„Mit guten drei Punkten nach Hause fahren"

Die Stimmen der Grün-Weißen zum 2:1-Sieg in Sinsheim.
Profis
Samstag, 27.08.2011 // 19:03 Uhr

Zweites Auswärtsspiel, erster Sieg. Werder besiegte am Samstag, 27.08.2011, 1899 Hoffenheim mit 2:1 und hat sich mit nunmehr neun Punkten aus vier Spielen zunächst in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt. „Das war ein weiterer Schritt nach vorne, die Abstimmung zwischen Offensive und Defensive hat besser gepasst, als in der Vorwoche", resümierte Cheftrainer Thomas Schaaf, der allerdings die Anfangsphase bemängelte: „Da hat Hoffenheim in einer unglaublichen Art und Weise nach vorne gespielt. Wir haben sie in dieser Phase nicht stellen können. Da konnte einem schon Angst und Bange werden", so der 50-Jährige.

Dass die Grün-Weißen den Platz am Ende trotzdem als Sieger verlassen haben, lag vor allem an einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit. „Wir haben uns danach gefangen, hatten länger Ballbesitz und den Gegner dadurch in Not gebracht. Der Sieg ist eine Bestätigung für die Arbeit und den Einsatz, die das Team bisher gezeigt hat", freute sich der Bremer Coach. Die Freude teilte Thomas Schaaf mit allen anderen Grün-Weißen, die sich nach dem Spiel in der Mixed-Zone der Rhein-Neckar-Arena äußerten.

Zur Anfangsphase und zur Leistungssteigerung im zweiten Spielabschnitt:

Tim Wiese:

„Wir haben sehr schlecht angefangen, da hätte es auch klingeln können. Nach der ersten Viertelstunde waren wir dann aber besser. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel dann komplett dominiert und am Ende verdient gewonnen. Auch, wenn wir jetzt drei Spiele gewonnen haben, müssen wir auf dem Boden bleiben und weiter Gas geben. Dass wir auch mal einen Rückstand drehen, haben wir in der letzten Saison vermissen lassen. Jetzt haben wir kapiert, dass man nicht direkt aufgeben muss."

Marko Arnautovic:

„Man kann nicht sagen, dass wir glücklich gewonnen haben. Es war ein schweres Spiel, wir haben gut dagegen gehalten. Nach dem Rückstand haben wir den Ausgleich gemacht und danach noch das Siegtor, das ist das einzige, was uns interessiert. Dass ich getroffen habe, freut mich, aber das Tor von Markus war noch wichtiger. Er kam mit aller Frische ins Spiel und hat dafür gesorgt, dass wir die drei Punkte mit nach Bremen nehmen."

Clemens Fritz:

„In den ersten 20 Minuten hatten wir etwas Glück. Wenn wir da in Rückstand geraten, dann wird es ungleich schwieriger. Danach haben wir aber die Zweikämpfe sehr gut angenommen und in der zweiten Halbzeit fast nichts mehr zugelassen. Vorne haben wir geduldig auf unsere Chance gewartet. Insgesamt können wir uns noch verbessern, aber es herrscht ein sehr gutes Klima in der Mannschaft, gehen weite Wege und unterstützen uns gegenseitig. Das ist wichtig, um Erfolg zu haben. Außerdem helfen Siege, um sich zu stabilsieren. Heute war der Erfolg besonders wichtig, weil wir jetzt mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause gehen und uns in Ruhe auf das nächste Spiel vorbereiten können. Mit unserem Saisonstart können wir jetzt zufrieden sein."

Klaus Allofs:

„Wenn man mal die ersten zehn Minuten ausklammert, dann haben wir ein gutes Spiel gemacht und hatten das Geschehen unter Kontrolle. Das ist positiv. Das Gegentor darf und muss so nicht fallen, aber das wir danach weiter nach vorne gespielt haben, zeigt, dass wir dazu gelernt haben - vielleicht auch schon aus dem Leverkusen-Spiel. Im Vergleich zu diesem Spiel sind wir zwei Wochen weiter und haben nun mehr Möglichkeiten. Die Mannschaft hat das Potenzial, um oben mitzuspielen. Jetzt kommt es aber darauf an, ob das auch konstant abgerufen werden kann."

Andreas Wolf:

"Wir haben nicht glücklich gewonnen, weil wir außer bei den Toren auch noch einige Möglichkeiten hatten. Am Anfang hat Hoffenheim uns unter Druck gesetzt, deshalb sind sie auch verdient in Führung gegangen. Da haben wir außen zu viel Platz gelassen, und für uns waren die Wege zu weit. Danach haben wir eine gute Reaktion gezeigt. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht und die Räume genutzt. Wir können jetzt mit guten drei Punkten nach Hause fahren."

Zum 2:1-Siegtreffer durch den eingewechselten Markus Rosenberg:

Thomas Schaaf:

„Wir hatten auch vor dem Siegtreffer einige Chancen, wo wir zum Kontern eingeladen wurden. Die haben wir aber nicht zu Ende gespielt. Die Situation bei Claudio war ja eigentlich schon beendet. Wenn daraus dann noch ein Tor fällt, ist es umso schöner!"

Clemens Fritz:

„Claudio kann auch wühlen und dass Rosi eine sehr gute Schusstechnik hat, das hat er schon oft gezeigt. Ich weiß zwar nicht genau, ob der Ball auch reingegangen wäre, wenn er nicht abgefälscht worden wäre. Auf jeden Fall hat er ihn sehr gut getroffen."

Markus Rosenberg:

"Nach dem 0:1 sah es nicht so gut aus. Der Ausgleich war deshalb sehr wichtig. Natürlich will man immer spielen und ich habe das in der Vorbereitung und in den ersten Spielen ja auch gut gemacht. Man freut sich aber natürlich auch für die Kollegen, wenn sie dann treffen."

Zum anstehenden Nordderby am nächsten Spieltag:

Klaus Allofs: 

„Es ist egal, ob wir Erster und der HSV Letzter ist, oder umgekehrt. Es ist ein Derby und das hat seine eigenen Gesetze. Wir werden auch in dem Spiel unsere Leistung abrufen müssen, um erfolgreich zu sein."

Zum „alten Werder":

Thomas Schaaf:

„Wir haben einige Dinge wiedergefunden und glauben wieder mehr an uns. Dennoch bewegen wir uns in einer Phase, in der wir Klarheit und Lockerheit finden müssen. Wie gesagt: Wir haben schon einiges gefunden, aber die Suche ist noch nicht zu Ende."

 

aus der Rhein-Neckar-Arena berichtet Dominik Kupilas