Trybull: Bodenhaftung nach Bundesliga-Debüt

Bedankt! Lukas Schmitz gratulierte Tom Trybull nach Abpfiff in Lautern zum Einstand in Liga eins.
Profis
Sonntag, 22.01.2012 // 00:25 Uhr

Die Bodenhaftungs-Prüfung hatte er perfekt bestanden. Nach dem Ergebnis der U 23 gegen Rot-Weiß Erfurt vom Samstagnachmittag befragt, antwortete Tom Trybull ohne Zögern: „1:1, aber das wissen hier fast alle, so was spricht sich auch hier in der Mannschaft rum." Er hatte also zwei Tore verpasst auf Platz 11 am Weser-Stadion, doch das dürfte ihn nicht so sehr gestört haben. Sein erstes Spiel in der Bundesliga wird der 18-Jährige auch ohne Tore immer in Erinnerung behalten.

„Na klar, das ist schon etwas Besonderes, und ich brauchte sicher auch ein paar Minuten, um die Nervosität abzuschalten", gab der Mittelfeldspieler zu, der sich seinen Startplatz mit einer starken Hinserie in der zweiten Mannschaft und einer guten Vorbereitung erarbeitet hatte. Bei der Bewertung der Partie blieb er nach dem Schlusspfiff genau so abgeklärt wie er nach einer Viertelstunde gegen den FCK agierte. Sachlich stellte er fest: „Meine Leistung werde ich nicht beurteilen, dafür ist der Trainer zuständig, aber wir haben hier in einem schweren Spiel ein Punkt mitgenommen, und ich konnte als Teil der Mannschaft dazu einen Beitrag leisten."

Die Bundesliga-Luft schien dem auch außerhalb des Platzes sehr fokussierten ehemaligen Rostocker gut zu bekommen. Kein Wunder, dass er nun mehr davon atmen will. „Na klar, ich habe die Möglichkeit bekommen, hier reinzuschnuppern. Wie viel ich davon bekomme, liegt jetzt ganz allein an mir. Mein Ziel ist es, mich so anzubieten, dass ich weitere Einsätze kriege."

Die dauerhafte Umstellung von der 3. Liga auf die Bundesliga macht ihm keine Sorgen. „Der Unterschied ist da. Alles ist noch aggressiver, jeder spielt mit mehr Tempo und das über 90 Minuten. Aber ich werde dazulernen und mich damit zurechtfinden", so Trybull, der den Medienmarathon nach dem Schlusspfiff ebenfalls gut meisterte. Zu den Geschichten , die das Spiel schrieb, hatte er jeweils klare Einschätzungen. Punkt verloren oder gewonnen? Trybull: „Das Unentschieden geht in Ordnung. Der Punkt ist okay. Das Spiel war sehr hektisch und zerfahren. Leider haben wir unsere Chancen nicht nutzen können."

Seinem neuen Teamkollegen Sebastian Prödl wünscht er schnelle Genesung. „Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Ich habe diese Szene mit etwas Abstand beobachten können. Wer hört, wie es Basti jetzt geht, der kann sich seinen Teil denken. Fakt ist, der Fuß hatte da nichts verloren."

 

Aus Kaiserslautern berichten Michael Rudolph und Timo Volkmann