Bayern demonstrieren Stärke und gewinnen 6:1

Nichts zu holen in München für Marko Arnautovic (l.) und seine Bremer. Werder verliert gegen den FCB mit 1:6.
FC Bayern München
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

So spielt der kommende Meister. Der FC Bayern München empfing am 23. Spieltag Werder Bremen und gewann eindrucksvoll mit 6:1 (2:0). Bis zum ersten Gegentor durch Arjen Robben in der 25. Minute sah es für Werder richtig gut aus, die Bremer begegneten den Bayern auf Augenhöhe.

So spielt der kommende Meister. Der FC Bayern München empfing am 23. Spieltag Werder Bremen und gewann eindrucksvoll mit 6:1 (2:0). Bis zum ersten Gegentor durch Arjen Robben in der 25. Minute sah es für Werder richtig gut aus, die Bremer begegneten den Bayern auf Augenhöhe. Doch dann ging es ganz schnell. Erst traf Robben nach Lahm-Flanke, kurz darauf legte Robben selbst vor, Martínez der Torschütze zum 2:0. Noch vor der Pause sah Prödl für eine Notbremse die Rote Karte und so wurde es ganz schwer für die Bremer in Durchgang Zwei. Gebre Selassie mit einem Eigentor, Ribery und zwei Mal Gomez stockten das Ergebnis weiter auf. Den zwischenzeitlichen Ehrentreffer für die Bremer erzielte Kevin De Bruyne.

Ausverkauftes Haus in der Münchner Allianz-Arena. 71.000 Zuschauer wollten sich das Spiel der Bayern gegen Werder nicht entgehen lassen. Schon vor dem Anpfiff gab es zwei Gründe zum Feiern: FCB-Coach Jupp Heynckes in seinem 1000. Bundesligaspiel als Spieler und Trainer, auf der Gegenseite Werder-Trainer Thomas Schaaf ebenfalls mit einem beeindruckenden Jubiläum: das 750. Spiel für ihn. Selten zuvor waren die Bremer in einem Auswärtsspiel beim deutschen Rekordmeister derart als Außenseiter gehandelt worden, wie dieses Mal. Dennoch wollten die am 23. Spieltag ganz in schwarz gekleideten Bremer ihr Glück versuchen - mit drei Neuen in der Startelf: Arnautovic, Gebre Selassie und Hunt kamen für Fritz, Elia und Ekici. Rotation vor allem aber bei den Bayern: Heynckes schickte Gomez, Robben, Shaqiri, Boateng und Contento für Mandzukic, Schweinsteiger, Müller, Kroos, Alaba und van Buyten auf den Platz. Begriffe wie „B-Elf" oder „zweite Garde" dennoch völlig unpassend bei solch klangvollen Namen.

Robben und Martínez: Zwei Tore in vier Minuten

Javier Martínez (M.) erzielte das zweite Tor des Tages.

Trotz der im Vorfeld viel umschriebenen eindeutigen Rollenverteilung verzichteten beide Teams nicht auf das obligatorische Abtasten. So war die Anfangsviertelstunde insbesondere von Sicherheitsfußball geprägt, wenngleich die Hausherren etwas mehr Ballbesitz für sich verbuchen konnten. Werder präsentierte sich gut sortiert, stand über weite Strecken sicher und gab durch Kevin De Bruyne in der 15. Minute gar einen ersten Warnschuss in Richtung des FCB-Gehäuses ab. Der Versuch aus knapp 20 Metern landete jedoch ein gutes Stück über Manuel Neuer. Mit zunehmender Spieldauer mehrten sich die Torchancen. Arjen Robben prüfte Sebastian Mielitz in der 19. Minute aus typischer „Robben-Position", doch der Bremer Keeper rettete sicher. Kurz darauf war es Marko Arnautovic, der wuchtig in Richtung FCB-Schlussmann abzog (20.). Den gefährlichen Schuss des Österreichers klärte Neuer zur Ecke.

Das Spiel nahm Fahrt auf, was auch an den Bayern lag. Gomez verpasste in Minute 23 noch knapp die Führung, doch zwei Minuten später erklang dann doch die Münchner Tormusik: Philipp Lahm hatte auf der rechten Seite viel Platz zum Flanken, tat das auch und fand im Bremer Abwehrzentrum die abnahmebereiten Ribery und Robben. Der Holländer war es schließlich, der die Kugel irgendwie über die Linie spitzelte - 1:0 Bayern München (25.). Und es blieb brenzlig: Junuzovic konnte den aufs Tor stürmenden Robben in der 28. Minute nur noch mit einem Foul stoppen, kassierte dafür die gelbe Karte. Den daraus resultierenden Freistoß zirkelte der Gefoulte selbst in den Fünf-Meter-Raum, Kopfball Javier Martínez, Tor. Das ging schnell, 2:0 für den Tabellenführer (29.).

Gebre Selassie dann mit einer leisen Antwort auf den Doppelschlag, doch sein Kopfball (35.) nach einer Ecke ging drei Meter rechts vorbei. Kurz vor der Pause noch einmal die Gastgeber, aber Gomez vergab nach Robben-Vorlage auch deshalb, weil Schmitz gut dazwischen grätschte. In der 45. Minute dann folgte der nächste Rückschlag für Werder: Rote Karte für Prödl, der als letzter Mann an der Strafraumgrenze Gomez von den Beinen holte. In Unterzahl ging es für die Schaaf-Elf in die Kabine.

FCB weiter unaufhaltsam, De Bruyne ärgert nur kurz

Ein Tag zum Vergessen auch für Nils Petersen.

Nach der Pause gab es ein Bundesliga-Debüt. Mateo Pavlovic sollte das Loch in der Abwehrkette stopfen, Hunt verließ für den Verteidiger den Platz. Dennoch ging es ähnlich bitter weiter für Werder. Nach einer Gomez-Flanke war es Gebre Selassie, der klären wollte, den Ball jedoch unglücklich über die eigene Linie beförderte. Und auch nach dem Eigentor zum 3:0 (49.) machte die Bayern-Maschinerie keine Anstalten, einen Gang herunter zu schalten. Shaqiri mit einem Traumpass auf Ribery, der den herausstürmenden Mielitz überlupfte und damit den völlig freistehenden Gomez bediente: 4:0 (51.). Doch Werder gab sich nicht auf und wurde belohnt: Gebre Selassie zog die Aufmerksamkeit mehrerer Bayernprofis auf sich und die rechte Bremer Angriffsseite, ehe er auf Ignjovski ablegte. Dieser passte clever zu De Bruyne, der sich links davon geschlichen hatte und die Vorlage eiskalt verwertete. Nur noch 1:4 (58.).

Die Folgezeit verlief dann weitaus weniger ereignisreich. Bayern weniger aggressiv, doch auch die Bremer kaum mit Akzenten in der Offensive. Arnautovic versuchte es noch einmal mit einem Distanzschuss, der jedoch zu harmlos blieb (75.). Für eine glanzvolle Schlussphase sorgten dann noch Ribery und ein weiteres Mal Gomez. Zunächst war es der Franzose, der eine traumhafte Lahm-Vorlage routiniert nutzte und die Kugel direkt aus zentraler Position ins lange Eck schob (86.). Gomez machte in der 89. Minute das halbe Dutzend voll, als er sträflich allein gelassen - und aus einer Abseitsposition heraus - die Kugel direkt vor Mielitz bekam und locker einnetzte. Dann erfolgte für Werder der erlösende Schlusspfiff.

Einziges Positiverlebnis für die Grün-Weißen an diesem Tag: Gegen die derzeit beste Abwehrreihe Europas gelang den Bremern ein Treffer. Doch das erste Gegentor im Jahr 2013 dürfte die Bayern wenig kümmern. Für sie glich der Sieg gegen Werder eher einer Pflichtaufgabe und während der FCB sich auf den Pokalkracher gegen Dortmund am kommenden Mittwoch vorbereitet, bietet sich für Werder erst am Samstag, 2.3.2013, die Gelegenheit, Wiedergutmachung zu betreiben. Gegner im Weser-Stadion ist dann der FC Augsburg.

Von Cord Sauer

Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE