Ärgernis des Spiels: "Nehmen hier leider nichts mit"

Prödl, Sokratis und Co. zeigten sich mit den Dortmunder Borussen auf Augenhöhe, das Spiel konnten sie trotzdem nicht gewinnen.
Profis
Samstag, 25.08.2012 // 01:40 Uhr

Sie empfanden die Niederlage als „bitter", waren „sehr enttäuscht", „zutiefst verärgert" und standen am Ende „mit leeren Händen" da. Die Werder-Profis machten in 90 aufreibenden Minuten im Signal Iduna Park vieles richtig, ...

Sie empfanden die Niederlage als „bitter", waren „sehr enttäuscht", „zutiefst verärgert" und standen am Ende „mit leeren Händen" da. Die Werder-Profis machten in 90 aufreibenden Minuten im Signal Iduna Park vieles richtig, zeigten sich mit dem Doublesieger der Vorsaison auf Augenhöhe, erzielten selbst einen Treffer und waren einem Punktgewinn in Dortmund sehr nahe. Doch Mario Götze machte mit dem 2:1-Siegtreffer drei Minuten nach seiner Einwechslung alle grün-weißen Hoffnungen zunichte.

„Wir haben mutig nach vorne gespielt und dem BVB alles abverlangt. Es haben das Quäntchen Glück und die Kaltschnäuzigkeit gefehlt. Bei denen geht der Ball mit dem Pfosten rein und bei uns wieder heraus. Jetzt stehen wir mit leeren Händen da", war Mannschaftskapitän Clemens Fritz frustriert.

Der Auftakt in die 50. Bundesliga-Saison verlief für den SV Werder verheißungsvoll, nur das Ergebnis wollte noch nicht in grün-weißen Farben leuchten. Auch Zlatko Junuzovic, der 90 Minuten lang jeden noch so kleinen Winkel auf dem eine Woche alten Dortmunder Rasen beackerte, zeigte sich nach Spielende niedergeschlagen. „Wir sind sehr enttäuscht. Wir haben den BVB zwar richtig gefordert, uns selbst aber für eine gute Leistung nicht belohnt, weil wir vor dem Tor nicht effektiv genug waren. Daher ist diese Niederlage sehr bitter", so der 24 Jahre alte österreichische Nationalspieler. Ähnlich erging es auch Theodor Gebre Selassie. Der Tscheche erzielte in der 75. Spielminute den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Sein erstes Tor im ersten Bundesliga-Einsatz. Doch Freude darüber wollte nicht so recht aufkommen. „Wir müssen mehr Tore machen. Das war heute das Problem. Über den Treffer freue ich mich natürlich, es bringt aber nichts, wenn wir am Ende nichts Zählbares erzielen konnten."

Dabei zeigten sich die Grün-Weißen vor allem gegenüber dem Pokal-Aus in Münster formverbessert und blicken mit mehr Zuversicht an die zukünftigen Aufgaben in Deutschlands Eliteliga. „In Münster haben wir noch gedacht, dass wir das auch so schaffen. Heute sind wir dagegen an unsere Leistungsgrenze gegangen. Darauf lässt sich aufbauen", weiß Clemens Fritz. Werders Geschäftsführer Klaus Allofs möchte ebenfalls das Positive aus dem Dortmund-Spiel mitnehmen: „Wir spielen Fußball, um Punkte zu holen. Daher sind wir enttäuscht. Aber wenn man gesehen hat, dass wir die Dormtunder in Verlegenheit bringen konnnten, dann können wir positiv in die Zukunft schauen. Die Mannschaft hat ein gutes Spiel gemacht. Das kann man für die nächsten Spiele mitnehmen."

Etwas überraschend musste Nils Petersen zu Spielbeginn passen. „Rückenprobleme", wie Cheftrainer Thomas Schaaf ausmachte, waren der Grund dafür. So wurde die Bayern-Leihgabe im zweiten Spielabschnitt eingewechselt. Doch die knappe Niederlage konnte auch der Werder-Angreifer nicht verhindern. „Wir sind mit dem Gefühl hier her gekommen, unbedingt gewinnen zu wollen. Das haben wir durch die gute Leistung in der ersten Halbzeit und spätestens mit dem 1:1 untermauert. Es ärgert uns zutiefst, dass wir noch das 1:2 kassiert haben. Das hat uns um den Lohn der Arbeit gebracht. Wir können auf dieser Leistung aufbauen. Wir haben viel Lärm gemacht, hinten wenig zugelassen. Das zeugt von großer Qualität, gerade in Dortmund so aufzutreten. Wir müssen jetzt die Köpfe oben behalten und freuen uns auf das Nordderby. Da werden wir die gute Leistung in Punkte ummünzen", möchte auch Petersen optimistisch an die kommenden Aufgaben herangehen.

Für Eljero Elia, der unter der Woche wegen einer Fußprellung nur eingeschränkt mittrainieren konnte, war der Auftritt der Grün-Weißen sogar für „viele Zuschauer überraschend. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Normalerweise nimmst du auswärts was mit, wenn du so spielst. Das muss uns für die Saison Selbstvertrauen geben. In der ersten Halbzeit muss ich das Tor machen, darüber ärgere ich mich sehr, dass ich die Chance ausgelassen habe. Das 1:1 müssen wir dann halten." Werder-Coach Thomas Schaaf dazu: „Man muss beiden Mannschaften ein Kompliment machen. Wir haben lange auf den Start gewartet. Das heute war ein schöner Rahmen, beide Teams haben dazu beigetragen, dass der Appetit auf die Bundesliga weiter anhält. Es war eine tolle Partie. Es ging hoch und runter. Leider nehmen wir nichts mehr, das ist das Ärgernis des Spiels."

Aus dem Signal Iduna Park berichten Timo Volkmann und Dominik Kupilas