Akpala-Vorstellung: "Ich bin nicht Usain Bolt"

Am Donnerstag wurde der Transfer eingetütet, am Montag wurde Joseph Akpala offiziell auf einer Pressekonferenz vorgestellt.
Profis
Montag, 27.08.2012 // 18:28 Uhr

Eine „Bereicherung" (Schaaf) soll der Nigerianer mit belgischem Pass selbst für die Grün-Weißen darstellen. Entsprechend fiel auch das Statement von Geschäftsführer Klaus Allofs am Montag aus: „Wir sind überglücklich, dass Joseph jetzt ein Teil der Mannschaft ist. Wir haben bereits einige Jahre an diesen Transfer gearbeitet. Joseph ist das fehlende Mosaiksteinchen auf dem Weg zu einer erfolgreichen Saison."

Sie sind beide fast auf den Tag genau 26 Jahre alt. Sie sind beide schnell. Die 100 Meter läuft Joseph Akpala aber nicht in 9,58 Sekunden. Er hält auch keine drei Weltrekorde. So wie Usain Bolt. „Ich bin kein Leichtathlet, ich bin nicht Usain Bolt. Auf dem Feld kann ich sehr schnell laufen und den Ball gut halten. Ich liebe es, Fußball zu spielen und Tore zu erzielen", wollte Neuverpflichtung Joseph Akpala bei seiner offiziellen Präsentation am Montagmittag keine Parallelen zum jamaikanischen Superstar ziehen. Seine Konzentration gilt Werder Bremen mit dem „übergeordnetem" Ziel: „Etwas Großartiges erreichen!"

Seit seinem perfekten Transfer zum SV Werder verging die Werder-Welt für den Bremer Neuzugang wie im Zeitraffer. Donnerstag: Wechsel nach Bremen. Freitag: Bundesliga-Auftakt beim Doublesieger Borussia Dortmund - als Zuschauer. Samstag: Testspiel beim TSV Berndorf - ebenfalls als Zuschauer. Montag: Offizielle Vorstellung auf einer Pressekonferenz, Fototermin mit der Mannschaft und das erste Teamtraining. „Ich hatte noch nicht viel Zeit, die Stadt kennenzulernen. Die Mannschaft ist großartig. Ich wurde von meinen neuen Teamkollegen sehr freundlich aufgenommen. Sie machen es mir leicht, dass ich mich hier wohlfühle.", so Akpala, der sich nach seiner ersten Einheit bestätigt sah: „Auch auf dem Trainingsplatz herrscht eine gute Atmosphäre. Ich muss jetzt noch mehr die Abläufe des Teams verinnerlichen."

Dazu hat Akpala nun vier weitere Trainingstage Zeit, um vielleicht schon am Samstag wieder auch die Stimmung im Weser-Stadion aufzusaugen: „Ich war beeindruckt von der Atmosphäre in Dortmund. Nicht nur von den BVB-Fans, sondern auch von den Fans des SV Werder. Sie waren richtig laut, die Gesänge waren gut zu verstehen. Das war etwas Besonderes für mich, das ich so vorher nicht kannte. Im Stadion dachte ich, es wäre ein Heimspiel für Werder Bremen." Fit und bereit für Samstag sei der Stürmer. So sieht es auch Cheftrainer Thomas Schaaf: „Er hatte in Brügge eine lange Vorbereitung und hat in dieser Zeit intensiv trainieren können. Er verfügt über eine gute Fitness. Die körperlichen Voraussetzungen sind absolut vorhanden. Jetzt muss er uns nur noch auf dem Platz kennenlernen. Ich habe keine Zweifel, dass er das schnell umsetzen kann", so Schaaf.

Die schnelle Umsetzung erfolgt dann vielleicht schon gegen den HSV - mit der Nummer 19 auf dem Rücken. "Als ich meine Heimat Richtung Europa verlassen habe, war ich 19", äußert sich Akpala zur Wahl dieser Zahl, mit der er zukünftig auf Torejagd gehen möchte.

von Timo Volkmann