Naldo-Comeback und stürmischer Trainings-Kick

Mitten im Trainingsspiel fing es plötzlich an zu hageln. Zum Glück dauerte diese Abreibung nur zwei bis drei Minuten.
Profis
Samstag, 07.01.2012 // 16:21 Uhr

Trotz widriger Witterungsbedingungen haben die Werder-Profis die Trainingsarbeit in Belek fortgesetzt. Statt des Testspiels gegen den usbekischen Erstligisten Pakhtakor Tashkent, das am Vormittag abgesagt wurde, setzte Cheftrainer Thomas Schaaf um 15 Uhr ein Trainingsspiel über 2 x 30 Minuten an.

Passend zum Tag wurde die Partie bei einem sintflutartigen Regenguss angepfiffen und mit einem Blitzschlag beim Stand von 2:1 (2:1) für Team „Rot" heftig „abgedonnert". Das Siegerteam spielte mit der Besetzung Mielitz, Fritz, Prödl, Sokratis, Schmitz, Ignjovski, Bargfrede, Trybull, Ekici, Rosenberg und Pizarro. Die Tore schossen die beiden Stürmer. Für den Ausgleich hatte nach einer kuriosen, vom Wind verwehten Ecke, ein Abstauber durch Silvestre geführt. Für Gratulationen war nach dem Trainingsspiel allerdings keine Zeit. Das Team flüchtete sich bei Gewitter und Regen ins Hotel. Die Absage des offiziellen Testmatches war die richtige Entscheidung.

Abseits des Trainingspiels übte Naldo nach zwei Tagen Reha-Training erstmals wieder am Ball. Zusammen mit den Keepern Christian Vander und Bernd Düker sowie Stürmer Denni Avdic standen Torschuss-Übungen auf dem Programm. Naldos Fazit: „Am Anfang lief es ganz gut, beim Schießen und Springen habe ich keine Probleme, aber mit zunehmender Dauer habe ich schon die Belastung gespürt", so der Brasilianer auf dem Heimweg vom Trainingsplatz.

Die Trainingslager-Belastungen machen auch Wiedereinsteiger Sebastian Boenisch und Youngster Florian Trinks zu schaffen. Beide pausieren mit leichten Knieproblemen. „Sebastian spürt sein operiertes Knie ein bisschen, deswegen lassen wir ihn erstmal raus", sagte Thomas Schaaf. Klaus Allofs weiß über Trinks: „Das ist nichts Ernstes, wir wollten aber Vorsicht walten lassen und ihm ein bisschen Ruhe geben."

Ruhe würden sich nun alle Beteiligte auch vom Wettergott wünschen. Denn unter diesen Umständen kann man sicher eins, zwei Tage improvisieren, aber optimale Bedingungen sehen anders aus. Cheftrainer Thomas Schaaf schaute am Abend in den wolkenverhangenen Himmel und ließ sich entlocken: „Sicher war das kein richtiges Testspiel, aber wir haben das Beste aus dem Tag gemacht. Die Mannschaft hat sehr engagiert gespielt. Damit können wir zufrieden sein." Zu den Wetterkapriolen sagte der überzeugte Türkei-Trainingslager-Trainer: „So etwas haben wir hier in den vergangenen zehn Jahren nicht erlebt, darauf kann man sich nicht vorbereiten."

Ein vorzeitiger Abbruch des Trainingslagers ist dennoch keine Option für die Grün-Weißen. Geschäftsführer Klaus Allofs sagte: „Das Szenario haben wir nicht im Kopf. In den nächsten Tagen soll der Sturm nachlassen. Sonnenschein ist nicht angesagt, aber den brauchen wir auch nicht unbedingt." Thomas Schaaf stimmte zu: „Die Prognose für morgen sieht besser aus."

 

Aus Belek berichten Michael Rudolph und Dominik Kupilas.