Werder teilt sich mit den Wölfen die Beute

Elia (2.v.r.) und Arnautovic (2.v.l.) besorgten gemeinsam das 1:0 für Werder. Am Ende stand es 1:1 in Wolfsburg.
VfL Wolfsburg
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

In einer leidenschaftlich geführten Partie hat sich Werder Bremen 1:1 (1:0) vom VfL Wolfsburg getrennt. Von Beginn an waren die Bremer das bessere Team, doch nach einer guten halben Stunde traf der VfL zweimal den Pfosten.

In einer leidenschaftlich geführten Partie hat sich Werder Bremen 1:1 (1:0) vom VfL Wolfsburg getrennt. Von Beginn an waren die Bremer das bessere Team, doch nach einer guten halben Stunde traf der VfL zweimal den Pfosten. Kurze Zeit später belohnte sich Werder, Marko Arnautovic erzielte das hochverdiente 1:0. Nach der Pause folgte der Aufreger des Spiels: nachdem Lukas Schmitz in Halbzeit Eins schon die gelbe Karte gesehen hatte, verwies ihn der Schiedsrichter nach einem weiteren Zweikampf des Platzes. Doch Schmitz hatte klar den Ball gespielt. Eine Fehlentscheidung, die Werder in der Folgezeit nicht nur Kraft, sondern auch Punkte kosten sollte. Sechzig Sekunden später schob Bas Dost für die Wölfe zum 1:1 ein und sorgte für den Endstand.

In einer Bundesliga-Saison gibt es viele besondere Spiele. Ganz gleich ob Nord-Süd-Gipfel oder Ruhrpottderby - in dieser Spielzeit darf sicher auch das Aufeinandertreffen zwischen Wolfsburg und Werder dazu gezählt werden. Ein Aufeinandertreffen, das stark im Fokus der Öffentlichkeit stand, weil nicht nur die ehemaligen Bremer Diego und Naldo auf ihren Ex-Klub trafen, sondern auch Klaus Allofs. Der langjährige Werder-Manager war nicht einmal zwei Wochen zuvor zum Ligarivalen gewechselt. Werder Trainer Thomas Schaaf musste in der Startaufstellung für dieses so brisante Spiel nur einmal wechseln im Vergleich zur Vorwoche: Basti Prödl ersetzte den rotgesperrten Lukimya.

Werder offensiv, erste VfL-Chance nach 25 Minuten

Wiedersehen macht Freude: VfL-Manager Klaus Allofs traf vor der Partie auf seinen langjährigen Weggefährten Thomas Schaaf.

Die Anspannung war groß auf beiden Seiten und das zeigten die Spieler auch auf dem Platz. Doch Werder schaffte es, die Anfangsphase mit minimalen Vorteilen an sich zu reißen. Nach sieben Minuten hatten die Bremer die erste Chance des Spiels, als sich Nils Petersen nach einem Pass von Marko Arnautovic im Strafraum drehte, Simon Kjaer stehen ließ und abzog. VfL-Keeper Diego Benaglio konnte allerdings gut parieren. Und auch nach der Anfangsviertelstunde machte Werder den besseren Eindruck, agierte offensiver, gefährlicher und spielstärker als die Heimmannschaft. Die Eckballstatistik von 5:0 Eckstößen pro Werder belegte diesen Eindruck.

In der 25. Minute dann die erste VfL-Chance: Sokratis konnte Diego nur mit einem Foul vor der Strafraumgrenze stoppen. Naldo lief an, doch letztendlich trat Diego den ruhenden Ball, der ungefährlich in der Bremer Mauer landete. Dann, in der 30. Minute, folgte die bis dahin dickste Chance des Spiels: Wolfsburgs Hasebe brachte einen Ball in die Bremer Gefahrenzone, wo Sokratis den Fuß hinhielt und die Kugel unglücklich abfälschte. Der Ball klatschte gefährlich an den eigenen Pfosten, ehe die Szene geklärt werden konnte. Wenig später wieder Aluminium für den VfL: diesmal scheiterte Bas Dost mit einem Kopfball am Pfosten (33.), Sebastian Mielitz wäre geschlagen gewesen. Und dann, nach dieser Wolfsburger Doppelchance, schlug Werder im direkten Gegenangriff eiskalt zu. Über die linke Seite drang Eljero Elia in den Strafraum ein, tanzte Fágner aus und spitzelte den Ball quer auf den auf rechts lauernden Arnautovic. Der Österreicher musste nur noch einschieben, 1:0 für Werder (34.).

Gelb-Rote Karte für Schmitz, Dost mit dem Ausgleich

Aktivposten: Marko Arnautovic (r.) spielte groß auf gegen den VfL und erzielte ein Tor.

Bis zur Halbzeit passierte nicht mehr viel, Josué hatte noch eine aussichtsreiche Schusschance, die er allerdings vergab (44.). Nach der Unterbrechung setzten die Bremer ihren guten Auftritt aus Durchgang Eins fort und blieben das auffälligere Team. Bei den Hausherren aus der Autostadt lief weiterhin nur wenig zusammen, viele Fehlpässe und unstrukturierte Angriffe prägten das Spiel. In der 61. Traf der VfL dann das Tor, doch der Linienrichter entschied auf Abseits, es blieb beim 1:0 für die Hanseaten. Kurze Zeit später pfiff der Unparteiische Markus Schmidt erneut und zückte die gelb-rote Karte für Lukas Schmitz. Der hatte zuvor in einem Zweikampf zunächst den Ball, dann den Gegner getroffen. Ein Platzverweis, der Diskussionsstoff bot und im Werder-Lager nur schwer nachvollzogen werden konnte.

Keine Minute nach dem Platzverweis brachte sich der VfL zurück ins Spiel. Diego mit einem Traumpass auf Vierinha, der Übersicht bewies und auf Dost ablegte. Dost musste den Ball nur noch ins leere Tor einschieben und tat das auch: 1:1 nach 64. Minuten. In der 65. Minute klärte Sokratis dann auf der Linie und bewahrte Werder vor dem Rückstand. Was für eine brenzlige Phase für die Bremer, die vom VfL Wolfsburg allerfeinstes Powerplay geboten bekam. Die Wölfe, bei denen der Ex-Bremer Diego immer wieder quirlig auftauchte, konnten ihre Phase der haushohen Überlegenheit jedoch nicht in Tore ummünzen und scheiterten ein ums andere Mal am herausragenden Mielitz (73./75./77.).

Dann wieder Werder mit einem Lebenszeichen: in der 81. Minute zimmerte Aaron Hunt einen Freistoß aus gut 20 Metern an den linken Pfosten. Toll getreten, bitter für die Bremer, die mit dieser Szene die wohl beste Möglichkeit im zweiten Durchgang hatten. Dennoch: nach dem Platzverweis war Wolfsburg das bessere Team und eine Punkteteilung wäre den Bremern gegen Ende der zweiten Halbzeit sicherlich recht gewesen. Und so kam es dann auch nach 90 Minuten. Werder nimmt einen Punkt mit aus Wolfsburg. In der kommenden Woche geht es schon am Mittwoch daheim erneut um wichtige Punkte. Gast ist dann Bayer 04 Leverkusen im heimischen Weser-Stadion.

Von Cord Sauer

Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE