2:1! Werder dreht das Spiel in Freiburg!

Augen zu und durch: Sebastian Prödl (r.) und Daniel Caligiuri boten eine umkämpfte Partie.
Bundesliga
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Über elf Jahre konnte der SC Freiburg gegen Werder Bremen nicht mehr gewinnen. Auch dieses Mal nicht.

Über elf Jahre konnte der SC Freiburg gegen Werder Bremen nicht mehr gewinnen. Auch dieses Mal nicht. Die Grün-Weißen lagen nach einer eher mäßigen ersten Halbzeit durch ein tolles Freistoßtor des Freiburgers Jonathan Schmid mit 0:1 hinten, ehe Werders Stadtelfdebütant Joseph Akpala und Vizekapitän Aaron Hunt das Spiel drehten. Gegen Ende der Partie musste speziell die Werder-Abwehr noch gehörig zittern, doch es blieb beim 2:1 (0:1)-Erfolg der Bremer, der weniger verdient, dafür aber clever erspielt und hart erkämpft war.

Insgesamt 705 Kilometer sind es von Bremen nach Freiburg. Für die Grün-Weißen ist es stets die längste Reise zu einem Auswärtsspiel, wenn es gegen die Breisgauer geht. Doch sämtliche Reisestrapazen sowie die leicht verspätete Ankunft am Stadion waren pünktlich zum Anpfiff vergessen. Auch für Lukas Schmitz und Sturmneuzugang Joseph Akpala, die für Theodor Gebre Selassie und Nils Petersen in die Startformation der Bremer rückten.

Die erste Chance der besseren Sorte hatte Werder schon in der zweiten Minute. Aaron Hunt zirkelte einen Freistoß vom rechten Strafraumeck gefährlich in Richtung rechten Torgiebel, doch Freiburg-Schlussmann Oliver Baumann konnte die erste aussichtsreiche Möglichkeit gerade noch zur ersten Ecke klären. Schnell wurden in der Anfangsvierteilstunde die Rollen verteilt: Werder das dominantere Team, während die Hausherren vornehmlich auf Konter lauerten. Erste Mini-Chancen hatte der SC Freiburg durch Schmid (8.) und Makiadi (16.).

Schmids Traumtor bringt Werder in Rückstand

Sokratis (l.) war wieder eine verlässliche Säule in der Bremer Defensive. Beim Gegentor war allerdings auch er machtlos.

In der Folgezeit traten die Freiburger deutlich frecher und offensiver auf. Packende Torraumszenen blieben aber Mangelware. Balleroberungen sowie Ballverluste im Mittelfeld bestimmten das Geschehen im Breisgauer Abendregen. So verging Minute für Minute, ehe es nach über einer halben Stunde endlich spektakulär wurde - leider zu Ungunsten der Bremer. Nach einem Ballverlust von Clemens Fritz im Mittelfeld konnte Basti Prödl den daraus resultierenden Angriff der Freiburger nur mit einem Foul an Max Kruse stoppen: Freistoß für die Hausherren aus knapp 20 Metern zentraler Position (35.). Jonathan Schmid trat an - und schoss einen Freistoß, wie man ihn kaum besser schießen kann. 1:0 Freiburg! Die Bremer Mauer sprang hoch, der Ball flog drüber und senkte sich genau in den linken Torwinkel. Mielitz machtlos (36.). Für Freiburg war es der erste direkt verwandelte Freistoß seit knapp acht Jahren - ausgerechnet gegen Werder.

Bei diesem Spielstand blieb es, ehe Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer pünktlich zum Pausentee bat. Unterm Strich keine unverdiente Halbzeitführung für Freiburg. Das Team von SCF-Coach Christian Streich investierte insbesondere nach der ersten Bremer Drangphase mehr in die Partie und hatte auch in der Summe mehr (ungefährliche) Torszenen.

Akpala und Hunt drehen die Partie

Werder-Keeper Sebastian Mielitz hatte in Freiburg alle Hände voll zu tun, bewahrte sein Team vor weiteren Gegentoren.

Explosiver Beginn dann der zweiten Halbzeit. Nach einem guten Abschluss von Kruse auf das kurze Torwarteck parierte Mielitz herausragend und verhinderte einen höheren Rückstand (46.). Statt 0:2 stand es eine Minute später 1:1 - dank Joseph Akpala. Eljero Elia schlug eine lange Flanke von links auf die rechte Seite, wo Marko Arnautovic clever ins Zentrum ablegte. Dort reagierte Akpala am schnellsten und krönte sein Startelfdebüt gleich mit seinem ersten Tor für Werder Bremen (47.).

Nach dem Ausgleich fand die Schaaf-Elf besser in die Spur - und legte nach: Kevin De Bruyne hatte Platz im Mittelfeld, passte wunderschön in den Lauf von Aaron Hunt, der kühl und kaltschnäuzig aus linker Position sein drittes Saisontor markieren konnte. Spiel gedreht (59.). Fast zehn Minuten später erzielte Prödl das 3:1, das allerdings wegen Stürmerfoul abgepfiffen wurde (68.). Es entwickelte sich ein offenes Spiel, der SCF geriet zunehmend in Bedrängnis, doch auch Werders Defensive blieb nicht beschäftigungslos. Vor allem Daniel Caligiuri hätte das 2:2 machen müssen (!), doch er traf nach einem guten Solo durch die Bremer Abwehr nur den rechten Pfosten (85.). Nach drei Minuten Nachspielzeit und einem engagierten Freiburger Sturmlauf war Schluss.

Werder klettert mit dem zweiten Saisonsieg in der Tabelle auf Platz Sieben und sichert sich wichtige drei Punkte in der Meisterschaft. Die weite Anreise von 705 Kilometern hat sich damit - wie schon so oft in der Vergangenheit - wieder einmal gelohnt. Am kommenden Sonnabend, den 29.09.2012, empfangen die Grün-Weißen keinen geringeren Gegner als - den FC Bayern. Anpfiff im Weserstadion ist um 15:30 Uhr.

Von Cord Sauer

Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE