Mit "Leidenschaft, Begeisterung und Faszination" - aber ohne Punkte

Zeigten sich vor dem Spiel gut gelaunt: Klaus Allofs und Thomas Schaaf mit 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke.
Profis
Samstag, 15.09.2012 // 20:09 Uhr

Das Endergebnis stimmte am Samstagabend nicht. Doch das 2:3 im „kleinen" Nordderby bei Hannover 96 war das Einzige, was am Ende missfiel. Die Zuschauer in der AWD-Arena hatten ein ...

Das Endergebnis stimmte am Samstagabend nicht. Doch das 2:3 im „kleinen" Nordderby bei Hannover 96 war das Einzige, was am Ende missfiel. Die Zuschauer in der AWD-Arena hatten ein unterhaltsames Spiel gesehen, die Werder-Fans konnten sich einer guten Leistung des SV Werder erfreuen. Eine Leistung, die Thomas Schaaf beim anschließenden Interview-Marathon in der Mixed Zone sichtlich zufrieden stimmte. „ Das war ein super Spiel, von dem alle begeistert waren. Das war schon klasse - auch von meiner Mannschaft", zeigte sich der Bremer Coach zufrieden mit der Leistung, ärgerte sich aber gleichermaßen über das Endergebnis. „Ich bin traurig, dass meine Mannschaft nach einer tollen Leistung schon zum zweiten Mal zu unrecht als Verlierer vom Platz geht. Aber insgesamt fahre ich mit einem positiven Gefühl nach Bremen."

Diese gute Stimmung wurde bei dem 51-Jährigen vor allem dadurch hervorgerufen, dass sich die Grün-Weißen nach dem frühen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen ließen. „Wie die Mannschaft nach dem 2:0 weiter gemacht hat und die Art und Weise, mit der wir in der zweiten Halbzeit gespielt haben, zeigt, dass Leben, Begeisterung und Faszination in der Mannschaft stecken. Die Jungs zeigen Begeisterung und sind mit Leidenschaft bei der Sache, das ist wirklich toll und damit bin ich sehr zufrieden. Jetzt müssen noch die richtigen Ergebnisse her und dafür werden wir inhaltlich in die Analyse gehen", so Thomas Schaaf. Und weiter: „Ich kann meiner Mannschaft leider keine Punkte geben, aber ich werde den Spielern sagen, dass das gut war. Und wenn wir den Weg so weiter gehen, dann mache ich mir keine Sorgen."

Selbst Hannover-Trainer Mirko Slomka pflichtete dem Werder-Coach bei. „Wir waren heute sicher ein glücklicher Sieger. Nach dem 2:0 haben wir den Faden verloren, Werder hat Druck aufgebaut und sehr flexibel und kreativ nach vorne gespielt. Der Druck wurde nach der Halbzeit noch verstärkt. Das 2:2 war der Verdienst einer starken Bremer Mannschaft." Während Slomka sicher gerne auf die Anfangsphase des Spiels schaut, so war das die schwächste Phase im Spiel des SVW. „Da hat man gesehen, was eine Länderspielpause bewirken kann, wenn man eine ganz neu formierte Mannschaft hat. Wir brauchten rund 20 Minuten, um uns zu finden. Leider wurden wir in dieser Zeit zweimal bestraft."

Klaus Allofs stellte der Mannschaft auch ein gutes Zeugnis aus, ärgerte sich allerdings über die Schlussphase. „Nach dem 2:2 haben wir zu offensiv agiert, ansonsten kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen, wir haben insgesamt ein sehr gutes Spiel gemacht. Allerdings sind wir, wie schon in Dortmund, nicht belohnt worden", so der Werder-Geschäftsführer. „Spielerisch stimmt es, der Wille passt auch, einzig fehlt uns das Quäntchen Glück. Aber das muss man sich erarbeiten. Die Mannschaft wird aber in der nächsten Zeit weiter reifen", so Allofs. „Wir haben in dieser Saison drei sehr gute Spiele gemacht, stehen aber schon zum zweiten Mal mit leeren Händen da." Und so bleibt festzuhalten: Die Leistung stimmte, das Ergebnis allerdings passte am Samstag noch nicht.

Aus der AWD-Arena in Hannover berichten Dominik Kupilas und Timo Volkmann