FV Donaueschingen will sich "so teuer wie möglich verkaufen"

Ein FVD-Urgestein: Ranil Weerakkody (links) spielt seit zehn Jahren im Trikot der Südbaden.
Profis
Samstag, 16.07.2011 // 00:22 Uhr

„Raus aus dem Bus, rein in die Fußballschuhe" - Mit diesem Motto heißt der FV Donaueschingen auf seiner Homepage den Testspielgegner Werder Bremen am Sonntagabend, 15.07.2011, um 18.30 Uhr, ...

„Raus aus dem Bus, rein in die Fußballschuhe" - Mit diesem Motto heißt der FV Donaueschingen auf seiner Homepage den Testspielgegner Werder Bremen am Sonntagabend, 17.07.2011, um 18.30 Uhr, willkommen.

Denn die Grün-Weißen werden am Tag ihrer Ankunft im Südwesten Baden-Württembergs mit der Partie gegen den Verbandsligisten im Anton-Mall-Stadion ihre dritte und letzte Trainingslagerphase einläuten. Neben Werder haben in der Vergangenheit weitere prominente Bundesligisten ihre Visitenkarte in Donaueschingen abgegeben. Doch welchen Gegner dürfen die Bremer an diesem Tag erwarten? Wie ist der Kader bestückt und wer trainiert den Verbandsligisten? Diese und weitere interessante Fragen beantwortet WERDER.DE im Kurzportrait des FV Donaueschingen.

Das Toreschießen bereitet ihm die größte Freude: FVD-Torjäger Nico Benz.

Der Verein:

1920 wurde der FC Donaueschingen gegründet. Durch die Fusion des SV Donaueschingen mit den Sportfreunden Rot-Weiß Donaueschingen entstand 1972 der heutige FV Donaueschingen. Die Vereinsfarben sind blau und rot. Aktuell zählt der Verein 400 Mitglieder.

Die Vergangenheit, die Gegenwart und der aktuelle Kader:

Den zweifelsfrei größten Höhepunkt in der Vereinshistorie erlebte Donaueschingen 1996 mit dem Gewinn des Südbadischen Pokals, der dem Verein eine Spielzeit später sogar die Teilnahme am DFB-Pokal bescherte. In der ersten Hauptrunde trafen die Baden-Württemberger auf den 1. FC Köln. Gegen den haushohen Favoriten aus dem Rheinland hielten sie 50 Minuten lang ein 1:1, bevor die Kölner mit zwei weiteren Toren doch noch den Platz als Sieger verließen.

Der größte Erfolg außerhalb des Pokalwettbewerbs gelang dem Verein 1994, als man Meister der Verbandsliga Südbaden wurde und in die Oberliga Baden-Württemberg aufstieg. Bereits im Folgejahr musste der FV Donaueschingen als Tabellenletzter wieder den Gang eine Klasse tiefer antreten. 2009/2010 wurde der FV Donaueschingen in der Landesliga Südbaden souverän Meister und stieg somit in die Verbandsliga auf, in der sich der Klub nach wie vor hält. In der neuen Spielzeit haben die Südbadener eine hohe Spielerfluktuation zu verzeichnen. So verließen sieben Akteure den Verein. Mit überwiegend jungen Spielern aus unteren Klassen strebt Donaueschingen zukünftig den Klassenerhalt an.

Ehemalige Spieler:

Gleich vier ehemalige Bundesligaspieler trugen den Namen des Klubs über die Grenzen von Baden-Württemberg hinaus. So spielte Marvin Braun sechs Jahre lang beim FVD, ehe er 1990/1991 zum SC Freiburg in die 2. Bundesliga wechselte, bei dem er sowohl in der 1. als auch in der 2. Liga insgesamt 109 Spiele bestritt und 19 Tore erzielte. Ein weiterer Ex-Fußballprofi, der in Donaueschingen geboren wurde und dort in der Jugend aktiv war, ist Ali Günes. Er fand sein Glück später beim SCF sowie in der Türkei bei den Istanbuler Vereinen Fenerbahçe und Besiktas . In die Reihe ehemaliger Profis, die in Donaueschingen ihre Schuhe schnürten, gehört auch Markus Schuler. 1997/1998 spielte der jetzige Bielefelder eine Saison beim heutigen Verbandsligisten, ehe er von Fortuna Köln gesichtet wurde und über die Station FSV Mainz 05 schließlich in der Bundesliga bei Hannover 96 landete.

Den kuriosesten Werdegang legte wohl der Senegalese Souleyman Sané beim FVD hin. Der Ex-Nationalspieler kam im Jahre 1982 auf Grund seines Militärdienstes nach Deutschland, wo er in Donaueschingen stationiert war. Dort wurde er im selben Jahr auch beim damaligen Fünftligisten aufgenommen und wechselte von dort auf Leihbasis von 1983 bis 1984 zurück nach Frankreich zum Blagnac FC, um danach im Jahre 1985 zum SC Freiburg in die zweite Bundesliga zu wechseln. Sané spielte danach auch in Nürnberg und Wattenscheid und trug sich in 174 Bundesligamatches 51 mal in die Torschützenliste ein.

Reiner Scheu übernahm den FV Donaueschingen im Laufe der letzten Saison und rettete den Verein vor dem Abstieg.

Der Trainer:

Reiner Scheu übernahm den FVD im Frühjahr dieses Jahres und rettete die Mannschaft mit einer kleinen Erfolgserie vor dem Abstieg aus der Verbandsliga. Scheu, der die A-Lizenz besitzt, hat bereits Erfahrungen im höherklassigen Fußball gesammelt. So trainierte der 56 Jahre alte Coach den FC Villingen 08, mit dem er im DFB-Pokal gegen den FC St. Pauli antrat. Scheu hat auch im Jugendbereich für Aufsehen gesorgt, als er die Villinger A-Jugend 2008 sensationell in die Bundesliga führte. Mit „großer Vorfreude" sehnt sich der Donaueschinger Trainer der Partie gegen Werder Bremen entgegen. „Wir wollen uns natürlich so teuer wie möglich verkaufen und ein respektables Ergebnis erzielen. Zudem wollen wir zeigen, dass wir uns spielerisch weiterentwickelt haben", wird Scheu im „Südkurier" zitiert. Insgesamt hofft der Coach nicht auf die Wiederholung der 0:10-Testspielpleite gegen Borussia Dortmund vor einem Jahr. Eine Niederlage im einstelligen Bereich lautet also die Maxime.

Das Stadion:

Seine Heimspiele trägt der FV Donaueschingen im Anton-Mall-Stadion mit einer Kapazität von 5.000 Plätzen aus. Die Verantwortlichen rechnen auf Grund des kurzfristigen Vorlaufs dieser Partie nur mit 1.500 Zuschauern. Die Stadionkassen werden am Sonntag ab 15.30 Uhr geöffnet. Ein Tribünenplatz kostet 15 Euro. Für eine Stehplatzkarte müssen Erwachsene 10 Euro bezahlen, während Schüler, Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren sowie Studenten mit 5 Euro in den Genuss des Saisonhöhepunktes des FVD kommen könnten.

Übertragung:

Die Höhepunkte der Partie sind spätestens am Montagvormittag bei WERDER.TV in der Zusammenfassung zu sehen. Darüber hinaus bietet WERDER.DE wie gewohnt einen Live-Ticker zum Spiel an, der auch mit dem Handy unter mobil.werder.de abgerufen werden kann. Da verpassen die grün-weißen Anhänger sicher kein Highlight der Begegnung.

von Timo Volkmann