Vorbericht: Erneut auf Augenhöhe mit dem VfB - diesmal im oberen Drittel

In der Vorsaison trennten sich die Teams von Clemens Fritz und Cristian Molinaro im Weser-Stadiom 1:1-Unentschieden.
Martin Harnik
Freitag, 25.11.2011 // 15:22 Uhr

Nachdem sich Werder Bremen und der VfB Stuttgart im Vorjahr ausnahmsweise als Tabellennachbarn im Abstiegskampf begegneten, steigt am Sonntag, 27.11.2011 um 15.30 wieder ein Spitzenduell auf Augenhöhe. Während sich der Sechste aus Schwaben bislang lediglich gegen Gegner aus unteren Tabellenregionen schwer tat, gilt für den Fünften von der Weser nach der 0:5-Schlappe in Mönchengladbach genau das Gegenteil.

Geschäftsführer Klaus Allofs möchte die bisherigen sieben Saisonsiege und vier -niederlagen jedoch nicht an der Tabellensituation der jeweiligen Gegner festmachen. „Ich sehe da keinen großen Zusammenhang...

Nachdem sich Werder Bremen und der VfB Stuttgart im Vorjahr ausnahmsweise als Tabellennachbarn im Abstiegskampf begegneten, steigt am Sonntag, 27.11.2011, um 15.30 Uhr wieder ein Spitzenduell auf Augenhöhe.

Während sich der Sechste aus Schwaben bislang lediglich gegen Gegner aus unteren Tabellenregionen schwer tat, gilt für den Fünften von der Weser nach der 0:5-Schlappe in Mönchengladbach genau das Gegenteil.

Stuttgarts Maza in Aktion.

Geschäftsführer Klaus Allofs möchte die bisherigen sieben Saisonsiege und vier -niederlagen jedoch nicht an der Tabellensituation der jeweiligen Gegner festmachen. „Ich sehe da keinen großen Zusammenhang. Jede Woche hat man die gleichen Herausforderungen und muss Topleistungen abrufen. Bei den Niederlagen haben wir aus den verschiedensten Gründen eben nicht unsere Leistung abgerufen. Stuttgart ist für mich ein Spitzenteam und es wird darauf ankommen, zu zeigen, dass wir erfolgreich sind." Doch nur aufgrund des Respekts vor dem kommenden Gegner, hebt der Geschäftsführer die Sonntagspartie nicht besonders heraus: „Es ist so wichtig wie das Spiel am letzten Samstag und so wichtig wie das Spiel in der nächsten Woche."

Der VfB - wie die Grün-Weißen sonst eigentlich ein Dauergast im internationalen Wettbewerb - hat nach der enttäuschenden Vorsaison (Platz 12) alles daran gesetzt, den schon fast obligatorischen Fehlstart zu vermeiden und startete eine Woche früher in die Saison als viele andere Teams. Zudem wurde die Mannschaft sinnvoll verstärkt. Auf der Sechserposition spielt der dänische Neuzugang William Kvist eine bärenstarke Saison und verleiht dem VfB im Defensiv-Verhalten zusätzliche Stabilität.

Martin Harnik im Duell mit Ex-Mitspieler Tim Borowski.

Ähnliches gilt für den neuen Mexikaner Maza, der gemeinsam mit Nationalspieler Serdar Tasci die Innenverteidigung der Stuttgarter zusammenhält und den langzeitverletzten Kapitän Matthieu Delpierre ebenbürtig vertritt. Während mit Sokratis auf Bremer Seite ein Verteidiger Gelb-Rot-gesperrt fehlen wird, hat Stuttgarts Maza seine Sperre abgesessen und wird am Sonntag aller Voraussicht nach in die Startelf zurückkehren.

In der Offensive lebt der VfB vor allem von seinem schnellen Umschalten, Konterspiel und den gefährlichen Außenbahnen. Hier tut sich besonders Martin Harnik hervor. Der Ex-Bremer bescherte den Schwaben beim mühevollen 2:1-Erfolg gegen Augsburg nicht nur zwei Tore und drei Punkte, er ist mit inzwischen sechs Treffern und vier Toren auch unangefochtener Top-Scorer im Team von Trainer Bruno Labbadia.

Auf die positive Entwicklung seines Ex-Schützlings Harnik angesprochen entgegnete Werders Cheftrainer Thomas Schaaf im Rahmen der offiziellen Pressekonferenz vor dem Spiel: „Wir wussten immer um seine Leistungsfähigkeit und was in ihm geschlummert hat. Sein Spiel zeichnet sich durch große Laufbereitschaft und großen Einsatz aus, das hat er auch hier gezeigt. Doch jetzt hat er es geschafft, das auch in Effektivität umzusetzen und sich die Qualität angeeignet, Tore zu erzielen. Dazu und dass er zu einer wichtigen Person im Stuttgarter Spiel geworden ist, kann man ihm gratulieren."

„Seine Sicherheit im Spiel hat er nur darüber bekommen, dass er regelmäßig gespielt hat", ergänzte Allofs mit Blick auf die Ausleihe an Fortuna Düsseldorf im Jahr 2009. „Dort hatte er nicht die große Konkurrenz. In Stuttgart hat er ebenfalls eine günstige Situation vorgefunden. Das war bei uns nicht gegeben, von daher sehen wir das bei uns ganz gelassen."

Eine Gelassenheit, die angesichts eines Top-Angreifers wie Claudio Pizarro in den eigenen Reihen nicht überraschen muss. Leider müssen die Grün-Weißen jedoch auf ihren besten Torjäger verzichten. Obwohl Cheftrainer Thomas Schaaf die letzte Hoffnung auf einen Einsatz noch besitzt, weiß er, dass es am Sonntag vor allem auf die anderen Offensivkräfte im Team ankommen wird, für drei Punkte zu sorgen. 

von Christoph Muxfeldt