2:0 gegen Tabzonspor - Werder im Finale des "Tuttur-Cup 2013"

Freude bei 1:0-Torschütze Aaron Hunt und den Teamkollegen: Die Werder-Profis bejubeln den Sieg gegen den türkischen Erstligisten Trabzonspor.
Spielbericht
Montag, 07.01.2013 // 20:58 Uhr

Der SV Werder hat das erste Testspiel des Jahres souverän mit 2:0 für sich entschieden und steht nach dem Sieg über den türkischen Erstligisten Trabzonspor ...

Der SV Werder hat das erste Testspiel des Jahres souverän mit 2:0 für sich entschieden und steht nach dem Sieg über den türkischen Erstligisten Trabzonspor im Finale des „Tuttur-Cup". Durch Tore von Aaron Hunt (48.) und Nils Petersen (59.) entschieden die Grün-Weißen die Partie nach dem Seitenwechsel für sich und treffen nun am Mittwoch um 14 Uhr auf den VfL Wolfsburg (live bei WERDER.TV). „Wir können sehr zufrieden sein, denn die Mannschaft hat gut gespielt. Es war wichtig, den Aufgaben nachzugeben, das wurde heute sehr gut umgesetzt. Es war ein absolut verdienter Sieg", freute sich Cheftrainer Thomas Schaaf direkt nach Spielende. 

Vor allem im ersten Durchgang spürte man auf beiden Seiten, dass die Teams in den letzten Tagen hart für den Rückrundenauftakt trainiert hatten. Für das erste Ausrufezeichen sorgte Werders Kevin De Bruyne, der nach Pass von Eljero Elia einen strammen Schuss nur knapp neben den linken Posten setzte. Quasi im Gegenzug kam Trabzonspor zur ersten eigenen großen Gelegenheit - und es sollte nicht die letzte der Anfangsphase sein. Nach halbhoher Hereingabe von Olcan Adin verpasste Adrian Mierzejewski in der Mitte den Ball nur knapp und rutschte ohne das Spielgerät in die Maschen (7.).

Werders Zlatko Junuzovic im Zweikampf mit Ex-Bundesligaspieler Halil Altintop.

Für Trabzonspor und vor allem für den Linksaußen ein Weckruf. In der 12. Minute konnte der Pole beinahe ungestört in den Sechzehner der Grün-Weißen dribbeln, scheiterte im Abschluss aber an Sebastian Mielitz. Nach knapp einer Viertelstunde wartete der Pole dann mit der größten Chance Trabzonspors im ersten Durchgang auf: Mierzejewski lupfte einen Ball von der Sechszehner-Kante über "Miele", doch die Latte verhinderte den Führungstreffer.

Erst nach 20 Minuten schaffte es der SVW, wieder Ruhe und Sicherheit in das eigene Aufbauspiel zu bringen. Nils Petersen hätte in der 23. Minute sogar das 1:0 erzielen müssen: Die Bremer Sturmspitze köpfte von den Gegenspielern sträflich vernachlässigt neben das Gehäuse. Zuvor hatte die türkische Abwehrreihe auf Abseits von De Bruyne spekuliert, der ebenfalls per Kopf auf Petersen abgelegt hatte.

Nach dem Seitenwechsel kam dann mehr Schwung in die Partie - besonders dank Werder! Und so besorgte Aaron Hunt in der 48. Minute die Bremer Führung, nachdem er den Ball eigentlich schon vertändelt hatte. Ein starker Ballgewinn von De Bruyne im Mittelfeld brachte dem SVW eine Kontergelegenheit, die Hunt bereits im Tor unterbringen konnte, ehe das Leder von Zlatko Junuzovic in Ping-Pong-Manier zu ihm zurücksprang und er beim zweiten Versuch die Nerven behielt.

Ungewohntes Bild: Aaron Hunt erzielt mit seiner eher schwachen rechten (!) Fußspitze die Bremer Führung.

Für die Vorentscheidung sorgte in der 59. Minute Nils Petersen, der nach starkem Sololauf von Lukas Schmitz und punktgenauer Hereingabe des Linksverteidigers den Ball nur noch über die Linie drücken musste. Nach dem 2:0 schien vor allem bei dem Schwarzmeerklub der unbedingte Wille ins Finale des „Tuttur-Cup" zu kommen verblasst zu sein. Trabzon-Trainer Senol Günes nutze die verbliebene halbe Stunde für zahlreiche Wechsel, sein Gegenüber Thomas Schaaf verzichtete dagegen bis auf den Tausch von Mehmet Ekici für De Bruyne (72.) und Aleksandar Ignjovski (86.) auf große Wechselspielchen.

In der Schlussphase neutralisierten sich der SV Werder und Trabzonspor über weite Strecken, sicherlich auch geschuldet der hohen Trainingsfrequenz in den ersten Tagen der jeweiligen Trainingslager. Torchancen waren nach dem Treffer von Petersen hüben wie drüben Mangelware und so blieb es am Ende bei dem verdienten 2:0-Sieg für den SVW. Nils Petersen: „Ich habe ein gutes Spiel gesehen. Wir haben zu null gespielt, das war für uns ganz wichtig. Wir haben ein neues System ausprobiert, das nach einer kleinen Eingewöhnungsphase gut funktioniert hat. Der Test war auch gut dafür, um zu schauen, wie wir den Ausfall von Marko kompensieren können. Wir sind natürlich noch nicht bei 100 Prozent. Es müssen noch einige Sachen besser werden. Das gilt vor allem für die Chancenverwertung. Aber in der Defensive standen wir gut und kompakt, haben uns Kommandos gegeben und uns gegenseitig geholfen. Da sehe ich schon Fortschritte", äußerte sich Stürmer Petersen erfreut über die Leistung der Grün-Weißen.

„Wir sind lauffreudig, engagiert und diszipliniert aufgetreten und haben geschlossen agiert. In der Defensive haben wir kompakt gestanden, das haben wir gut gemacht. Jeder ist den Aufgaben, die wir in den letzten Tagen gestellt haben, nachgegangen und hat diese gut umgesetzt. Es hat noch nicht alles gepasst, aber man hat gesehen, dass wir versuchen, gewisse Dinge zu verändern. Der Sieg war wirklich verdient, ich freue mich über diese Leistung", war auch Schaaf positiv gestimmt.

Die Grün-Weißen stehen nach diesem Sieg im Finale des „Tuttur-Cup" gegen den VfL Wolfsburg. Auf das Wiedersehen mit Allofs, Diego, Naldo und Co. dürfen sich alle Fans ab 14 Uhr freuen. WERDER.TV überträgt diese mit Spannung zu erwartende Partie live und exklusiv.

Aus Belek berichten Michael Rudolph und Dominik Kupilas