Werder besiegt Mainz dank überragendem Aaron Hunt

Erzielte beide Tore für Werder Bremen und war ganz klar der Mann des Spiels: Kapitän Aaron Hunt.
Bundesliga
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Was für ein verrücktes Spiel im Weser-Stadion. Die Bremer gingen früh durch Kapitän Aaron Hunt in Führung, doch die Mainzer blieben mit vielen Aktionen gefährlich.

Was für ein verrücktes Spiel im Weser-Stadion. Die Bremer gingen früh durch Kapitän Aaron Hunt in Führung, doch die Mainzer blieben mit vielen Aktionen gefährlich. In einer zum Teil zerfahrenen, aber jederzeit intensiven Partie glichen die Rheinhessen in der zweiten Halbzeit aus dem Nichts aus, Adam Szalai traf zum nicht unverdienten 1:1. Das Spiel steuerte auf ein Remis hin, ehe Aaron Hunt sein Team erneut in Führung brachte. Ein traumhaft getretener Freistoß von der Strafraumgrenze erlöste alle Grün-Weißen kurz vor dem Abpfiff und sicherte drei wichtige Punkte.

Werder-Trainer Thomas Schaaf verzichtete auf Veränderungen in der Startformation und schickte exakt dieselbe Elf auf den Platz, die vor einer Woche einen Punkt in Fürth erspielt hatte. Gegen derzeit stark aufspielende Mainzer, über einen Monat ungeschlagen, sollten wichtige Punkte her, um den Anschluss ans obere Tabellenfeld nicht zu verlieren. Doch wie schon gegen Augsburg und Fürth überließ Werder dem Gegner die Anfangsphase. Mainz 05 präsentierte sich aufmerksamer und hatte auch deshalb die erste Großchance des Spiels. Nachdem Werders Hintermannschaft aufgerückt war, ergaben sich Freiräume für Adam Szalai, der den Ball quer auf Nicolai Müller legte. Müller hatte nur noch Sebastian Mielitz vor sich, überlupfte den Bremer Schlussmann, doch sein Ball landete links neben dem Pfosten im Toraus (6.).

Erster Torschuss, erstes Tor: Hunt trifft zum 1:0

Werde gegen Mainz - das war Kampf um jeden Zentimeter. Letztendlich behielten Kevin De Bruyne (l.) und Lukas Schmitz (r.) die Punkte in Bremen.

Doch ehe es sich die Mainzer zu gemütlich machen konnten in der Bremer Hälfte, demonstrierte die Schaaf-Elf ihre Stärke und Effizienz: erster Torschuss, erstes Tor für Werder Bremen. Eine starke Vorarbeit im Strafraum von Nils Petersen nutzte Kapitän Aaron Hunt, der den Ball mit einem wunderbaren Rechtsschuss unter die Latte des Mainzer Tores beförderte (11.). Das frühe 1:0 war das 2.800. Bremer Bundesligator - diese Marke hatten zuvor nur die Bayern geknackt. Doch für solche Statistiken hatten die Grün-Weißen keine Zeit auf dem Platz, schnell wollte der FSV den Ausgleich und Müller hätte ihn fast besorgt. Im direkten Gegenzug scheiterte der quirlige Offensivmann allerdings am sehr gut parierenden Mielitz (12.).

Werder davon wenig beeindruckt, allen voran Eljero Elia, der mit einem fulminanten Pfostenschuss auch den letzten Zuschauer abgeholt hatte (13.). Nach drei ereignisreichen Minuten verflachte die Partie zusehends. Viele Fehlpässe und Ungenauigkeiten sorgten für ein zerfahrenes Spiel. In der 30. Minute dann eine Szene ohne Worte - nach einem missglückten Rückpass von Basti Prödl zum Keeper waren die Mainzer da und zwangen Mielitz, sein Revier zu verlassen. Knapp 30 Metern vom Tor entfernt klärte der Werdertorhüter den Ball genau in die Füße von Andreas Ivanschitz, der nur noch das leere Tor hätte treffen müssen. Sokratis eilte schnell auf die Linie und auch Mielitz brachte Ivanschitz derart in Bedrängnis, dass der Österreicher die aussichtsreiche Chance letztendlich vergab.

Szalai trifft aus dem Nichts zum 1:1

Auf und ab gings in der Schlussphase des Spiels. Letztendlich behielt Werder die Oberhand und siegte 2:1.

Nils Petersen läutete dann die zweite Halbzeit ein - sein Rechtsschuss aus der Drehung heraus verfehlte das Gehäuse nur knapp um strich hauchdünn am linken Pfosten vorbei (49.). Doch kurz nach dem Pausentee war in erster Linie Mainz am Drücker. Ivanschitz (53.) vergab die beste Chance per Kopf, Mielitz rettete in Weltklasse-Manier. Die Bremer hatten in der Folgezeit mehr vom Spiel, die besseren Torchancen aber hatten die Gäste. Und dann, wie aus dem Nichts, klingelte es im Bremer Gehäuse. In der 64. Minute konnte Adam Szalai eine Flanke verwerten, indem er im Strafraum hochstieg und die Kugel per Kopf ins Netz wuchtete - ein verdienter Ausgleich.

Die letzte Viertelstunde lebte von der Spannung. Das Unentschieden bis dahin leistungsgerecht, die Partie völlig offen. Beide Teams versuchten, die drei Punkte einzufahren, doch es mangelte sowohl hüben wie drüben an hochkarätigen Torchancen. Es sah stark nach einer Punkteteilung aus, doch Aaron Hunt wusste es besser: In der 85. Minute zirkelte der Spielmacher einen direkt geschossenen Freistoß an der Strafraumkante mit dem linken Fuß in den Torgiebel und traf zur 2:1-Führung. Ein ganz wichtiges Tor für Werder und ein äußerst sehenswertes obendrein. Die letzten Minuten schaukelten die Grün-Weißen über die Bühne, so dass unterm Strich drei ganz wichtige Punkte stehen. Der nächste Gegner von Werder Bremen heißt Schalke 04.

Von Cord Sauer