Mit Lauffreude gegen den Sport-Club und die Kälte

Im Hinspiel im Weserstadion sahen die Zuschauer ein spektakuläres 5:3 - Marko Arnautovic erzielte den Treffer zum zwischenzeitlichen 3:2.
Sport-Club Freiburg
Freitag, 03.02.2012 // 13:52 Uhr

90 Minuten lang gestikulierte Christian Streich am Spielfeldrand, gab Anweisungen, motivierte seine Spieler. Aber kaum war sein erstes Bundesligaspiel als Chefcoach des SC Freiburg abgepfiffen, wollte Streich...

90 Minuten lang gestikulierte Christian Streich am Spielfeldrand, gab Anweisungen, motivierte seine Spieler. Aber kaum war sein erstes Bundesligaspiel als Chefcoach des SC Freiburg abgepfiffen, wollte Streich einfach nur weg. Nicht etwa, weil sein Team eine schlechte Leistung geboten hatte - im Gegenteil. Der runderneuerte SC Freiburg hatte mit dem FC Augsburg soeben einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf 1:0 besiegt.

Aber nach dem Krimi, den er soeben mitverfolgt hatte, brauchte Streich erst einmal Ruhe. Sein Team hatte leidenschaftlich gekämpft, hatte sich reihenweise Torchancen herausgespielt, ehe Streichs Joker, Nachwuchsspieler Matthias Ginter, zwei Minuten vor Schluss zum so wichtigen Sieg traf.

Vielversprechender Start in die Rückrunde

Der bisherige Co-Trainer Christian Streich ist seit Rückrundenbeginn Chefcoach in Freiburg.

Vor dem Spiel gegen Werder Bremen steht der Sport-Club zwar wieder auf dem letzten Tabellenplatz. Aber selbst die bittere Niederlage in Mainz, begünstigt durch einen frühen Platzverweis für Winter-Neuzugang Diagné, kann das gute Gefühl der Rückrunde nicht trüben. Zu leidenschaftlich kämpfte Freiburg auch in Mainz, zu geschlossen war die Mannschaftsleistung.

So sah es auch Thomas Schaaf. "Ich glaube, dass Freiburg in Unterzahl die Sache hervorragend gemacht hat", lobte Werders Chefcoach. Taktisch, spielerisch, kämpferisch: Schaaf hat "Respekt" vor den letzten Leistungen der Breisgauer und fordert am Sonntag ein intensives Spiel seiner Mannschaft.

Nach der guten Leistung gegen Leverkusen soll endlich auch wieder ein Dreier für die Grün-Weißen folgen: "Wir wollen erfolgreicher sein. Dazu gehört es auch, mehrere Tore zu schießen", brachte Werders Chefcoach auf den Punkt, was in den vergangenen Wochen noch fehlte.

Statistik spricht klar für Werder

Papiss Demba Cissé traf im Hinspiel doppelt. Der beste Freiburger Stürmer verließ den Verein in der Winterpause.

Die Statistik spricht derweil eindeutig für einen Bremer Erfolg: Werder gewann die letzten sieben Bundesligapartien gegen den Sport-Club und schoss dabei 30 Tore. Für Freiburg sind die Grün-Weißen ein echter Angstgegner. Besonders als Gastmannschaft im Breisgau machte das Team von Thomas Schaaf eine gute Figur. Die letzten Ergebnisse in Freiburg lauteten aus grün-weißer Sicht: 3:1, 6:0, 6:0 und 4:2. Es besteht also berechtigte Hoffnung, dass Werder nach zwei Auswärtsspielen ohne eigenes Tor endlich wieder in der Fremde trifft.

"Wenn wir uns auf die Statistik verlassen, dann wird das nichts", warnt allerdings Geschäftsführer Klaus Allofs. Er fordert daher, von Anfang an "mutig aufzutreten". Auch der Weggang von Freiburgs bestem Stürmer, Papiss Demba Cissé, mache das Spiel nicht zu einem Selbstläufer, warnt Chefcoach Thomas Schaaf: "Freiburg besteht nicht nur aus Cissé." Der Senegalese hatte in der Hinrunde beim 5:3 im Weserstadion noch gehörig für Spannung gesorgt und doppelt gegen Werder getroffen.

Die Freiburger erwartet Schaaf eher defensiv: "Wir müssen damit rechnen, nicht viel Platz zu haben." Dagegen helfen nur Geduld, Kombinationsfreude und Laufbereitschaft. Einen guten Nebeneffekt entdeckte der Bremer Chefcoach angesichts der frostigen Temperaturen dabei auch noch: "Wenn wir uns viel bewegen, wird uns auch nicht kalt werden." Und einer Fortschreibung der grandiosen Serie in Freiburg stünde nichts im Wege.

Von Benjamin Gehrs