Mielitz und Hunt retten Werder einen Punkt

Assani Lukimya (r.) machte ein bärenstarkes Spiel und gewann den Großteil seiner Zweikämpfe. Sein Ballverlust nach zehn Sekunden führte jedoch zum bitteren Gegentor.
Bundesliga
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Im Hinspiel hatten die Bremer den FSV Mainz daheim mit 2:1 bezwungen. Doppeltorschütze damals war: Aaron Hunt. Auch im Rückspiel traf Hunt und verhinderte damit eine drohende Niederlage.

Im Hinspiel hatten die Bremer den FSV Mainz daheim mit 2:1 bezwungen. Doppeltorschütze damals war: Aaron Hunt. Auch im Rückspiel traf Hunt und verhinderte damit eine drohende Niederlage. Mainz konnte mit einem Blitzstart früh in Führung gehen, sich aber nicht entschieden gegen die Bremer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang wehren. Entsprechend teilten sich beide Teams mit einem 1:1 (0:1) die Punkte. Die Grün-Weißen können sich für diesen Teilerfolg vor allem bei Torhüter Sebastian Mielitz bedanken, der sein Team mehrmals glänzend im Spiel hielt.

Anpfiff zum 27. Spieltag in der Fußball-Bundesliga. Pünktlich zum Oster-Wochenende begaben sich alle Mannschaften nach der Länderspielpause wieder auf die Suche, wenngleich auch nach Punkten und nicht nach Eiern. Werder sah sich dabei dem FSV Mainz 05 gegenüber - auf dem Papier ein ungleiches Duell. Die Rheinhessen, Tabellensechster und seit fünf Spielen ungeschlagen, empfingen die Grün-Weißen, Tabellenvierzehnter und seit fünf Spielen sieglos. Dennoch: die Auswärtsbilanz der Bremer in Mainz kann sich sehen lassen und diesen Eindruck wollte das Team von Thomas Schaaf untermauern. Dafür bot der Bremer Coach einige Veränderungen in der Startformation auf: Für Junuzovic, Schmitz und Pavlovic durften Bargfrede, Ekici und Hunt von Beginn an ran. Auf Seiten der Mainzer hingegen nur eine neue Personalie auf dem Feld: Parker wurde von Soto ersetzt.

Mainzer Raketenstart: Szalai trifft nach zwölf Sekunden

Anpfiff, Tick Tack, Tor. Nach zwölf Sekunden traf Adam Szalai (r.), Mielitz war ohne Abwehrchance.

Es hatten längst nicht alle Zuschauer ihre Sitzschalen gefunden, da ertönte bereits die Mainzer Tormusik. Zwölf Sekunden - und das ist kein Tippfehler - nach dem Anpfiff stand es bereits 1:0 für den FSV und das, obwohl Werder Anstoß hatte. Ein unglaublicher Auftakt. Assani Lukimya überraschte seine Mitspieler mit einem unnötigen Ballverlust in den eigenen Reihen, Andreas Ivanschitz war sofort auf Betriebstemperatur, sprintete über die linke Seite nach vorn und fand im Zentrum Adam Szalai, für seinem 13. Saisontreffer nur noch den Fuß hinhalten musste (1.). Es war das schnellste Tor dieser Bundesliga-Spielzeit und das zweitschnellste Tor in der 50-jährigen Bundesliga-Geschichte. Nur Giovane Elber (1998) und Ulf Kirsten (2002) hatten einst nach elf Sekunden getroffen. Alleiniger Rekordhalter ist Szalai aber dennoch - er erzielte das schnellste Tor einer Mannschaft, die nicht (!) Anstoß hatte.

Schnell weg von der statistischen Datenbank und zurück auf den Platz in der Coface-Arena: Werder zeigte sich nur kurz geschockt von diesem frühen Rückstand und mühte sich, ein ebenbürtiger Gegner zu sein. Es entwickelte sich zunehmend ein temporeiches Spiel, wenngleich die großen Torchancen zunächst ausblieben. Philipp Bargfrede versuchte es nach 30 Minuten einmal mit einem Distanzschuss, doch sein Versuch landete knapp einen Meter über dem Gehäuse vom Mainzer Schlussmann Christian Wetklo. Vor der Pause noch einmal Werder: einen Freistoß von Mehmet Ekici, getreten vom rechten Strafraumeck, flatterte überraschend an den kurzen Pfosten, wo Wetklo die Kugel durch seine Beine ließ. Der Pfosten rettete in dieser Szene für die Mainzer (41.).

Mielitz verhindert Schlimmeres, Hunt trifft zum Ausgleich

Nach wackeligem Anfang fand Werder mit Tom Trybull gut in die Partie und erkämpfte einen verdienten Punkt.

Mit ordentlichem Schwung kamen die Bremer dann aus der Kabine. De Bruyne hatte in der 48. eine gute Gelegenheit, verfehlte jedoch knapp. Dann wieder chaotische Zustände in der Bremer Defensive: Nicolai Müller drang in den Mielitz´ Hoheitsgebiet ein, lupfte die Kugel überlegt an den zweiten Pfosten, wo Ivanschitz den Abschluss suchte, Mielitz aber bärenstark retten konnte. Die Nachschussmöglichkeit vergab Niki Zimling, der den Ball an den Pfosten köpfte (51.). In dieser Phase des Spiels ging es rauf und runter - De Bruyne sah in der Offensive Nils Petersen, der die Kugel toll unter Kontrolle brachte und sie ideal traf - sein Versuch landete aber am Außenpfosten. Eine Riesenmöglichkeit zum Ausgleich (53.) und zugleich Werders 17. Aluminiumtreffer. Kein Bundesligist scheiterte öfter an Pfosten oder Latte.

Bremen schnupperte am Ausgleich, doch auch die Nullfünfer blieben brandgefährlich. Müller hatte gleich zwei Hochkaräter auf dem Fuß, scheiterte aber an Mielitz und Gebre Selassie (66.). Und dann fiel es doch, das Tor - und zwar für Grün-Weiß. Der frisch eingewechselte Marko Arnautovic flankte nach Sokrates- und De Bruyne-Vorarbeit von der rechten Seite in die Strafraummitte, wo Aaron Hunt clever seine Pike ausfuhr und den Ball zum 1:1 in die Maschen spitzelte (69.). Wenig später sofort wieder die Hausherren: Yunus Malli fand sich völlig frei vor Mielitz wieder und sah die Kugel bereits im langen Eck zappeln, doch der Bremer Schlussmann parierte glänzend und hielt seine Mannschaft ein weiteres Mal in der Partie. Im Wechselschritt reihte sich in der Schlussphase eine Chance an die nächste: Hunt fast mit der Führung, doch sein Flachschuss trudelte nach Wetklo-Parade knapp am rechten Pfosten vorbei (84.). Auch die letzte Chance des Spiels gehörte der Schaaf-Elf, aber Arnautovic setzte seinen Schlenzer einen Meter neben den linken Pfosten.

Von Cord Sauer

Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE