Nach Rückkehr: De Bruyne bekennt sich zu Werder

Erklärte die Schlagzeilen der letzten Tage bei seiner Ankunft am Mittwoch vor den Medienvertretern: Kevin De Bruyne.
Profis
Mittwoch, 17.10.2012 // 17:51 Uhr

Er ist der Shootingstar der belgischen Nationalmannschaft, bisher Werders bester Torschütze, aber die Schlagzeilen beherrschte Kevin de Bruyne in Deutschland nicht etwa wegen seines starken Einstands an der Weser. In zwei Interviews mit belgischen Medien waren kritische Äußerungen wiedergegeben und anschließend in der deutschen Presse auf die Goldwaage gelegt worden.

Seine Rückkehr nach einem neuntägigen Aufenthalt bei der belgischen Nationalmannschaft nutzte der 21-Jährige am Mittwoch, um in Bremen noch einmal öffentlich Stellung zu beziehen, nachdem die Situation ja bereits telefonisch und heute auch noch einmal persönlich mit Geschäftsführer Klaus Allofs und Cheftrainer Thomas Schaaf geklärt war. De Bruyne fiel es nicht schwer, ein klares Bekenntnis für Werder abzugeben. „Für mich war das sehr frustrierend zu lesen, was aus diesen Interviews gemacht wurde. Für mich zählt, dass das Team absolut hinter mir steht und ich mich voll zu meiner Mannschaft bekenne. Es gibt keinerlei Probleme zwischen mir und Werder und ich hoffe, dass die Fans das genauso aufnehmen werden. Ich kann verstehen, dass einige etwas irritiert waren, aber ich denke, sie akzeptieren mich als Spieler. Das Wichtigste ist für mich, dass sie sehen, dass ich auf dem Platz alles gebe. Ich hoffe, dass die Fans mir ihr Vertrauen geben. Werder ist meine Chance."

De Bruyne weiter: „Ich habe Dinge dumm formuliert. Dann entstand auch eine Reihe von Missverständnissen. Ich habe nie gesagt, dass ich froh bin, nur ein Jahr in Bremen unterschrieben zu haben. Ich habe gesagt, dass ich froh bin, bei Werder unterschrieben zu haben, da sie mir die Chance geben, viel zu spielen. Ich habe auch gesagt, dass Chelsea mein Arbeitgeber ist und dass sie Werder klargemacht haben, dass ich nur ein Jahr hierbleiben kann. Im Interview haben sie nicht den vollständigen Satz wiedergegeben."

Ganz besonders wurmte ihn die Darstellung, dass er Vorbehalte gegen die deutschen Kollegen haben würde. „Wenn das so wäre, hätte ich doch jeden Tag schlechte Laune in Deutschland und könnte nicht meine Leistung auf dem Platz bringen", so De Bruyne, der sich an dieser Stelle ein Lächeln nicht verkneifen konnte. „Ich habe keinerlei Probleme mit den Jungs. Auf den Auswärtsfahrten bin ich mit Nils Petersen auf einem Zimmer. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu ihm, er ist ein sehr netter Kerl." Positiv spricht De Bruyne auch über Werders sportliche Leitung: „Ich habe nach den Veröffentlichungen sofort mit Thomas Schaaf telefoniert, wir hatten die gleiche Einschätzung. Auch mit Klaus Allofs verstehe ich mich gut. Wir haben in dem Gespräch heute auch gelacht und Scherze gemacht, da gibt es keine Probleme."

Auch mit der Darstellung, er würde sich nicht für die deutsche Sprache interessieren, räumte er auf. „Es stand in der Zeitung, dass ich kein Deutsch lerne. Ich weiß, dass es deshalb Irritationen gab. Aber das stimmt so nicht. Ich lerne Deutsch, aber mir fällt es verdammt schwer. Dennoch bin ich soweit, dass ich 90 Prozent verstehe, das hat sich schon verbessert. Ich werde das aber künftig zusammen mit meiner Freundin intensivieren und Unterricht nehmen."

Apropos Freunde und Familie, die Integration von Kevin De Bruyne ist längst nicht abgeschlossen. Das weiß auch der Mittelfeldspieler und freut sich auf die nächsten Schritte. „Das kommt alles nach und nach. Ich denke es ist normal, dass man am Anfang neu ist, nicht genau weiß, was man mit seiner Freizeit anfangen soll, seine Freunde vermisst. Ich hatte bis jetzt immer meine Familie und Freunde um mich. Das war in Bremen zunächst nicht so. Jetzt aber wohnt meine Freundin bei mir und wir werden sicher einige Dinge hier unternehmen", so De Bruyne, der jedoch noch heißer auf den nächsten Bundesliga-Auftritt ist. „Ich muss mich etwas erholen, da ich zwei anstrengende Spiele hatte. Aber ich werde alles tun, um am Samstag voll fit zu sein, damit wir die drei Punkte gegen Gladbach holen."