"Bittere Niederlage" gegen selbstbewusste Bayern

Kevin De Bruyne, Werders einziger Torschütze in München, im Kopfballduell mit Luiz Gustavo.
Profis
Samstag, 23.02.2013 // 17:45 Uhr

Ein ganz bitterer Nachmittag für den SV Werder, ein Tag zum vergessen. Mit 1:6 (0:2) mussten sich die Grün-Weißen dem souveränen Tabellenführer geschlagen geben und bekamen während der 90 Minuten in der Allianz Arena die volle Wucht der derzeitigen Bayern-Überlegenheit in der Bundesliga zu spüren. „Wir können mit so einem Spiel natürlich nicht zufrieden sein, das ist doch vollkommen klar. Wir wissen, dass wir gegen eine Mannschaft mit mächtig viel Selbstbewusstsein gespielt haben, dieses Selbstbewusstsein hatten wir heute nicht. Außerdem haben wir es uns durch den Platzverweis zusätzlich schwer gemacht", so das Fazit von Cheftrainer Thomas Schaaf.

WERDER.DE war in der Mixed-Zone der Allianz Arena und hat auch die Reaktionen der anderen Werderaner zum Spiel eingefangen.

Die Stimmen zum Spielverlauf:

Nils Petersen: „Wir ärgern uns zutiefst. Wir wussten, dass es ein schweres Spiel wird, aber das war heute ein ganz undankbarer Auftritt. Die ersten 20 Minuten waren okay, da standen wir hinten gut, haben die Mitte eng gemacht, wenige Chancen zugelassen und immer wieder auch selbst Nadelstiche gesetzt. Wir haben die Bayern aber zu wenig beschäftigt und hatten zu wenig Zug zum Tor. In diesen Punkten haben wir die Vorgaben nicht gut umgesetzt. Das hat den Bayern in die Karten gespielt."

Sebastian Prödl: „Das 6:1 ist eine ganz bittere Niederlage. Die schnelle Führung und der Platzverweis haben den Bayern in die Karten gespielt. Danach waren sie noch ballsicherer und wir hatten nichts mehr entgegenzusetzen. Die Stimmung in der Kabine ist sehr niedergeschlagen."

Zlatko Junuzovic: „Das 1:6 ist ein richtig harter Brocken. Wir haben eigentlich gut ins Spiel gefunden, standen gut, waren griffig in den Zweikämpfen und haben uns Chancen erspielt. Aber die Bayern spielen das im Moment total souverän und das schnelle 0:2 war natürlich ganz bitter. Nach der Halbzeit stimmte in Unterzahl dann die Abstimmung nicht mehr. Wir haben heute immer, wenn wir ein Tor kassiert haben, gleich noch ein weiteres bekommen. Es waren sechs Tore in drei Schichten. Vor allem die letzten beiden Tore dürfen nicht passieren, das müssen wir abstellen."

Thomas Eichin: „Wir hatten vor dem Spiel einen Plan. Am Anfang haben wir den ganz gut umgesetzt. Die ersten 20 Minuten waren für mich heute entscheidend. Da haben wir gut gestanden, haben das gut gemacht, aber in dieser Phase muss man mit mehr Mut nach vorne spielen. Nach den beiden Gegentoren und dem Platzverweis ist es dann logischerweise sehr schwierig."

Stimmen zu den Gegentoren:

Nils Petersen: „Bei dem ersten Gegentor sind wir im eigenen Strafraum in Unterzahl, das darf nicht passieren und auch das zweite Tor nach einer Standardsituation ist unnötig. Da haben wir uns zweimal naiv angestellt. Danach ist es natürlich sehr schwer nochmal zurückzukommen, zumal wir dann ja auch in Unterzahl waren. Aber trotzdem dürfen wir uns nicht so abschlachten lassen. Das ist heute eine Packung, die wir uns selbst zuzuschreiben haben."

Zlatko Junuzovic: „Wir bekommen eindeutig zu viele Gegentore. Daran arbeiten wir jede Woche, können das aber einfach nicht vollständig abstellen. Wir müssen endlich daraus lernen."

Thomas Eichin: „In Unterzahl war es natürlich sehr schwer, aber vor allem das fünfte und das sechste Tor sind richtig unnötig, da müssen wir uns besser anstellen."

Reaktionen auf den Platzverweis:

Sebastian Prödl: „Ich habe es schon im Spiel so empfunden, dass es eine harte Entscheidung war. Es war sicher ein Körperkontakt vorhanden, aber ich denke, man muss in der Situation nicht so einfach fallen, zumal der Ball schon weg war. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl gibt es da keine rote Karte. So ist es eine ganz bittere Entscheidung. Ich hoffe auf eine milde Strafe."

Thomas Schaaf: „Ich habe die Szene noch nicht im Fernsehen gesehen und kann dazu nichts sagen."

Ausblick auf die kommenden Wochen:

Zlatko Junuzovic: „Platz sechs ist im Moment unrealistisch, darüber brauchen wir nicht reden. Wir müssen uns auf die nächsten Spiele konzentrieren. Das sind alles Partien, die wir gewinnen können, da müssen wir die Punkte holen."

Nils Petersen: „Wir werden die 90 Minuten auseinandernehmen und analysieren, wieso wir heute sechs Tore kassiert haben. Aber an dem Spiel können wir uns nicht messen lassen, wir müssen zusehen, dass wir die nächsten Spiele gewinnen, vor allem die beiden nächsten Heimspiele. Das wird schwierig genug, Augsburg hat auch heute wieder gezeigt, dass sie noch leben. Natürlich träumt bei uns jeder von Europa, aber wir sollten jetzt auch auf die anderen Sachen achten und nächste Woche schauen, dass wir den Abstand auf Augsburg erhöhen."

Sebastian Prödl: „Von der Europa League brauchen wir nach einer 6:1-Niederlage nicht zu sprechen. Das ist eine Sache, die uns im Moment nicht interessieren braucht. Wir müssen uns auf die nächsten Wochen konzentrieren. Mit einem Sieg gegen Augsburg stehen wir besser da, als zum gleichen Zeitpunkt in der Hinrunde. „

Thomas Eichin: „Gegen Augsburg müssen wir alles für einen Sieg in die Waagschale werfen."

Aus München berichtet Dominik Kupilas