieden mit der Leistung. Die Defensive war nicht das Problem, sondern das langsame Umschalten. Dafür war die Entstehung des ersten Gegentors exemplarisch, als wir den Spieler einfach durchlaufen lassen. Das haben wir in Gladbach noch gut gemacht. Diese Situationen tun uns immer wieder weh, wenn wir dann leichtfertig Tore kassieren."

Zu den beiden Strafstößen:

Aaron Hunt: „Ich hatte vor beiden Elfern kein Muffensausen, denn ich habe bin ja nicht zum ersten Mal angetreten. Leider haben beide Treffer nicht zum Sieg gereicht. Wir müssen uns den Vorwurf gefallen lassen, dass wir die Führung nicht lange halten konnten. Nach dem 1:0  war keine Sicherheit zu erkennen."

Sebastian Mielitz: „Mir fehlen die Worte, ich kann mich nur bei den Fans entschuldigen. Wir waren ihnen heute eigentlich einen Sieg schuldig. Wir haben hinten zu viel zugelassen, waren dort nicht eng genug an unseren Gegenspielern und haben nach vorne nicht den richtigen Weg gefunden. Zuhause dürfen wir uns das nicht erlauben."

Zur Systemfrage:

Thomas Schaaf: „Es war die Leistung, die nicht stimmte, und nicht das System. Es ist unwichtig, auf welcher Position und in welchem System wir spielen. Jeder Einzelne muss selbst etwas für den Erfolg tun, muss sich zwingen, ans Limit zu gehen. Daran müssen wir weiter arbeiten."

Zu Sokratis auf der 'Sechs':

Thomas Schaaf: Wir haben taktisch nichts umgestellt, sondern lediglich einen Spieler gewechselt. Für Fritz hat Sokratis gespielt, der das schon öfter gemacht hat. Wir wollten die Kompaktheit gewährleisten, die uns in Gladbach stark gemacht hat. Das ist uns nicht gelungen."

Thomas Eichin: „In Gladbach haben wir gut gespielt. Es hatte heute wenig mit der Taktik zu tun, sondern eher mit der Frage, wie viel Meter jeder einzelne Spieler zurücklegt. Wir müssen nur auf uns schauen, auf uns fokussiert sein."

Die Lehren des 2:2:

Thomas Schaaf: „Wir sind alle unzufrieden. Es ist keiner dabei, der das Spiel schön redet. Wir haben unsere Aufgaben nicht richtig verfolgt. Ich habe der Mannschaft in der Kabine gesagt, dass ich sauer bin. Die Leistung von heute können wir nicht noch einmal abliefern. Momentan treten wir da auf der Stelle."

Thomas Eichin: „Ein Punkt zuhause ist zu wenig. Es reicht momentan einfach nicht aus, was wir im Weser-Stadion abliefern. Wir müssen weiter an den Fehlern hart arbeiten. Die Tabelle lügt nicht. Das war heute ein kleiner Schritt zurück."

Aleksandar Ignjovski: „Wir haben eine große Qualität in der Mannschaft, das haben wir schon gezeigt, aber wir als Spieler müssen es einfach besser umsetzen. Es wurde viel von Champions und Europa League geredet, aber wenig gezeigt. Wir haben nicht zusammengespielt und keiner auf dem Platz hat eine gute Leistung abgeliefert."

Zu den Pfiffen im Weser-Stadion:

Aaron Hunt: „Die Fans pfeifen zurecht, das kann man denen nicht verübeln. Aber für uns Spieler ist das natürlich nicht einfach in der Phase, in der wir uns im Moment befinden."

Sebastian Mielitz: „Wenn man zuhause gegen Greuther Fürth spielt und so eine Leistung abliefert, dann sind die Pfiffe natürlich berechtigt. Als Spieler wünscht man sich aber auch in solchen Situationen die Unterstützung, das ist für die Mannschaft sehr wichtig."

Thomas Eichin: „Während des Spiel war die Unterstützung super. Die Zuschauer haben während der 90 Minuten permanent Stimmung gemacht und das Team bis zu Schluss unterstützt. Es ist ja nicht so, dass die Spieler verunsichert gewesen wären, weil das Publikum sie ausgepfiffen hat. Es ist etwas Anderes, wenn die Fans dann nach dem Spiel enttäuscht sind und ihrem Frust Luft machen. Das ist absolut in Ordnung."

Zlatko Junuzovic: „Natürlich sorgen diese Reaktionen nicht für mehr Selbstvertrauen, aber wir haben uns diese Situation selber eingebrockt und ich kann die Zuschauer verstehen, dass sie mit einem Unentschieden gegen Fürth nicht einverstanden sind. Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir viel zu wenig gemacht, da ist es klar, dass die Stimmung auch kippen kann."

Thomas Schaaf zu den Pfiffen und Spruchbändern - auch gegen ihn:

„Ich habe hier einen Job, den ich mache und auf den ich mich konzentriere, alles andere ist nicht wichtig. Es geht hier um eine Mannschaft, die guten Fußball spielen und alles versuchen soll - meine Person ist egal. Das hat die Mannschaft heute aber nicht getan und das beschäftigt mich."

Zur Länderspielpause:

Zlatko Junuzovic: „Vielleicht hilft die Länderspielpause, um auf andere Gedanken zu kommen. Die Spieler, die unterwegs sind, können mal was anderes sehen und dann mit neuem Schwung zurückkehren. Es ist wichtig, dass wir den Kopf frei bekommen und dann mit neuem Optimismus in die letzten Spiele gehen."

Thomas Schaaf: „Ich kann in der kommenden Woche nur mit den Spielern arbeiten, die mir zur Verfügung stehen. Ich möchte, dass sich die Spieler der Situation annehmen. Durch die Länderspielpause wird das nächste Woche schwierig."

Werder im Abstiegskampf?

Thomas Eichin: „In der Bundesliga muss man jeden Samstag seine beste Leistung auf den Platz bringen und wir haben das heute nicht zu hundert Prozent geschafft. Das ist unser Problem. Und nicht ob jemand von unten heranrückt oder wir uns im ‘Abstiegskampf‘ befinden. Letztendlich ist jedes Spiel gleich, egal ob als Erster oder Letzter. Man muss 90 Minuten rennen, gegen den Ball arbeiten und Zweikämpfe gewinnen. Das ist alles."

Aleksandar Ignjovski: „Die sechs Punkte auf den Abstiegsplatz sind Realität, daran können wir nichts ändern. Jetzt müssen wir uns auf die kommenden Spiele konzentrieren und so schnell wie möglich Punkte sammeln."

aus dem Weser-Stadion berichten Timo Volkmann, Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky