Nordderby-Serie reißt beim 2:3 in Hamburg

Assani Lukimyas Kopfballtor zur 1:0-Führung reichte nicht aus, um den vierte Nordderby-Sieg in Folge einzufahren.
Hamburger SV
Sonntag, 27.01.2013 // 17:39 Uhr

Werder Bremen hat nach drei Nordderby-Siegen in Serie diesmal mit 2:3 in Hamburg verloren. In einer umkämpften Partie hatten die Grün-Weißen, bei denen mit Lukimya (9.) und Sokratis (54.) beide Innenverteidiger trafen, wenig Glück. Nach dem zwischenzeitlichen 1:1 durch Son (22.) erzielten Aogo (46.) und Rudnevs (52.) zwei umstrittene Treffer zur Hamburger Führung. Zu allem Überfluss flogen kurz vor dem Ende auch noch Fritz und Arnautovic mit Gelb-Rot vom Platz.

Werder Bremen hat nach drei Nordderby-Siegen in Serie diesmal mit 2:3 in Hamburg verloren. In einer umkämpften Partie hatten die Grün-Weißen, bei denen mit Lukimya (9.) und Sokratis (54.) beide Innenverteidiger trafen, wenig Glück. Nach dem zwischenzeitlichen 1:1 durch Son (22.) erzielten Aogo (46.) und Rudnevs (52.) zwei umstrittene Treffer zur Hamburger Führung. Zu allem Überfluss flogen kurz vor dem Ende auch noch Fritz und Arnautovic mit Gelb-Rot vom Platz.

Cheftrainer Thomas Schaaf hatte seine Anfangsformation im Vergleich zum Rückrunden-Auftakt auf mehreren Positionen umgebaut: In der Viererkette erhielt Lukimya den Vorzug vor Prödl. Der angeschlagene Aaron Hunt musste in Bremen bleiben und auch bei Marko Arnautovic reichte es noch nicht für einen Startelf-Platz. Dafür begannen im Mittelfeld Ekici und Geburtstagskind Ignjovski, der Elia ersetzte. Zudem kehrte Petersen kehrte auf seine angestammte Position im Mittelsturm zurück.

Traumstart dank Luki

Assani Lukimya erzielte am Sonntag seinen ersten Pflichspieltreffer für Werder.

Die Werder-Fans, die vor dem Anpfiff mit einer Choreographie an den Tod des Bremers Fans Adrian Maleika vor 30 Jahren erinnerten, sahen bei sehr ungemütlichen äußeren Bedingungen einen starken Start ihrer Mannschaft. Junuzovic (5.) und Ekici (8.) setzten mit zwei Tor-Abschlüssen schon früh die ersten Ausrufezeichen für die Grün-Weißen. Nur eine Minute später versuchte sich Ekici erneut aus der Distanz, aber HSV-Keeper Adler konnte gerade noch abwehren. Nach dem darauffolgenden Eckball flankte Ignjovski aus dem Halbfeld in den Strafraum auf Lukimya, der die Kugel mit dem Hinterkopf platziert in die lange Ecke setzte, 1:0 für Werder (9.)!

Die frühe Führung schien den Gästen von der Weser jedoch keinen Auftrieb zu verleihen. Stattdessen nahmen die Hamburger nun das Heft in die Hand und erarbeiteten sich mehr Spielanteile, allerdings ohne dabei zu vielen guten Gelegenheiten zu kommen. Der Ausgleich für die Hausherren fiel dementsprechend ziemlich unvermittelt. Hamburgs Son vernaschte Gebre Selassie nach einem langen Ball an der Torauslinie und knallte den Ball aus spitzem Winkel zum 1:1 in den Torwinkel (22.).

In der Folge änderte sich wenig am Spielgeschehen: Der HSV hatte mehr Ballbesitz, während die Schaaf-Elf mit gutem Zweikampfverhalten dagegen hielt. Weitere Höhepunkte blieben bis zur Schlussphase des ersten Durchgangs Mangelware. Erst kurz vor der Pause drehten die Grün-Weißen wieder auf und kamen durch De Bruyne, dessen Flaschschuss nach Schmitz-Pass knapp am kurzen Pfosten vorbeiflog, zu einer ganz dicken Möglichkeit (36.).

Wilder Auftakt in Halbzeit zwei

Die Torschützen Artjoms Rudnevs und Sokratis im bissigen Zweikampfduell.

Den Auftakt der zweiten Hälfte verschliefen die Grün-Weißen dann aber völlig. Keine 25 Sekunden nach Wiederanpfiff erzielte Aogo das 2:1, weil Lukimya und Gebre Selassie am Fünfer nicht energisch genug klären konnten. Ärgerlich: Der Hamburger spielte den Ball zuvor mit der Hand. Nachdem Rudnevs in der 48. Minute per Fallrückzieher verpasste, machte es der Lette vier Minuten später besser und staubte aus stark abseitsverdächtiger Position nach Aogo-Hereingabe zum 1:3 ab (52.).

Doch die Grün-Weißen gaben nach den eigenen und den Schiedsrichter-Fehlern nur wenig später die richtige Antwort und verkürzten dank Sokratis zum 2:3 (54.). Adler sah beim mittigen Flachschuss von der Strafraumgrenze nicht gut aus. Wiederum nur zwei Minuten später machte der Keeper seinen Patzer aber wieder gut, als er spektakulär gegen Schmitz klärte (56.). Jetzt hätte Werder den Ausgleich machen müssen: Zunächst köpft De Bruyne eine Flanke des gerade eingewechselten Arnautovic aus vier Metern noch über das Tor (61.), dann verpasst Ekici aus zehn Metern zentraler Position das 3:3 mit einem zu kraftlosen Abschluss (63.).

Bitteres Ende für Fritz und Arnautovic

Schiedsrichter Kinhöfer stellte Clemens Fritz genau wie später Marko Arnautovic vom Platz.

Werder war nun das bessere und aktivere Team, ließ aber die nötige Durchschlagskraft vermissen und kam nicht mehr zu so klaren Chancen wie zu Beginn der zweiten Halbzeit. Die letzten Höhepunkte der Partie blieben gleich zwei Gelb-Rote Karten für die Bremer. Zunächst zückte Schiedsrichter Kinhöfer zu Recht den zweiten gelben Karton gegen Kapitän Clemens Fritz, der Arslan gefoult hatte (80.). Weit weniger nachvollziehbar war die doppelte Gelbe gegen Marko Arnautovic infolge eines harmlosen Foulspiels und eines angedeuteten Ballwegschlagens in der Nachspielzeit.

Von Christoph Muxfeldt

Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE