Vierter Test, dritter Sieg: Werder bezwingt VfL

Profis
Montag, 14.01.2013 // 22:05 Uhr

Der SV Werder ist auch nach dem vierten Testspiel des Jahres 2013 weiter ungeschlagen. Beim VfL Osnabrück siegten die Grün-Weißen in der osnatel ARENA nach Toren von Kevin De Bruyne (55.) ...

Der SV Werder ist auch nach dem vierten Testspiel des Jahres 2013 weiter ungeschlagen. Beim VfL Osnabrück siegten die Grün-Weißen in der osnatel ARENA nach Toren von Kevin De Bruyne (55.) und Marko Arnautovic (62.) mit 2:1. Das Team von Cheftrainer Thomas Schaaf holte damit im letzten Test vor dem Rückrundenstart gegen Meister Borussia Dortmund am kommenden Samstag im Weser-Stadion den dritten Sieg der laufenden Wintervorbereitung.

Den Schneefällen in der Nacht geschuldet, hatten beide Teams vor allem in der Anfangsviertelstunde mit den tiefen Platzverhältnissen zu kämpfen. Auf dem matschigen Untergrund setzten die Bremer durch zwei Distanzschüsse von Zlatko Junuzovic (6.) und Kevin De Bruyne (10.) erste Ausrufezeichen. Doch trotz spielerischer Überlegenheit und deutlich mehr Spielanteilen gelang es der Schaaf-Elf bis zur 27. Minute nicht, sich weitere Gelegenheiten zu erspielen.

Nach punktgenauer Flanke von De Bruyne köpfte Nils Petersen an den Außenpfosten (27.) - der Auftakt zu ereignisreichen Minuten. Nur knapp 60 Sekunden später hatten die Grün-Weißen erneut Pech mit dem Aluminium: Der quirlige De Bruyne setzte einen Freistoß von Linksaußen auf die Latte. Abermals eine Minute darauf köpfte Petersen nach gefühlvoller Hereingabe von Lukas Schmitz gefährlich auf den Kasten, doch Gast-Keeper Marcus Rickert entschärfte das Leder mit einer tollen Parade über den Querbalken (29.).

War in der einen oder anderen Szene auch offensiv zu finden: Linksverteidiger Lukas Schmitz.

In der 33. Minute kamen dann die Gastgeber zu ihrer ersten Großchance. Nach einem Missverständnis zwischen Abwehrchef Sokratis und Sebastian Mielitz tauchte VfL-Stürmer Simon Zoller völlig frei vor dem Bremer Torhüter auf, brachte den Ball aber nicht an der Bremer Nummer 1 vorbei. Auch fünf Minuten vor dem Pausenpfiff verhindert Mielitz die Osnabrücker Führung, indem er zur rechten Zeit aus dem Tor sprintete und vor dem heranstürmenden Andreas Glockner klärte.

Eljero Elia sorgte schließlich mit drei Großchancen in drei Minuten für den sehenswerten Schlusspunkt des ersten Durchgangs - leider ohne Torerfolg. Zunächst wurde der Niederländer so unglücklich von De Bruyne angeschossen, dass der Ball aus nur knapp zwei Metern Torentfernung über dem Tor landete. Kurz darauf scheiterte „Elli" nach Steilpass von De Bruyne am glänzend aufgelegten Rickert, der momentan noch vereinslos ist, in Kürze aber einen Vertrag bei den Lila-Weißen unterschreiben soll. In der 44. Minute zielte der Bremer Linksaußen schließlich mit seinem Schussversuch knapp am langen Pfosten vorbei. „Wir haben uns das Leben mit den vielen vergebenen Chancen selbst schwer gemacht. Das hätten wir mit mehr Toren einfacher gestalten können", sagte Schaaf über diese weitere Szene im Spielverlauf.

In der zweiten Halbzeit begann Assani Lukimya für Sebastian Prödl, der aufgrund von leichten muskulären Problemen nicht wieder in den Eisschrank osnatel ARENA hinaus konnte. Nach zehn Minuten Aufwärmphase besorgte Kevin De Bruyne in der 55. die Führung für den SV Werder. Der Mittelfeldakteur konnte sich nach einem Doppelpass mit Petersen in Ruhe die Ecke ausgucken und schob eiskalt links unten ein. Es war die zu diesem Zeitpunkt verdiente Führung für Grün-Weiß.

Markierte in der 55. Minute den Bremer Führungstreffer: Der Belgier Kevin De Bruyne.

Doch die Gastgeber konterten prompt: Nur rund eine Minute später erzielte Andreas Glockner den 1:1-Ausgleichstreffer nach einem langen Ball, der die Bremer Defensivreihe unglücklich aussehen ließ. Der Osnabrücker nahm die Kugel sehenswert in der Luft an, legte ihn an Mielitz vorbei und schob zum Ausgleich ein. Der Großteil der rund 4.500 Zuschauer wurden aus ihrem kurzzeitigen Winterschlaf geweckt. Den Torjubel auf den Lippen hatte das Publikum auch in der 59. Minute, doch der zur Halbzeit eingewechselte Yannic Thiel vergab freistehend aus zentraler Position.

Werders Antwort ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten: Der unmittelbar zuvor für Junuzovic eingewechselte Marko Arnautovic netzte in der 62. Spielminute nach gefühlvoller Vorlage von De Bruyne unbedrängt zur erneuten Bremer Führung ein. Es war bereits der dritte Treffer des Österreichers in der diesjährigen Rückrunden-Vorbereitung. Kurz darauf hätte abermals Elia für ein deutlicheres Ergebnis sorgen können (65.), fand in VfL-Keeper Rickert abermals seinen Meister.

Die letzte halbe Stunde der Partie nutzten beide Trainer für zahlreiche Wechsel, sodass der Spielfluss gänzlich dahin war. Am Ende blieb es beim 2:1-Sieg für den SVW - die Winter-Vorbereitung geht somit erfolgreich zu Ende. „Die guten Ergebnisse bedeuten mir insofern viel, dass wir uns auch endlich mal für unseren hohen Aufwand belohnt haben", so Schaaf zufrieden. Auch Nils Petersen stimmte dem Trainer zu: „Wir haben insgesamt gut gespielt, nur vorne wieder das alte Leid gezeigt. Wir haben uns viele Torchancen erarbeiten, aber zu wenig daraus gemacht. Osnabrück steht zu recht an der Spitze der 3. Liga. Die Mannschaft ist kein Fallobst. Ich denke, man sollte deshalb mit diesem Ergebnis zufrieden sein."

Aus Osnabrück berichten Yannik Cischinsky und Timo Volkmann