Rückkehrer Ekici: "München wird kein Urlaub, wir sind zum Arbeiten dort"

Trainingsarbeit am Mittwoch: Mehmet Ekici ist nach vielen Verletzungen seit einiger Zeit wieder regelmäßig dabei.
Profis
Mittwoch, 20.02.2013 // 18:37 Uhr

60 Bundesliga-Spiele hat Werders Mehmet Ekici mittlerweile auf dem Konto. Doch keines davon bestritt der gebürtige Münchner für seinen Heimatverein FC Bayern. Zehn Jahre spielte der Mittelfeldmann bei den Rot-Weißen, durchlief dort ab der F-Jugend alle Jugendmannschaften und kratzte an einer Kadernominierung bei den Profis, ehe er über ein Leihgeschäft mit dem 1. FC Nürnberg schließlich an der Weser landete. Am Samstag geht es für "Memo" zurück in die Heimat, denn der SV Werder tritt um 15.30 Uhr beim Rekordmeister an. Vor seiner Rückkehr an die Isar sagt Ekici: „München wird kein Urlaub, wir sind zum Arbeiten dort."

Dabei weiß der türkische Nationalspieler um die Stärke des unangefochtenen Spitzenreiters. Umso wichtiger sei es deshalb, dass „wir uns in München nicht verstecken. Wir wollen mitspielen, aggressiv sein und Gas geben. Wenn wir uns zurückziehen und die Bayern machen lassen, dann werden wir es ganz schwer haben, aber wenn wir von der ersten Sekunde an hellwach sind und uns zeigen, können wir auch Punkte aus München entführen."

Ekici, der über weite Teile seiner Zeit in Bremen zwischen Startelf und Reservebank pendelte, stellt seine Qualitäten seit dem Nordderby in Hamburg immer mehr unter Beweis. Doch von einem Stammplatz möchte der 22-Jährige selbst nicht sprechen. „Bei uns hat keiner einen Stammplatz. Der Konkurrenzkampf im Team ist sehr groß. Ich darf mich nicht ausruhen. Entsprechend trete ich auch im Training auf", so Ekici, der seit Wochen regelmäßig bei den Einheiten dabei sein kann. „Es war keine einfache Situation für mich. Als ich nach Bremen gekommen bin, war ich verletzt. Zu Beginn dieser Saison hat mich dann leider wieder eine Verletzung rausgebracht. Zwischendurch hatte ich immer mal wieder Probleme. Aber ich habe mich nicht hängen lassen, sondern immer positiv nach vorne geschaut. Dafür wurde ich die letzten Wochen belohnt. Das werde ich weiterhin tun", äußert sich Werders Nummer zehn, der seit seinem Wechsel immer und immer wieder mit Verletzungssorgen zu kämpfen hatte.

Nachdem Ekici nun seit einiger Zeit verletzungsfrei ist, feierte er seinen persönlichen Form-Höhepunkt beim letzten Auswärtsspiel in Stuttgart. Mit seinem ersten Doppelpack im Fußballoberhaus hatte er maßgeblichen Anteil am 4:1-Erfolg am Neckar. „Ich ruhe mich nicht auf diesen beiden Toren aus. Ich war froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte. Das war ein schöner Erfolg", blickt der Nationalspieler zurück.

Wirft der Standardspezialist seinen Blick auf Samstag voraus, darf er sich einer großen Unterstützung sicher sein. „Meine Familie und meine Freunde werden die Partie live in der Arena gucken und mich sowie das Team anfeuern. Meine Eltern und meine Schwester versuchen, so oft wie möglich im Weser-Stadion zu sein. Es ist schön, dass sie diesmal nicht so weit fahren müssen", sagt Ekici mit einem Lächeln.

In München kommt es für den Mittelfeldakteur nicht nur mit seiner Familie und seinen Freunden zu einem Wiedersehen, auch auf zwei ehemalige Teamkollegen des FC Bayern freut sich „Memo": „Ich habe zu David Alaba und Diego Contento regelmäßig Kontakt. Mit Diego habe ich seit der F-Jugend meine komplette Jugendzeit bei den Bayern verbracht. Wir spielen häufig online auf der Play Station gegeneinander."

Doch trotz aller persönlichen Hintergründe möchte Mehmet Ekici die Partie gegen die Bayern nicht allzu hoch hängen. „Wir dürfen daraus jetzt kein Weltwunder machen. Wir müssen das Spiel wie jedes andere angehen."

von Timo Volkmann