Respekt vor den eingeschworenen Düsseldorfern

Assani Lukimya, hier bei der Probefahrt mit dem neuen Golf 7, trifft am Sonntag auf seinen alten Klub aus Düsseldorf.
Profis
Donnerstag, 15.11.2012 // 13:03 Uhr

Luki, das erste Spiel nach Klaus Allofs geht ausgerechnet gegen Düsseldorf. Er verriet gestern, dass er 50 bis 60 Karten für Freunde und Bekannte besorgen musste, die er jetzt nicht mehr empfangen kann. Dir geht das anders, wie viele Karten musstest du denn besorgen?

Verteidiger Assani Lukimya kam in diesem Sommer aus Düsseldorf zum SV Werder Bremen. Mit großem Ehrgeiz kämpfte er sich zuletzt bis in Werders Startelf. Vor seinem ersten Heimspiel gegen den alten Klub am Sonntag, 18.11.2012, um 15.30 Uhr, sprach WERDER.DE mit dem 26-Jährigen.

Assani Lukimya: Also 60 waren es nicht (grinst). Klaus Allofs ist da in Düsseldorf die größere Nummer. Aber 25 Tickets musste ich auch kaufen. Da wird einiges los sein am Wochenende. Ich bin ja noch hier und freue mich, nach der Partie den einen oder anderen auch persönlich sehen zu können.

Das wird aber stressig im Hause Lukimya, deine Freundin ist ja hochschwanger. In gut einem Monat soll es so weit sein.

Stimmt, der berechnete Termin ist der 23. Dezember. Es wäre aber schön, wenn es ein bisschen früher wird. Dann könnten wir vielleicht schon gemeinsam um den Weihnachtsbaum sitzen. Außerdem muss sonst unsere Tochter auch immer die Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke gleichzeitig auspacken.

Werden denn die Düsseldorfer Luki-Fans, dich auch in der Startelf bejubeln können? Die Vorzeichen stehen nicht schlecht. Zuletzt hast du dich in die Erstbesetzung gekämpft.

Ich hoffe es sehr. Das würde mir viel bedeuten. Ich habe aus diesem Ziel, dass ich mich hier durchsetzen möchte, nie ein Geheimnis gemacht. Dafür habe ich sogar die Einladungen zur Nationalmannschaft sausen lassen. Gegen Schalke habe ich das Vertrauen des Trainers bekommen. Jetzt möchte ich das in dieser Trainingswoche bestätigen. Ich würde mich sehr gern hier weiter etablieren.

Im Spielertunnel wirst du dann einigen bekannten Gesichtern begegnen.

Das ist schon eine kuriose Geschichte: Aus Düsseldorf hörst du den ganzen Sommer, dass sie einen Neuzugang nach dem anderen holen, dass sie die Mannschaft auswechseln. Ich glaube, es gab 15 oder 16 Neuzugänge. Aber zuletzt hatten es nur zwei neue Spieler in die Startelf geschafft. Am letzten Wochenende stand mit einer Ausnahme die gleiche Viererkette auf dem Platz, in der ich auch gespielt habe.

Spricht das gegen die Einkaufspolitik?

Nein, Düsseldorf hat mit Wolf Werner einen sehr erfahrenen und sehr guten Manager, der genau weiß, was er macht. Es spricht vielmehr für die große Stärke der Düsseldorfer, für ihren Zusammenhalt, für die eingeschworene Gemeinschaft, die auch den Aufstieg geschafft hat. Da ist es auch schwer für jeden Neuen. Das dürfen wir auf keinen Fall unterschätzen. Da kommt eine Gruppe, die ein gemeinsames Ziel hat, die werden uns 90 Minuten nicht in Ruhe lassen.

Mit wem hast du denn noch besonders guten Kontakt?

Da will ich gar keinen herausheben. Ich verstehe mich mit allen ganz gut. Meine Freundin ist ja eine gebürtige Düsseldorferin und trifft sich hin und wieder noch mit anderen Spielerfrauen der Fortunen. Auch ich bin immer mal wieder da und habe auch schon in dieser Saison in der Kabine vorbeigeschaut. Vor allem mit dem Physio-Team habe ich noch sehr gute Beziehungen. Aber Düsseldorf ist ja auch immer außerhalb des Fußballs eine Reise wert - eine sehr schöne Stadt.

Nicht so schön war es letztes Wochenende auf Schalke, wo ihr euch wieder für eine ansprechende Leistung nicht belohnt habt.

Das ist richtig. Wir haben es zum wiederholten Male nicht geschafft, den K.O.-Schlag zu setzen, obwohl die Chancen nach dem 1:0 da waren. Und in der Defensive dürfen wir uns auch mal nicht zu schade sein, die Kugel einfach auf die Tribüne zu kloppen, wenn es die Situation erfordert. Ich weiß, wir sind eine spielerisch starke Mannschaft, aber manchmal muss man eben zu anderen Mittel greifen. Leider war das nicht das erste Spiel, in dem wir auf diese Weise die Punkte liegen gelassen haben. Aber es gab auch viele positive Dinge auf Schalke!

Welche waren das?

Wir haben auf dem Platz gespürt, wie schwer wir es den Schalkern gemacht haben. In der Defensive standen wir eigentlich sehr gut. Die Viererkette wurde super von den Vorderleuten unterstützt. Doch aus zwei Fehlern macht der Gegner in der Bundesliga eben zwei Tore.

Das Interview führte Michael Rudolph

 

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