Grün-Weißer Höpfinger: „Mein Jahrtausendspiel!"

Flankengott, Dauerläufer, Höpfingen-Leistungsträger und Werder-Fan am Tag vor seinem Jahrtausendspiel.
Profis
Samstag, 17.09.2011 // 14:38 Uhr

Für den TSV Frankonia Höpfingen findet am Sonntagmorgen nach eigenen Aussagen das „Spiel des Jahrhunderts" statt. Für Carsten Schießer ist es das „Spiel des Jahrtausends". Der Mittelfeldspieler des Landesligisten ist der einzige Werder-Fan der 1. Herren des aktuellen Tabellenführers der Landesliga Odenwald.

Für den TSV Frankonia Höpfingen findet am Sonntagmorgen nach eigenen Aussagen das „Spiel des Jahrhunderts" statt. Für Carsten Schießer ist es das „Spiel des Jahrtausends". Der Mittelfeldspieler des Landesligisten ist der einzige Werder-Fan der 1. Herren des aktuellen Tabellenführers der Landesliga Odenwald, er drückt seit Jahren den Grün-Weißen die Daumen und kann es immer noch nicht fassen, dass er am Sonntagmorgen ab 11 Uhr (live bei WERDER.TV) gegen seine Idole antreten darf.

„Seit Wochen arbeiten wir dafür, in der letzten Woche hatten wir jeden Tag Arbeitseinsätze für die Partie, aber richtig verarbeitet habe ich das nicht. Das ist alles noch sehr unwirklich", so der Fan von Clemens Fritz und Claudio Pizarro. „In dieser Phase mitten in der Saison gegen einen Bundesligisten zu spielen, der mit dem Kader aus einem Bundesligaspiel zu uns kommt und dann ausgerechnet Werder hier in dieser Region, das ist so fantastisch", staunt der Industriemechaniker immer noch, obwohl die Partie schon seit Wochen das Gesprächsthema Nummer eins im Ort ist.

„Am Tag als wir informiert worden, dass wir das TARGOBANK-Gewinnspiel gewonnen haben und Werder zu uns kommt, war die Info wie ein Lauffeuer in 10 Minuten durch die Region gegangen. Ich konnte in meiner Werkhalle nichts mehr arbeiten, weil ich ständig Besuch bekam. Ich glaube an diesem Tag hat in Höpfingen keiner mehr gearbeitet", berichtet der 27-Jährige.

Sportlich sieht sich die Mannschaft gerüstet. „Wir sind super in die Saison gestartet, können bis auf einen Verletzten auf alle Leistungsträger zurückgreifen. Jetzt hoffen wir nur, dass sich am Samstagnachmittag niemand mehr verletzt", so Schießer, der sich vor seinem Traumspiel in guter Form befindet. Bei 29 von 30 möglichen Einsätzen in der vergangenen Saison und sechs von sechs Partien über 90 Minuten in der laufenden Spielzeit darf „der Flankengott", wie ihn Mitspieler nennen, getrost als Leistungsträger tituliert werden. Auf drei Torvorlagen kann er auch in dieser Saison schon verweisen. „Das wäre schon riesig, wenn wir Werder morgen ein guter Gegner sein würden und wenn uns vielleicht ein Tor gelingen würde. Da fällt mir ein, dass wir noch gar keine Sieg- oder Torprämien vereinbart haben, da müssen wir uns wohl am Samstagabend noch etwas Lustiges ausdenken."

Dass er beim „Jahrtausendspiel" sogar auf dem Feld gegen sein Idol Clemens Fritz in den Zweikampf gehen müsste, stört Schiesser nicht. „Das wäre einfach nur geil, das gibt's doch eigentlich gar nicht, dass ich mal gegen ihn spielen kann. Er gehört er doch in die Nationalmannschaft. Jogi Löw hat zwar eine gute Mannschaft, aber ich würde Clemens immer noch nominieren, wenn ich Bundestrainer wäre."

Von Michael Rudolph