Stimmen zum Spiel: „Zu wenig für unsere Ansprüche“

Torhüter Tim Wiese hatte einige Möglichkeiten sich auszuzeichnen und lieferte trotz des Wirbels um seinen Abschied von Werder eine starle Leistung ab.
Profis
Samstag, 07.04.2012 // 18:50 Uhr

Ein Tor, ein Punkt, zwei Verlierer. Das 1:1-Unentschieden beim Auswärtsspiel in Köln hilft dem SV Werder im Kampf um die Europa- League-Plätze nicht weiter. Ein Sieg beim abstiegsbedrohten FC wäre immens wichtig gewesen.

„Das war natürlich viel zu wenig, wenn man das Ziel hat, international zu spielen", machte Clemens Fritz deutlich. „Wir hätten gerne drei Punkte mitgenommen, aber am Ende ist das Unentschieden auch gerechtfertigt", gab Thomas Schaaf zu und ärgerte sich: „Es war klar, dass wir einem Gegner gegenüber stehen werden, der uns alles abfordern wird, dass die Kölner hochmotiviert sein werden, um ihre eigene Situation zu verbessern. Und es war auch klar, dass wir dagegen halten müssen. In der zweiten Hälfte haben wir den Gegensturm der Kölner zwar überstanden, hatten am Ende aber nicht die Ruhe und die Kontinuität, um doch noch das entscheidende Tor zu schießen."

Unzufriedenheit herrschte auch bei den restlichen Werderanern. Einige äußerten diese anschließend auch gegenüber den Medien:

Zum Spiel:

Thomas Schaaf:
„Wir hatten heute nicht die nötige Ruhe und haben nichts aus den Ballgewinnen gemacht. Vor allem in den letzten Minuten hatten wir wieder viele Möglichkeiten, aber der entscheidende Pass hat gefehlt. Köln hat es uns aber auch sehr schwer gemacht."

Markus Rosenberg:
„Wir haben 90 Minuten ganz schlecht gespielt, deshalb müssen wir am Ende mit dem Punkt zufrieden sein. Wir wollten gerne drei Punkte holen, aber wir haben zu keinem Zeitpunkt ins Spiel gefunden und es nicht besser gemacht, als in der letzten Woche. Außerdem haben wir viele lange Bälle gespielt, die umgehend zurückgekommen sind. Das hat dazu geführt, dass wir unter Druck standen."

Klaus Allofs:
„Die Mannschaft hat sich bemüht, aber wir wissen, dass wir das spielerisch sehr viel besser können. Deshalb kann man in unserer Situation am Ende mit dem einen Punkt auch nicht zufrieden sein. Beim Tor haben wir das gut gespielt, aber davon hatten wir zu wenig Aktionen, haben sonst zu viele Fehlpässe gespielt."

Marko Marin:
„Wir waren heute nach vorne nicht gefährlich genug. Die Bälle kamen zu selten an. Beim Tor ist uns das einmal gelungen, da haben wir sehr schnell umgeschaltet. Ansonsten sind wir zu lange mit dem Ball gelaufen, anstatt den einfachen Ball zu spielen. In der zweiten Halbzeit fand das Spiel aber fast ohne uns statt. Es fehlt uns ein richtiges Erfolgserlebnis."

Tim Wiese:
„Wir können heute nicht zufrieden sein, es war Glück, dass wir 1:1 gespielt haben. Wir haben es heute nicht geschafft, uns Chancen herauszuspielen. Einmal ist uns das gelungen, da ist das Tor gefallen. Das war zu wenig für unsere Ansprüche. Es fehlt uns an Körpersprache, die ist extrem wichtig. Wir müssen zusehen, dass wir auf den Platz gehen, den Kopf oben haben und durch die Wand gehen."

Zum Führungstor:

Markus Rosenberg:
„Natürlich ist es immer schön, wenn ich treffe. Heute hätte ich aber lieber drei Punkte mitgenommen."

Zum Gegentor:

Markus Rosenberg:
„Es ist ärgerlich, dass das Tor nach einer Standardsituation fällt. Köln hatte aus dem Spiel heraus wenig Chancen, aber es ist schwierig, bei Ecken zu verteidigen."

Clemens Fritz:
„Es ist ärgerlich, dass das Tor aus einer Fehlentscheidung resultiert. Es ist zwar schwierig zu sehen, aber das war keine Ecke."

Marko Marin:
„Es war für alle ersichtlich, dass das vor dem Tor kein Eckball war. Aber im Anschluss stellen wir uns in der Mitte auch nicht gut an, da müssen wir dran sein."

Zur Situation von Werder:

Clemens Fritz:
„Wir betreiben jede Woche einen unheimlichen Aufwand, strotzen derzeit aber nicht vor Selbstvertrauen. Darüber hinaus haben wir unheimlich viele verletzte Spieler - uns fehlt Qualität. Da ist es klar, dass das Offensivspiel darunter leidet. Ich möchte die Mannschaft sehen, die das so wegsteckt."

Thomas Schaaf:
„Wir müssen momentan viele Dinge verarbeiten, die Wechsel und vor allem die Verletzten. Da muss man sich immer wieder auf eine neue Situation einstellen."

Klaus Allofs:
„Wir haben in den letzten Wochen viel Boden verloren und uns in eine deutlich schlechtere Ausgangsposition gebracht. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass die Mannschaft nicht an die Chance glaubt, aber wir strahlen im Moment nicht die Souveränität aus."
 

Zu den Chancen auf die Europa League:

Markus Rosenberg:
„Die Chancen sind immer noch da, aber wir haben in dieser Woche noch zwei Spiele, in denen wir besser spielen müssen. Dann hoffe ich, dass wir mehr Punkte holen."

Clemens Fritz:
„Wir wissen, dass wir Probleme haben, aber wir heulen nicht rum, denn wir haben Ziele, die wir noch erreichen können. Deshalb müssen wir dranbleiben und wieder mit der Überzeugung ins Spiel gehen, die uns in der Hinrunde in den Heimspielen ausgezeichnet hat. Wir wissen aber auch, dass die restlichen Spiele sehr schwer werden."