Drei Tore von Arnautovic! Werder schlägt die TSG 4:1!

Überflieger Marko Arnautovic! Der Österreicher sorgte mit drei Toren in Sinsheim für einen letztendlich klaren 4:1-Erfolg.
Bundesliga
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Was für ein Auftritt von Werder Bremen! Beim Gastspiel in Sinsheim fertigten die Grün-Weißen die TSG Hoffenheim mit 4:1 (2:0) ab und verschärften die Krise der Kraichgauer um Trainer Markus Babbel.

Was für ein Auftritt von Werder Bremen! Beim Gastspiel in Sinsheim fertigten die Grün-Weißen die TSG Hoffenheim mit 4:1 (2:0) ab und verschärften die Krise der Kraichgauer um Trainer Markus Babbel. Nach schwachem Beginn beider Teams sorgten Basti Prödl und Marko Arnautovic noch vor der Pause für ein komfortables 2:0 für Werder. Nach dem Wiederanpfiff erzielte Sejad Salihovic zwar schnell den Anschlusstreffer, doch dank einer herausragenden Marko-Arnautovic-Show endete das Spiel zu Gunsten der Bremer. Der Österreicher schoss im zweiten Durchgang noch zwei äußerst sehenswerte Treffer und bejubelte im Anschluss seinen ersten Dreierpack im Werder-Trikot.

Wildes Schneetreiben und eisige Temperaturen bestimmten am ersten Adventssonntag das Bild in der WIRSOL Rhein-Neckar-Arena. Doch die Bundesligapartie zwischen der TSG Hoffenheim und Werder Bremen sollte dadurch nicht beeinträchtigt werden. Auf den Rasen, der in einwandfreiem Zustand war, schickte Werder-Trainer Thomas Schaaf am 15. Spieltag unter anderem auch Alexandar Ignjovski und Clemens Fritz. Sie ersetzten Aaron Hunt (Wadenprobleme) und Zlatko Junuzovic (Gelb-Sperre). Ebenfalls wieder in der Startelf: der wiedergenesene Marko Arnautovic und der in der Vorwoche gesperrte Lukas Schmitz.

Von Beginn an zeigten sich Unsicherheiten auf beiden Seiten. Die ganz in blau gekleideten Hoffenheimer hatten durch Sejad Salihovic in der 5. Minute die erste gute Szene des Spiels, als dieser den ruhenden Ball aus guten 35 Metern knapp über das Bremer Gehäuse zimmerte. Neben dieser Torchance waren es zunächst jedoch viele Fouls, die die Anfangsphase bestimmten. Der Unparteiische Knut Kircher hatte nach nur neun Minuten bereits zwei Gelbe Karten (Prödl, Schipplock) verteilt.

Prödl beendet die zerfahrene Anfangsphase

Nils Petersen (l.) und Torschütze Marko Arnautovic waren zwei der entscheidenden Akteure beim Bremer 2:0.

Weiterhin war es ein Spiel aus dem unteren Regal. Viele Ungenauigkeiten beider Mannschaften sorgten für Fußball-Magerkost. Nach 20 Minuten schnappte sich Kevin De Bruyne die Kugel im Mittelfeld und wollte losmarschieren, da wurde er von Stephan Schröck gefoult. Den Freistoß trat der Belgier höchstpersönlich - und bediente damit Sebastian Prödl, der im Hoffenheimer Strafraum höher stieg als Joselu und das Leder in hohem Bogen über Wiese-Vertreter Koen Casteels und unter die Latte köpfte. 1:0 für Werder (21.). Für die TSG war es das 16. Gegentor nach einem Standard - Ligaminusrekord.

Und auch die nächste sehenswerte Aktion gehörte den Bremern. In der 29. Minute kombinierte Werder wie aus dem Lehrbuch. Über mehrere Stationen spielten Nils Petersen, Marko Arnautovic, Ignjovski und De Bruyne die TSG-Abwehr schwindelig, ehe Arnautovic völlig frei vor Casteels auftauchte und eiskalt zum 2:0 einschob. Das Bemühen der Bremer, gegen verunsicherte Gastgeber aufs Gaspedal zu drücken, wurde damit prompt in Zählbares umgemünzt. TSG-Trainer Markus Babbel sah sich auch deshalb gezwungen, noch vor der Pause gleich zweimal zu wechseln. Für die Schröck und Schipplock kamen Roberto Firmino und Vincenzo Grifo in die Partie (37.). Hoffenheim präsentierte sich in dieser Phase wie ein stark angeschlagener Boxer. De Bruyne (44.) und Petersen (45.) hätten vor dem Halbzeitpfiff noch treffen müssen (!), dann wäre die Partie mit 4:0 entschieden gewesen. Beide vergaben jedoch zu leichtfertig.

Salihovic trifft, Arnautovic legt nach

Auch Kevin De Bruyne (M.) machte ein starkes Spiel gegen Hoffenheim, bereitete ein Tor vor.

Anstatt dem besagten 4:0 stand es nur wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff 2:1. Salihovic traf nach 49 Minuten nach Vorlage von Firmino zum Anschluss und sorgte für eine schnelle Wiederauferstehung der TSG. Bemerkenswert: es war der erste Torschuss der Hoffenheimer. Die Hausherren waren nach ihrem Tor wie ausgewechselt. Präsenter, wacher, zielstrebiger. Werder davon ziemlich überrascht und bemüht, das Spiel aus Halbzeit Eins wiederzufinden. In der 57. Minute rettete Mielitz allerdings zunächst stark gegen Joselu, der um ein Haar das 2:2 geschossen hätte. Fünf Minuten später war es wieder der Spanier Joselu, der aber spektakulär mit einem Seitfallzieher scheiterte (62.).

Die Schaaf-Elf zu diesem Zeitpunkt kaum noch mit kontrolliertem, entlastendem Spiel. Und doch kamen die Bremer wieder zu Chancen. Nach einer Chance von Lukas Schmitz (71.) und dem Nachschuss von Theodor Gebre Selassie pfiff Knut Kircher in der darauffolgenden Szene auf Freistoß für Werder an der Strafraumgrenze. Arnautovic legte sich den Ball zurecht und zirkelte ihn kurz darauf wunderbar zum 3:1 ins TSG-Tor (73.). Der Österreicher mit einer sehr ansprechenden Leistung schon zu diesem Zeitpunkt der Mann des Spiels.

Wieder Arnautovic: Erster Dreierpack für Werder

Grenzenloser Jubel: nach seinem Freistoßtor zum 3:1 lief Arnautovic (2.v.l.) direkt zu Trainer Thomas Schaaf (l.), um gemeinsam zu feiern.

Mann des Spiels hin oder her, Arnautovic hatte noch nicht genug und erzielte in der 80. Minute nach toller Vorlage des eingewechselten Joseph Akpala sein drittes Tor des Tages - und was für eins. Aus rechter Position und spitzem Winkel schlenzte der Österreicher die Kugel in den langen Winkel und feierte im Anschluss seinen ersten Dreierpack im Werder-Trikot. Für Hoffenheim war es übrigens das elfte Gegentor in der Schlussviertelstunde - Ligaminusrekord.

Das Spiel war entschieden. Werder rückt mit dem Sieg wieder heran an die Startplätze für den internationalen Wettbewerb. Nach 15 Spieltagen und 21 Punkten steht Werder auf Platz 8. In der kommenden Woche wartet schon die nächste Auswärtspartie für die Grün-Weißen. Dann reisen die Grün-Weißen in die Bankenmetropole Frankfurt, wo die Eintracht wartet. Das Team von Trainer Armin Veh sorgte in dieser Hinrunde bereits für viel Furore - auch gegen Bremen? Spielt Werder so entfesselt wie im Kraichgau, dürfte zumindest auch in Frankfurt eine packende Partie garantiert sein.

Von Cord Sauer

Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE