Bargfredes doppeltes Glücksgefühl

Kann wieder den Turbo einlegen: Philipp Bargfrede ist nach über siebenwöchiger Pause zurück im Training.
Profis
Montag, 04.03.2013 // 18:38 Uhr

Am Sonntag feierte Philipp Bargfrede seinen 24. Geburtstag, doch das dickste Geschenk wartete erst einen Tag später auf den Bremer Mittelfeldmotor. Nach seinem Außenmeniskusriss und über siebenwöchiger Verletzungspause konnte er wieder mit der Mannschaft auf dem Platz stehen. Und hatte am allerersten richtigen Frühlingstag im Jahr gleich zweifach Spaß.

Strahlender Sonnenschein und das gemeinsame Kicken mit den Teamkollegen - für Bargfrede die perfekte Rückkehr nach wochenlangem Aufbautraining und individuellen Einheiten. „Auf jeden Fall ist es für mich ein doppelt schönes Gefühl an so einem Tag wie heute wieder auf den Platz zurückzukehren", freute sich Bargfrede. Auf diesen Moment hat er seit seiner Verletzung im Wintertrainingslager hingearbeitet. Während des Testspiels gegen den VfL Wolfsburg im Finale des Tuttur-Cups riss sich Bargfrede den Außenmeniskus, am Tag nach der Partie flog er umgehend zurück in die Hansestadt. Die Saisonvorbereitung war für ihn gelaufen, stattdessen musst er unter das Messer.

Dabei war der schon mehrfach von schwerwiegenden Verletzungen zurückgeworfene Profi zu Jahresbeginn abermals gerade erst ins Training zurückgekehrt. Achillessehnenprobleme verhinderten im November und Dezember jedgliche Arbeit mit dem Ball. Summa summarum vier Monate musste sich Bargfrede mit Kraft- und Aufbautraining begnügen. Eine harte Zeit - besonders dann, wenn es in der Mannschaft - wie zuletzt - nicht rund lief. „Allein zum Zuschauen verdammt zu sein ist hart, aber die letzten Wochenenden waren echt nochmal extra schwierig", blickt er auf seine Rolle als Tribünengast zurück.

Auf den Rängen zu sitzen und sich bewusst zu sein, der Mannschaft nicht helfen zu können, ist für jeden Fußballer eine harte Geduldsprobe. Seit dem 10. Spieltag stand Bargfrede nicht mehr im Kader, auf erst 133 Bundesliga-Minuten Einsatzzeit kommt er in dieser Spielzeit bisher. Doch die zwei Verletzungen will der defensive Mittelfeldspieler jetzt abhaken, er will noch einmal neu in die Saison starten.

Bei seinem Weg zurück ins Bundesliga-Team will Werders Nummer 44 aber nichts überhasten. Schon oft genug hat der 24-Jährige Rückschläge einstecken müssen und ist deshalb vorsichtiger geworden. „Es war mein allererstes Training. Das einzige Ziel kann jetzt nur heißen, wieder komplett fit zu werden. Alles Weitere wird sich ergeben", so der gebürtige Zevener. Zumindest den sonnigen Montag aber konnte Bargfrede in vollen Zügen genießen. Es war sein ganz persönliches nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Ein Geschenk an sich selbst.

Von Yannik Cischinsky