Luxussituation im Tor: Wiese nach Rotsperre zurück

Wird auch am Freitag beim FC Augsburg wieder den Bällen hinterherspringen: Werders Keeper Tim Wiese.
Profis
Mittwoch, 19.10.2011 // 17:02 Uhr

Tim Wiese ist wieder da! Kommt jetzt auch der Erfolg zurück? Zu Werders Bundesliga-Auswärtsspiel in Augsburg am kommenden Freitag, 21.10.2011, um 20.30 Uhr (ab 20.15 im Live-Ticker auf WERDER.DE), ist es nun wieder soweit: Tim Wiese wird in Augsburg nach abgelaufender Rotsperre „wieder ins Tor zurückkehren", wie Cheftrainer Thomas Schaaf bereits verriet.

Zuletzt hatten die Bremer aus drei Spielen drei Punkte geholt. „Ich war ja schon einmal gesperrt, von daher kannte ich diese Situation bereits. Ich habe in den letzten Spielen auf der Tribüne mitgefiebert. Jetzt werde ich in Augsburg wieder auf dem Platz stehen. Wir werden auf Sieg spielen", möchte der 29-Jährige mit seinem Team zurück in die Erfolgsspur.

Vorteil Wiese? 237 Bundesligaspiele stehen 12 von "Miele" gegenüber

Die Szene, die zum Platzverweis in Nürnberg geführt hatte, ist vergessen. Als letzter Mann wollte Wiese damals den Ball ablaufen, rutschte allerdings aus und wusste sich als Folge daraus nur noch zu helfen, indem er Nürnbergs Christian Eigler regelwidrig festhielt. Schiedsrichter Dr. Jürgen Drees pfiff die Aktion ab und stellte Werders Schlussmann mit Rot vom Platz. Drei Spiele musste Tim Wiese seither von der Tribüne aus mit ansehen, was seine „Vordermänner" auf dem Grün ohne ihn anstellten. Das Gefühl zu haben, nicht eingreifen zu können, war für den Nationalkeeper „komisch, da ich der Mannschaft nicht helfen konnte".

Dass Wiese nun also wie gewohnt das Bremer Tor hüten wird, hat zur Folge, dass Sebastian Mielitz ins zweite Glied rücken wird. „Für uns ist das eine gute Situation, denn wir sind auf der Torwartposition sehr gut besetzt. ‚Miele' hat das zuletzt hervorragend gemacht. Tim hat jedoch über die Jahre mehr nachgewiesen. Aber er weiß, dass er einen Konkurrenten hat", so Schaaf zur Luxussituation zwischen den grün-weißen Pfosten.

„Sebastian hat sich weiter entwickelt. Tim ist dagegen älter, verfügt über große internationale Erfahrung und hat mehrmals in der deutschen Nationalmannschaft gespielt. Das verschafft ihm natürlich einen Vorteil. Tim weiß aber, dass da jemand noch in der Hinterhand ist. Er kann sich also nicht zurücklehnen", sieht Werders Geschäftsführer Klaus Allofs im differenzierten Erfahrungsschatz beider Torhüter aktuell noch den Unterschied. So feierte Mielitz im Dezember 2009 gegen den 1. FC Köln sein Bundesligadebüt. Wiese hingegen bereits sieben Jahre früher, im Trikot der "Roten Teufel" aus Kaiserslautern. Allein für die Bundesliga gilt: 225 Bundesligaspiele hat Wiese mehr als sein Herausforderer auf dem Buckel.

In Augsburg soll die Null stehen

Auf die gemeinsame Zusammenarbeit mit dem 29-Jährigen freut sich bereits Naldo, der am 10. Spieltag erstmalig nach langer Zeit wieder mit dem Werder-Torwart von Beginn an auflaufen könnte. „Tim ist ein super Torwart, der schon sehr lange in der Bundesliga spielt. Ich hoffe, dass wir mit ihm in Augsburg zu null spielen", sagt Naldo.

Die Null soll in der „Fuggerstadt" also wieder stehen. Auch wenn es nach Clemens Fritz geht. „Es ist extrem wichtig, dass wir den Grundgedanken verinnerlichen, hinten dicht zu stehen und dann aus einer kompakten Defensive nach vorne kommen. Wir müssen uns damit die Leichtigkeit der vorherigen Spiele zurückarbeiten. Ich glaube an unsere Stärke", äußert sich Werders Kapitän.

von Timo Volkmann