Kapitän Fritz: "Wir müssen uns alle hinterfragen."

Nach dem letzten Spiel der Bundesliga-Saison verabschiedeten sich die Werderaner von ihrem treuen Publikum.
Profis
Samstag, 05.05.2012 // 19:58 Uhr

Doch nicht nur Klaus Allofs ärgerte sich über die Niederlage zum Saisonabschluss. „Das Spiel hat einmal mehr gezeigt, dass wir es nicht schaffen, unsere Vorgaben so umzusetzen, dass wir den Platz als Sieger verlassen", so Thomas Schaaf. Wir nutzen die Möglichkeiten, die uns der Gegner bietet, nicht und schaffen es deshalb nicht, einen positiven Weg aufzunehmen."

Es sollte ein versöhnlicher Abschluss werden. Die Mannschaft wollte den Fans einen Sieg zum Ende einer schwachen Rückrunde schenken - am Ende stand der SVW mit leeren Händen da. „Der Rasen sollte brennen", verriet Klaus Allofs. „Darauf wurde die Mannschaft heute nochmal eingeschworen, gespürt habe ich davon aber nichts", so der Geschäftsführer weiter. „Es war ja noch alles möglich, aber der Glaube hat gefehlt. Wir müssen jetzt damit leben, dass wir mit dem Resultat und dieser Art und Weise in die Sommerpause gehen. In der Hinrunde haben wir mit Begeisterung gespielt und sind als Team aufgetreten, das war in der Rückserie nicht mehr der Fall. So wenig Punkte dürfen wir nicht holen."

Die weiteren Reaktionen der Spieler:

Die Niederlage zum Saisonschluss - „wir wollten unbedingt gewinnen"

Clemens Fritz:

"Wir wollten heute vor heimischem Publikum einen Sieg holen und einen schönen Abschied feiern. Zum einen für die Spieler, die uns verlassen, aber auch als Dank an die Fans, die uns in dieser Saison so treu unterstützt haben."

Claudio Pizarro:

"Wir haben heute leider verloren, weil wir unsere Chancen nicht genutzt haben. Wir haben dem Gegner viele Möglichkeiten gelassen und waren in einigen Situationen unkonzentriert. Ich habe zwei Tore gemacht. Das ist sehr wichtig für mich, für einen Stürmer ist es immer am wichtigsten, zu treffen. Leider haben meine Tore nicht viel gebracht."

Tim Borowski:

"Wir wollten das Spiel heute unbedingt gewinnen und ich wollte meinen Teil dazu beitragen. Man muss aber leider sagen, dass wir in einigen Situationen große Probleme hatten."

Tim Wiese:

"Wir haben dumme Fehler gemacht, sind dann ausgekontert worden - das ist irgendwie symptomatisch für diese Saison."

Aaron Hunt:

"Das war kein gutes Spiel von uns. Wir sind zwar immer noch mal rangekommen, haben aber schlussendlich verdient verloren. Wir haben einfach zu wenig investiert und zu viele Lücken gelassen und wurden ausgekontert. Das ist wie in einer Schülermannschaft. Ich weiß nicht, woran das liegt. Das hat auch nichts mit Training zu tun. Wir schlafen einfach jedes Mal. Wir haben den Ball eigentlich bei der Ecke und dann verlieren wir ihn wieder, weil wir nicht richtig in den Zweikampf gehen. Das geht Woche für Woche so. Am besten schießen wir den Ball direkt ins Aus. Dann kann nichts passieren."

Markus Rosenberg:

"Es war das letzte Spiel der Saison und wir konnten unsere Ziele wieder nicht erreichen."

Die Saison - „Leider haben wir unsere Ziele verfehlt"

Clemens Fritz:

"Es wäre einfach zu sagen, dass wir viele Verletzte hatten und viele Spieler nicht zur Verfügung standen, aber nach dieser Rückrunde muss sich jeder einzelne hinterfragen. Die Schuld trifft dabei die ganze Mannschaft. Nach so einer guten Hinrunde sind wir mit einem guten Gefühl in die Winterpause gegangen. Leider muss man jetzt sagen, dass wir unsere Ziele verfehlt haben."

Claudio Pizarro:

"Es war eine sehr schlechte Rückrunde für uns. Viele wichtige Spieler waren verletzt oder gesperrt. Das hat uns zerrissen. Ich brauche jetzt erstmal eine Pause und muss mich erholen. Leider war ich in den letzten Wochen nicht so fit, wie ich wollte."

Der Ausblick auf die kommende Saison - „optimistisch in die Zukunft"

Clemens Fritz:

"Ich sehe weiter großes Potenzial in der Mannschaft und blicke optimistisch in die Zukunft. Das wollte ich mit meiner Vertragsverlängerung auch ausdrücken. Wir werden in der kommenden Saison eine schlagkräftige Mannschaft zusammen haben."

Tim Borowski:

"Ich mache mir keine Sorgen wegen des Umbruchs. Es ist normal, dass Spieler kommen und gehen. Das gehört zum Fußball dazu. Ich hoffe, dass Werder in der nächsten Saison an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen kann."

Aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas und Ronja Bomhoff