Werder trifft am Dienstagabend auf Emmerlings Erfurter

Strebt in den nächsten zwei Jahren den Aufstieg mit seinen Rot-Weißen an: Coach Stefan Emmerling.
Clemens Fritz
Montag, 11.07.2011 // 13:44 Uhr

Nach dem sechstätigen Aufenthalt auf der Nordseeinsel Norderney inklusive der zwei Testspiele gegen Meppen und Midtjylland schlägt der Werder-Tross nun für ein Kurztrainingslager in der ...

Nach dem sechstätigen Aufenthalt auf der Nordseeinsel Norderney inklusive der zwei Testspiele gegen Meppen und Midtjylland schlägt der Werder-Tross nun für ein Kurztrainingslager in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt auf. Im Rahmen dessen treffen die Bremer zunächst am Dienstagabend, 19 Uhr, im Steigerwaldstadion auf den Drittligisten Rot-Weiß Erfurt. Bei einem Werderaner genießt die Partie einen besonderen Stellenwert. Der gebürtige Erfurter Clemens Fritz schnürte in seiner Jugendzeit bis 1997 und noch einmal von 1999 bis 2001 die Fußballstiefel für Rot-Weiß. Bereits Anfang 2007 traf Fritz mit seinen Bremern in einem Testspiel in Erfurt an. Eine Wiederholung des damaligen 5:2-Erfolgs würde sich sicherlich nicht nur Werders Verteidiger wünschen.
WERDER.DE stellt den Gegner vor.

Auf der "Pole-Position" liegend verpassten die Erfurter durch zwei Niederlagen am Saisonende den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Der Verein:

Seinen Vorgänger hat der FC Rot-Weiß Erfurt in dem am 25. Mai 1895 gegründeten Cricket Club Erfurt, der ein Jahr später in den SC Erfurt 1895 umbenannt wurde. Der SC Erfurt war 1900 Gründungsmitglied des Deutschen Fußball-Bundes und gilt als Pionier der Fußballbewegung in Thüringen. Bis weit in die 60er Jahre durchlief der Verein weitere Umbenennungen, ehe im Rahmen einer Neuordnung des DDR-Fußballs am 26.01.1966 Januar die Fußballabteilung seine Eigenständigkeit fand. Ziel dieser Umstrukturierung war die Gründung reiner Fußballclubs, um das Niveau der DDR-Oberliga zu heben.

Die Vergangenheit, die Gegenwart und der aktuelle Kader:

Ihre größten Stunden erlebten die Erfurter mit ihren beiden Aufstiegen in die 2. Bundesliga: In der letzten DDR-Oberliga-Saison 1990/1991 fanden sich die Rot-Weißen zur Überraschung aller auf Tabellenplatz drei wieder. Neben der direkten Qualifikation für die 2. Liga zog der FC sogar in den UEFA-Pokal ein. Die Freude dauerte jedoch kein Jahr, denn Erfurt wurde abgeschlagen Letzter und stieg in die Amateuroberliga ab. Im Europapokal scheiterten die Landeshauptstädter in der zweiten Runde an der europäischen Spitzenmannschaft Ajax Amsterdam.

Der zweite Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse gelang Erfurt am Ende der Saison 2003/04, als der Ex-Coach René Müller mit einer komplett neu aufgebauten Mannschaft nach zwölf Jahren die lang ersehnte Rückkehr schaffte. In der folgenden Spielzeit stellte Müller den Kader erneut radikal um, die zahlreichen Neuzugänge konnten die Erwartungen diesmal allerdings nicht erfüllen. Nach der Entlassung von Müller konnte Ján Kocian den Abstieg schließlich nicht mehr verhindern.

Zu Erfurts berühmtesten Spielern neben Clemens Fritz zählen Rekordspieler Jürgen Heun, Thomas Linke, der 43 Länderspiele für Deutschland bestritt und nach seiner Erfurter Zeit unter anderem das Trikot des FC Schalke 04 sowie FC Bayern München trug, Marco Engelhardt sowie der aktuell für den 1. FC Nürnberg spielende Albert Bunjaku.

Der Verein geht in der Spielzeit 2011/2012 in das siebte Drittligajahr in Folge. Insgesamt 14 Spieler haben RWE verlassen. Dem Sparzwang gehorchend kamen nur acht neue Spieler von außerhalb dazu, wobei besonders im Abwehrbereich nachgebessert wurde. Ansonsten wird der Kader für die neue Spielzeit mit Nachwuchsleuten aus der U 23, die in der Oberliga spielt, angereichert.

Clemens Fritz spielt am Dienstag bereits zum zweiten Mal im Werder-Trikot gegen seinen Heimatverein.

Der Trainer:

Seit dem 30. März 2011 hat Stefan Emmerling das Trainerzepter bei den Thüringern in die Hand genommen. Der Coach, der als Spieler unter anderem in Wattenscheid, Kaiserslautern und Duisburg aktiv war, strebt mit seinen Rot-Weißen bis zur Einweihung des neuen Stadions eine Kopie des Werdegangs von Eintracht Braunschweig, also den Gang in die Zweitklassigkeit, an.

Das Stadion:

Das aktuell 19.439 Zuschauer fassende Erfurter Steigerwaldstadion ist der Austragungsort dieser Partie. Am vergangenen Donnerstag gab der Erfurter Stadtrat "grünes Licht" für die neue Arena, die im Jahre 2013 fertig gestellt werden soll und insgesamt 22.000 Zuschauern Platz bieten wird. Nach jetzigem Vorverkaufsstand werden etwa 8.000 bis 9.000 Zuschauer das Spiel live miterleben. Damit werden zu diesem Testspiel mehr Zuschauer in den Fußball-Genuss kommen, als im Erfurter Ligalalltag (durchschnittlich bis max. 6.500 pro Spiel). „Am Tag nach dem Spiel bei RW Erfurt wird Werder noch ein Training im Steigerwaldstadion absolvieren. Alle Fans der Grün-Weißen dürfen es von der Haupttribüne aus kostenlos verfolgen. Auf diese beiden Highlights freuen wir uns ganz besonders", so Erfurts Pressesprecher Wilfried Mohren.

Übertragung:

Bewegtbildcontent gibt's für alle Abonnenten am Mittwochvormittag bei WERDER.TV in einer Zusammenfassung. Darüber hinaus bietet WERDER.DE wie gewohnt einen Live-Ticker (http://www.werder.de/liveticker/index.php) zum Spiel an, der auch mit dem Handy unter mobil.werder.de abgerufen werden kann. Ab 18.45 Uhr meldet sich die Redaktion aus dem Steigerwaldstadion.

von Timo Volkmann