Verantwortung tragen - Auf und neben dem Platz

Aaron Hunt fühlt sich sichtlich wohl mit seiner gewachsenen Verantwortung im Team der Grün-Weißen.
Profis
Freitag, 09.11.2012 // 12:46 Uhr

Für Aaron Hunt hätten die ersten zehn Bundesliga-Spieltage kaum besser laufen können: Der 26-Jährige ist mit fünf Treffern und zwei Torvorlagen Topscorer der Grün-Weißen, harmoniert im ...

Für Aaron Hunt hätten die ersten zehn Bundesliga-Spieltage kaum besser laufen können: Der 26-Jährige ist mit fünf Treffern und zwei Torvorlagen Topscorer der Grün-Weißen, harmoniert im neuformierten Werder-Mittelfeld bestens mit Arnautovic, Elia & Co. und trägt nach dem Verletzungsausfall von Kapitän Clemens Fritz seit drei Spielen auch die Kapitänsbinde am Arm. Vor dem Spiel bei Schalke 04 am Samstag, 10.11.2012, (ab 15.15 Uhr im Liveticker auf WERDER.DE) sprach Hunt über die Chancen in Gelsenkirchen, prägende Führungsspieler beim SVW und seine gestiegene Verantwortung in der Mannschaft.

Werder hat mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen wieder zurück in die Erfolgsspur gefunden. Welche Gründe sind ausschlaggebend für den deutlichen Formanstieg nach dem 1:3 in Augsburg?

Im letzten Auswärtsspiel gegen Fürth war mehr drin als das Unentschieden und gegen Gladbach war unsere Leistung sehr gut. Daher haben wir die Punkte, die wir geholt haben, verdient, auch wenn gegen Mainz sicherlich ein bisschen Glück dabei war, das wir in Fürth nicht hatten. Das Spiel gegen Gladbach hat uns geholfen, weil wir gesehen haben, was wir spielen können.

Du selbst, so scheint es, befindest dich derzeit in der Form Ihres Lebens. Du bekommst glänzende Kritiken und trafst beim 2:1-Sieg gegen Mainz doppelt. Wie kommt es zu dieser Leistungsexplosion?

Ich glaube, ich bin gar nicht in der Form meines Lebens, so hoch würde ich das nicht hängen. Ich fühle mich im Moment mit meiner Rolle auf dem Platz wohl und profitiere natürlich davon, dass die Mannschaft sich in einer guten Form befindet und gut funktioniert. Davon profitieren auch andere, nicht nur ich.

Du bist inzwischen auch in Vertretung des verletzten Clemens Fritz Kapitän und waren gegen Mainz mit Ihren gerade einmal 26 Jahren der älteste Werder-Spieler auf dem Platz. Spürst du als erfahrener Spieler eine besondere Verantwortung, die dich beflügelt?

Es ist nicht so, dass es mich zusätzlich motiviert, Kapitän zu sein. Wenn man ein Bundesligaspiel hat, ist man immer genügend motiviert.

Du spielst seit acht Jahren Bundesliga in Bremen und hast in der Zeit im Mittelfeld u.a. mit Führungsspielern wie Frings, Özil, Diego, Baumann oder Borowski gespielt. Jetzt bist du selbst in der Verantwortung. Gab es einen Mitspieler bei Werder, der dir am meisten imponiert hat und dich besonders unterstützt hat?

Johan Micoud war für mich vom spielerischen und von seiner Persönlichkeit her der Beste, mit dem ich hier gespielt habe. Als junger Spieler versucht man schon, sich bei einem solchen Spieler einiges abzuschauen und ich habe sicherlich viel gelernt von ihm.

Wie bringst du dich selbst in die Mannschaft ein? Was erwartet der Trainer von dir?

Der Trainer erwartet von mir, dass ich Verantwortung übernehme, sowohl auf, als auch außerhalb des Platzes. Das sind aber Sachen, die ich selbst von mir erwarte, weil ich lange genug dabei bin.

Vor der Saison gab es einen großen Umbruch im Kader. Wie beurteilst du die Entwicklung der radikal neu formierten Werder-Mannschaft? Was beläuft bereits gut, wo hapert es noch?

Was gut läuft, ist die Offensive, da sind wir sehr flexibel und haben viele Spieler, die Torgefahr entwickeln. Woran es hapert sind die Gegentore, wir haben zu viele und zu einfach Gegentore bekommen.

Werder steht derzeit in der Tabelle auf Platz 7. Sind das in etwa die Regionen, in der die Mannschaft auch anzusiedeln ist oder ist in dieser Saison auch mehr und damit die Rückkehr nach Europa möglich?

Wir wollen so schnell wie möglich wieder international spielen. Wenn es diese Saison klappt, wird sich da niemand gegen wehren. Aber wir wissen auch, dass alles eng beieinander ist in der Tabelle, sowohl nach oben, als auch nach unten und mit zwei Niederlagen ist man wieder auf dem 12. oder 13. Platz.

Am Samstag geht es zum Tabellen-Zweiten Schalke 04. In den letzten beiden Jahren gab es dort zwei heftige Klatschen (0:4 und 0:5), jeweils nach einer Raul-Gala. Wie froh bist du, dass der Spanier nicht für Schalke spielt? Was ist für Werder drin?

Ob Raul da spielt oder nicht ist uns egal. In der Vergangenheit haben wir auf Schalke nicht so gut gespielt, aber das ist sicherlich auch eine Extra-Motivation für uns, es besser zu machen. Ich glaube, wenn wir alle unser Potenzial abrufen, sind Punkte für uns drin.

Erschienen auf bundesliga.de