"Nicht 100, sondern 1.000 Prozent - dann klappt es auch"

Eljero Elia ist mit seiner Hinrunde nicht zufrieden, weiß aber genau, was er ändern muss
Profis
Mittwoch, 09.01.2013 // 11:09 Uhr

Als Eljero Elia zur Interviewrunde in den Presseraum des „Gloria Serenity Resort" kommt und sich in seinen Sessel setzt, wirkt der Außenstürmer sehr ernsthaft. Die Müdigkeit, die durch die intensiven ...

Als Eljero Elia zur Interviewrunde in den Presseraum des „Gloria Serenity Resort" kommt und sich in seinen Sessel setzt, wirkt der Außenstürmer sehr ernsthaft. Die Müdigkeit, die durch die intensiven Trainingseinheiten hervorgerufen wird, dürfte ein Grund dafür sein, dass das Lachen schwer fällt. Vor allem aber die eigene Hinrunde stimmt „Elli" unzufrieden. „Natürlich bin ich damit nicht zufrieden", so der Holländer, der in allen 17 Spielen in der Startformation der Grün-Weißen stand. „Ich habe keine wichtige Rolle gespielt für meine Mannschaft. Ich habe zwar viel nach hinten gearbeitet, aber ich muss auch für mehr Gefahr nach vorne sorgen", weiß der 26-Jährige.

„Ich habe schon als kleiner Junge Spaß daran gehabt, Tore zu machen. Aber wenn ich dann auf meine Statistik gucke und da stehen null Tore sowie zwei oder drei Vorlagen, dann ist das scheiße", so Elia. Den Kopf in den Sand zu stecken, kommt für ihn aber nicht in Frage. Im Gegenteil: Elia gelobt Besserung. „Viele glauben, dass das Problem darin liegt, dass ich davor ein Jahr lang nicht gespielt habe. Ich sehe das nicht so. Ich erwarte viel von mir, weil ich weiß, dass ich das kann. In so einer Situation muss man dann gucken, was man in seiner Freizeit machen kann, um das zu ändern." Elia hat deshalb in Holland mit Mixed Martial Arts (MMA), einer Kampfsportart begonnen - in Abstimmung mit Werder Bremen versteht sich.

Dass die Fans mit den Leistungen des Holländers nicht zufrieden sind, kann er angsichts der Torlosigkeit gut verstehen. „Die haben recht, wenn sie sagen, dass mehr von mir kommen muss. Die Fans zahlen viel Geld für ein Ticket, zahlen viel Geld um einen guten Elia zu sehen, deshalb haben die immer recht. Ich versuche immer alles zu geben und muss hart arbeiten, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. In der Rückrunde möchte ich das besser umsetzen, aber da reichen nicht 100 Prozent, ich muss 1.000 Prozent geben. Ich bin hungrig, ich will immer Erfolg haben und das fängt mit harter arbeitet an."

Angst - bei den hohen Ansprüchen an sich - selber zu verkrampfen, hat Elia aber nicht. „Ich bleibe locker, weil ich weiß, was ich kann. Ich weiß, dass jeder Gegner Schwierigkeiten hat, gegen mich im Eins gegen Eins zu bestehen." Dabei kommt es Werders Nummer 11 gar nicht nur darauf an, endlich das erste Bundesliga-Tor für den SVW zu erzielen. „Ich will nicht unbedingt einen Treffer schießen. Ich will gut spielen." Elia weiß aber auch, dass das eine mit dem anderen zusammenhängt: „Wenn ich gut spiele, dann kommen die Chancen von alleine. Das habe ich auch am Montag gegen Trabzonspor gesehen - da bin ich wieder in den Strafraum gekommen, konnte meine Schnelligkeit ausspielen, habe mich im 1:1 durchgesetzt und Torabschlüsse gehabt."

Die gute Leistung im ersten Spiel des Jahres bestätigt auch Thomas Schaaf: „Er war sehr effektiv, sehr aktiv, hat gut vorbereitet und war gut im Spiel drin", freut sich der Cheftrainer, in dessen Augen Elia in den Bewertungen zu schlecht weggekommen ist. „Elli steht für eine gewisse Qualität. Davon hat er in der Hinrunde auch schon viel gezeigt." Dennoch hätte Schaaf nichts gegen eine Leistungssteigerung im zweiten Saison-Abschnitt einzuwenden: „Natürlich würden wir uns freuen, wenn er noch zulegen würde und ich glaube, das ist auch möglich."

aus Belek berichtet Dominik Kupilas