Ansehnlicher Fußball und Spaß ... aber zu wenig Punkte - das Hinrunden-Fazit

Die Mannschaft bedankt sich nach dem Spiel gegen Nürnberg bei den Fans für die tolle Unterstützung in der Hinserie.
Profis
Sonntag, 16.12.2012 // 21:45 Uhr

Der SV Werder war am Sonntag das spielbestimmende Team, hatte 26 Torschüsse, fast 64 Prozent Ballbesitz und Chancen, die für zwei Heimsiege gereicht hätten. Am Ende stand gegen den 1. FC Nürnberg aber nur ein 1:1-Unentschieden, weil die Grün-Weißen auch am dritten Advent wieder einmal kein Profit aus ihrer Überlegenheit schlagen konnten. Viel Aufwand, (zu) wenig Ertrag -  ein Spiegelbild der gesamten Hinrunde.

„Wir hatten gefühlt 54.000 Großchancen, aber das ist das altbekannte Leid, dass uns einfach die Cleverness vor dem Tor fehlt und wir zu viele Möglichkeiten auslassen", haderte Torschütze Nils Petersen. „Dass wir wahnsinnigen Aufwand betreiben, uns viele Chancen herausspielen, aber nicht treffen und uns dadurch konsequent einen Vorteil erspielen, verfolgt uns schon die gesamte Hinrunde", sah Cheftrainer Thomas Schaaf in der Partie ein Sinnbild für die Halbserie an deren Ende für den SV Werder 22 Punkte und Platz zwölf zu Buche stehen.

Das Fazit der ersten 17 Spieltage fiel dennoch überwiegend positiv aus, wohlwissen, dass noch viel Arbeit wartet. „Mit dem Tabellenstand sind wir natürlich nicht zufrieden", konstatierte Nils Petersen. „Aber wir spielen attraktiven Fußball, die Fans haben Spaß, wenn sie ins Stadion kommen und auf diese Mannschaft lässt sich aufbauen, weil es noch viel Steigerungspotential gibt." Das sieht auch Vizekapitän Aaron Hunt so: „Ich blicke insgesamt positiv auf die Hinrunde zurück. Wir haben im Sommer einen großen Umbruch vollzogen, haben viele neue Spieler dazubekommen und haben eine sehr junge Mannschaft. Da ist es klar, dass noch nicht alles klappen kann. Aber wir haben mit unseren Leistungen gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

Ebenfalls vorweihnachtlich-harmonische Worte hatte Cheftrainer Thomas Schaaf für sein Team parat: „Das, was die Mannschaft gezeigt hat, war gut und hat Spaß gemacht. Es tut mir für die Jungs leid, dass sie zu wenig Bestätigung in Form von Punkten dafür bekommen hat. Wir haben einfach zu wenig Punkte geholt, die Mannschaft hätte häufiger einen Sieg verdient gehabt. Aber wir müssen insgesamt noch präsenter sein, effektiver werden, dann haben wir auch in der Tabelle eine bessere Situation." Dieser Aussage des Coaches pflichtete Sebastian Mielitz bei: „Am Ende stehen einfach zu wenige Punkte auf dem Konto für das Potential, was in der Mannschaft steckt." Die Winterpause kommt für die Nummer Eins aber genau richtig: „Da haben wir die Möglichkeit, Zeit mit der Familie zu verbringen und abzuschalten. Wir müssen jetzt die Köpfe frei bekommen, dann bin ich mir sicher, dass wir im nächsten Jahr besser auftreten. Die Fans können sich auf eine atemberaubende Rückrunde freuen."

Auf die Rückrunde blicken die Grün-Weißen „sehr optimistisch. Wir haben die Situation, dass in der Tabelle alle Mannschaften sehr eng beieinander stehen. Wir müssen aber zusehen, dass wir im neuen Jahr konsequent gute Ergebnisse erzielen und nicht nur Lob und Dank ernten. Dafür wäre es wichtig, die Tore zu machen. Da müssen wir uns steigern und das haben wir für die Rückrunde auf dem Zettel", so Thomas Schaaf. „Es ist alles eng zusammen. Wenn wir in der Rückrunde zwei, drei Spiele gewinnen, dann geht es wieder schnell nach oben. Das ist überhaupt kein Thema", weiß Marko Arnautovic. Und wenn Werder „in der Rückrunde die Punkte ergattert, die wir in der Hinrunde liegengelassen haben", so Petersen, dann können auch die gesteckten Ziele noch erreicht werden.

„Wir wollten durch einen Sieg gegen Nürnberg wieder ein Stück näher dran kommen an die oberen Plätze. Aber wir sind auch jetzt nicht weit weg und unser Ziel bleibt das internationale Geschäft. Wir werden jetzt nicht aufgeben, nur weil wir vier Punkte Rückstand haben. Wenn wir in der Rückrunde mehr Punkte holen, dann ist das realistisch", zeigt sich Aaron Hunt kämpferisch.

Aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas, Timo Volkmann und Yannik Cischinsky