Klares Ziel vor Augen: „Eine Runde weiterkommen“

Werder-Trainer Thomas Schaaf möchte den 1. FC Heidenheim (wie hier nach dem Sieg gegen Offenbach) nicht jubeln sehen.
DFB-Pokal
Donnerstag, 28.07.2011 // 19:02 Uhr

Jetzt wird es ernst: Für die Werder-Profis steht am Samstag, 30.07.2011, um 15.30 Uhr, das erste Pflichtspiel der neuen Saison auf dem Programm. Gegner in der ersten Runde des DFB-Pokals ist der ...

Jetzt wird es ernst: Für die Werder-Profis steht am Samstag, 30.07.2011, um 15.30 Uhr, das erste Pflichtspiel der neuen Saison auf dem Programm. Gegner in der ersten Runde des DFB-Pokals ist der Drittligist 1. FC Heidenheim 1846.

Die Vorbereitung neigt sich dem Ende und nun greifen auch die Bundesligisten erstmals in den offiziellen Spielbetrieb ein. Für die Grün-Weißen gilt es, die erste Hürde Richtung Endspielteilnahme in der Hauptstadt zu nehmen. Denn das Pokal-Ziel in dieser Saison hat Cheftrainer Thomas Schaaf am Donnerstagmittag auf der Pressekonferenz schon ausgegeben: „Wir wollen wieder nach Berlin. Wir sind an diesem Wettbewerb immer stark interessiert. Im Finale in Berlin zu stehen ist immer wichtig, immer besonders. Und wir sind immer traurig, wenn wir nicht dabei sein können."

Heidenheims Kapitän Marc Schatterer (im weißen Trikot) setzt sich für seinen Verein voll ein.

Die Vergangenheit spricht für Werder. Vor fünf Jahren verloren die Bremer zuletzt ein Erstrundenspiel im DFB-Pokal. Dennoch ist der Gegner aus Heidenheim nicht zu unterschätzen. Zwar ist der Drittligist zum fünften Mal in diesem Wettbewerb am Start und konnte die erste Runde dabei noch nie überstehen. Doch der Start in den Ligabetrieb ist den Württembergern gut gelungen. Nach einem etwas überraschenden 2:1-Heimerfolg, trotz Rückstands, über Kickers Offenbach konnten die ersten drei Punkte bejubelt werden. Ein toller Erfolg über einen der Mitaufstiegsfavoriten. Genau aus diesem Grund ist Werder auch gewarnt. „Sie haben ihr Pflichtspiel gewonnen. Nach einem Rückstand gegen Offenbach haben sie die Partie noch gedreht und sich gut präsentiert. Sie werden uns sicher mit Selbstvertrauen in Heidenheim empfangen", erklärte Thomas Schaaf.

Zusätzlich dürfen sich die Grün-Weißen auf eine starke Kulisse gefasst machen. 10.000 Zuschauer werden den FCH in der Voith-Arena unterstützen. Die Fußball-Euphorie in der 50.000-Einwohner-Stadt ist sowieso sehr groß. Mehr als 3.500 Dauerkarten konnte der Verein vor Saisonstart absetzten.

Dennoch ist die Lage vor der Partie für die Werder-Profis eindeutig. „Als Bundesligist ist die Ausgangssituation klar, wir wollen eine Runde weiterkommen", sagte Cheftrainer Schaaf, der sich und sein Team gut vorbereitet sieht: „Wir verfügen natürlich über Erkenntnisse aufgrund der Heidenheim-Duelle unserer U 23 in der 3. Liga. Doch auch wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sie mehrfach beobachten lassen. Sie haben gegen gute Gegner gespielt, konnten sich da beweisen und sind manchmal nur knapp an einem besseren Ergebnis vorbeigeschrammt."

Hätte am Samstag gegen Werder mit Sicherheit nichts dagegen, wenn die Partie über die 90 Minuten hinaus gehen würde: FCH-Coach Frank Schmidt.

Damit spielt Schaaf vor allem auf einige Testspiele der Heidenheimer an. Neben Zweitligist 1860 München, gegen den sie mit 0:2 verloren, traten sie auch gegen Bundesligist Borussia Mönchengladbach an. In diesem Duell unterlag der FCH nach guter Leistung mit 1:3. 

Gespannt sein darf man bei Heidenheim auf die Offensive. Mit Patrick Mayer verlor der Klub vor der Saison seinen besten Angreifer an den FC Augsburg. Mit 19 Treffern war Mayer der erfolgreichste Schütze der gesamten dritten Liga. Kompensiert werden soll dieser Abgang durch mehrere Nachwuchstalente, die verpflichtet wurden. „Wir haben uns gezielt mit jungen Spielern verstärkt, die in unser Konzept passen", erklärte Trainer Frank Schmidt. Am ersten Spieltag der neuen Saison standen mit Bastian Heidenfelder und Andreas Spann aber zwei andere Akteure in der Startformation, die schon länger in Heidenheim spielen und über genügend Drittliga-Erfahrung verfügen.

Als mittelfristiges Ziel hat man sich in Heidenheim den Aufstieg gesteckt. „Ich will Erfolg haben und denke, dass die zweite Liga mit dieser Mannschaft und diesem Verein möglich ist", erklärte Trainer Schmidt. Zunächst soll allerdings die Pokal-Sensation gegen die favorisierten Werderaner gelingen. Die Heidenheimer Generalprobe ist jedenfalls geglückt: In der ersten Runde des Württembergischen Verbandspokals gewann der FC am vergangenen Dienstag mit 3:1 gegen den Landesligisten FC Krauchenwies.

von Marc Schmedtlevin