"Mein Traum ist noch nicht ausgeträumt!"

Nach langer Verletzungspause wieder im Training der Profis: Aleksandar Stevanovic.
Profis
Donnerstag, 13.12.2012 // 17:54 Uhr

„Es ist für mich das Größte, nach so vielen Monaten endlich wieder Fußball spielen zu dürfen. Das ist alles, was zählt." Die Erleichterung ist Aleksandar Stevanovic nach seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining Mitte dieser Woche ins Gesicht geschrieben. Ein Kreuzbandriss, zwei Schlüsselbeinbrüche und immer wieder Rehatraining - seit seinem Wechsel an die Weser plagten den Serben überwiegend Verletzungssorgen. Doch diese Zeit will der jüngere Stevanovic-Bruder jetzt ein für alle Mal hinter sich lassen.

„Es ist verdammt schwer, wenn man von anderthalb Jahren fast komplette zwölf Monate verletzungsbedingt ausfällt und insgesamt nur knapp ein halbes Jahr normal trainieren kann. Und dass noch nicht einmal am Stück. Das ist - auf gut deutsch gesagt - einfach Mist", findet er klare Worte. Im Sommer 2011 wechselte der gebürtige Essener von Schalkes A-Jugend zum SVW und wurde mit einem Profi-Vertrag ausgestattet. Nach einigen Einsätzen bei Werders U 23 folgt im November des vergangenen Jahres sein Bundesliga-Debüt beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. Ende des Monats dann der erste schwere Rückschlag: Im Training erleidet er einen Kreuzbandriss.

„Natürlich bin ich mit der großen Hoffnung nach Bremen gekommen, möglichst schnell ein Profifußballer zu werden. Ich habe insgesamt drei Bundesliga-Einsätze und war zweimal auf einem ganz guten Weg, aber dann kamen die Verletzungen", blickt Stevanovic zurück. Nach der überstandenen Knieverletzung schafft er im April 2012 sogar den Sprung in die Startelf der Grün-Weißen. Bei der 1:2-Niederlage gegen Bayern München spielt er als Rechtsverteidiger über 90 Minuten durch, eine Woche später gegen Wolfsburg wird er gelb-vorbelastet ausgewechselt.

In der Saisonvorbereitung für die Spielzeit 2012/13 dann der nächste herbe Rückschlag. Nach einem Zusammenprall mit Eljero Elia erleidet Stevanovic einen Schlüsselbeinbruch. Kurz nach seiner Rückkehr ins Teamtraining im November eneut ein Schlüsselbeinbruch. „Natürlich hatte ich mir das Jahr etwas anders vorgestellt, aber daran kann man nachträglich nichts mehr ändern. Dieses Kapitel ist jetzt hoffentlich abgeschlossen. Es kann nur noch besser werden." Seine Wünsche für das neue Jahr sind nicht schwer in Worte zu fassen: „Einfach nur noch gesund bleiben. Das ist mein einziges Ziel. Ich hoffe, dass ich in der Rückrunde wieder Fuß fasse und mich für den Profi-Kader empfehlen kann."

Eine Art Leidensgenossen hat er in der eigenen Familie gefunden: Bruder Predrag, der ein halbes Jahr vor ihm von Schalke zum SV Werder wechselte, plagt ein ähnliches Verletzungspech. Nach Achillessehnenproblemen und Innenbandriss laboriert Predrag Stevanovic seit einigen Wochen an einem Außenbandriss. „Natürlich haben wir uns gegenseitig geholfen in der letzten Zeit. Aber auch meine ganze Familie und vor allem meine Verlobte haben mir großen Rückhalt gegeben", berichtet 20-Jährige.

Doch trotz der ständigen Rückschläge, ein Scheitern habe er nie im Hinterkopf gehabt, versichert Stevanovic heute. „Ich habe immer hart daran gearbeitet, wieder zu den Jungs auf den Platz zurückzukehren. Ich will es hier noch zu etwas bringen. Mein Traum ist noch nicht ausgeträumt!"

Von Yannik Cischinsky