Werder spielt 2:2 in Düsseldorf

Marko Arnautovic war maßgeblich am Ausgleichstreffer zum 2:2 beteiligt. Da konnte auch der Ex-Bremer Leon Balogun (l.) nichts machen.
Bundesliga
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Zweimal lagen die Grün-Weißen in Düsseldorf zurück, zweimal konnten sie den Rückstand egalisieren. Am Ende steht ein 2:2 (1:1), das für die Hausherren fast noch schmeichelhafter ist wie ...

Zweimal lagen die Grün-Weißen in Düsseldorf zurück, zweimal konnten sie den Rückstand egalisieren. Am Ende steht ein 2:2 (1:1), das für die Hausherren fast noch schmeichelhafter ist wie für die Bremer, denn Werder war über weite Strecken spielbestimmender. Nach nicht einmal zwei Minuten hatte Reisinger zum 1:0 getroffen. Doch Werder kam schnell zurück: Kevin De Bruyne sorgte mit einer herausragenden Vorarbeit dafür, dass Junuzovic den Ball zum Ausgleich nur noch einschieben musste. Nach der Pause war es dann wieder Reisinger, der kurz nach dem Ertönen der Pfeife in die Maschen traf. Die erneute Führung für die Düsseldorfer überdauerte aber wieder keine 45 Minuten - Martin Latka sorgte mit seinem Eigentor nach einem Arnautovic-Schuss für das erneute Unentschieden und den Endstand.

Insgesamt elf Ausfälle bereiteten Werder-Coach Thomas Schaaf vor der Partie gegen Düsseldorf Kopfzerbrechen, so dass er bezüglich seiner Startaufstellung mehr Improvisationstalent beweisen musste als jemals zuvor. Doch trotz der vielen Verletzungen bot der Bremer Trainer eine schlagkräftige Mannschaft auf. Pavlovic, Bargfrede, Junuzovic, Gebre Selassie und Kroos rückten neu ins Team. Bei der Fortuna hingegen nur zwei Veränderungen: Schahin und Reisinger standen in der ersten Elf.

Für die Bremer begann die Partie wie schon in Mainz - mit einem sehr frühen Rückstand.Die Hausherren mit einem Blitzstart. Nach nicht einmal neunzig Sekunden stand es 1:0 für die Fortuna, Stefan Reisinger war der Torschütze, der sich auf der rechten Angriffsseite nach Vorlage von Robbie Kruse freigespielt und abgezogen hatte. Die Kugel schlug im langen Eck ein, Sebastian Mielitz ohne Abwehrchance. Für die Bremer war es insgesamt der 21. Rückstand in dieser Spielzeit.

De Bruyne weltklasse, Junuzovic eiskalt

Erzielte das Ausgleichstor zum 1:1 nach toller De Bruyne-Vorarbeit: Zlatko Junuzovic.

Nach einer guten Viertelstunde bekam die Fortuna gleich die nächste Möglichkeit, doch Oliver Finks Versuch nach einem Freistoß wurde an der Strafraumgrenze rechtzeitig abgeblockt, so dass sich ein astreiner Konter entwickelte. Über Junuzovic landete die Kugel bei Kevin De Bruyne, der das komplette Spielfeld herunter marschierte, dabei erst Bellinghausen, dann Lambertz und zuletzt auch noch Kruse aussteigen ließ und den Ball dann clever in die Strafraummitte legte. Dort stand dann Junuzovic goldrichtig und musste nur noch einschieben (16.). Ausgleich! Vor allem die Vorarbeit des Belgiers verdient nur eine Bezeichnung: weltklasse.

Nach dem Tor machten die Bremer einen deutlich besseren Eindruck. Vor allem Kevin De Bruyne drückte dem Spiel seinen Stempel auf, wirbelte ordentlich in der Offensive und leitete zahlreiche gute Möglichkeiten ein (28., 35., 38.). Vor der Pause sollte allerdings kein Treffer mehr fallen, was auch daran lag, dass der Spielfluss immer dann litt, wenn De Bruyne nicht am Ball war.

Wieder schlägt Reisinger früh zu

Musste nach seinem Eigentor von seinen Kollegen getröstet werden: Martin Latka (2.v.l.).

Zweite Halbzeit, altes Spiel. Wieder vergingen nur wenige Sekunden nach dem Anpfiff, da fiel erneut ein Tor und erneut jubelte Stefan Reisinger. Die Bremer wieder im Schlummermodus, wieder zu nachlässig, so dass der Doppeltorschütze völlig frei auf der rechten Seite zum Abschluss kam und den Ball an Mielitz vorbeischieben konnte (48.). In der 55. Minute hätte es dann um ein Haar 3:1 gestanden, doch Mielitz hielt seine Vorderleute mit einer herausragenden Parade im Spiel. Dani Schahin hatte aus verdeckter Position schnell abgezogen und den Bremer Keeper auf den Boden gezwungen. Dann wieder Werder. Nach einem verunglückten Rückpass von Lambertz hatte Marko Arnautovic eine gute Chance, um den neuerlichen Ausgleich zu markieren, doch der heraus stürmende Fabian Giefer entschärfte die Situation in letzter Sekunde (59.).

In der 70. Minute fiel dann doch der Ausgleich für die Bremer in der ESPRIT-Arena. Mit viel Wut im Bauch spielte die Elf von Thomas Schaaf unaufhaltsam auf das Tor von Fabian Giefer, der urplötzlich hinter sich greifen musste. Marko Arnautovic hatte einfach mal aus halbrechter Position abgezogen. Sein Schuss wäre weit am Tor vorbei gegangen, doch Fortunas Abwehrmann Martin Latka hielt seinen Schlappen in die Schussbahn und fälschte die Kugel so unglücklich ins eigene Tor ab. In der Schlussphase entwickelte sich das Spiel noch einmal zu einem heißen Tanz. Beide Teams wollten die drei Punkte, doch Werder investierte mehr. Petersen hätte nach Elia-Flanke fast das 3:2 erzielt, doch sein Kopfball kam nicht an F95-Schlussmann Giefer vorbei (79.). In der Schlussminute hatten die Bremer noch eine weitere Chance, De Bruyne war an der Strafraumkante gelegt worden. Den fälligen Freistoß setzte Arnautovic allerdings in die Mauer (90.). Dann pfiff der Unparteiische ab. 2:2. Ein Endergebnis, das keinem der beiden Mannschaften so recht hilft. Fortuna nun seit sieben Spielen ohne Sieg, die Bremer gar seit acht Spielen ohne Drei-Punkte-Erfolg.

Von Cord Sauer

Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE