11:1 - Torfestival zum Trainingslager-Auftakt in Donaueschingen

In dieser Szene kein Treffer, aber insgesamt dennoch ein Torfestival zum Auftakt des Trainingslagers in Donaueschingen.
Markus Rosenberg
Sonntag, 17.07.2011 // 20:28 Uhr

Werder Bremen hat zum Auftakt des dritten Trainingslagers mit 11:1 gegen den Verbandsligisten FV Donaueschingen gewonnen. Wenige Stunden nach der Ankunft in Baden-Württemberg erzielten Rosenberg (4), Arnautovic, Wagner, Predrag Stevanovic, Balogun, Thy, Marin und Hunt im Anton-Mall-Stadion die Tore für die Grün-Weißen.

Werder Bremen hat zum Auftakt des dritten Trainingslagers mit 11:1 (3:1) gegen den Verbandsligisten FV Donaueschingen gewonnen. Wenige Stunden nach der Ankunft in Baden-Württemberg erzielten Rosenberg (4), Arnautovic, Wagner, Predrag Stevanovic, Balogun, Thy, Marin und Hunt im Anton-Mall-Stadion die Tore für die Grün-Weißen. Das zwischenzeitliche 1:3 markierte Nico Benz in der 40. Minute.

Cheftrainer Thomas Schaaf sagte nach dem Schlusspfiff: „In der ersten Halbzeit haben wir uns schwer getan, waren zu behäbig. Mit der zweiten Besetzung kam dann mehr Schwung ins Spiel. Da war mehr Biss, sie wollten unbedingt die Tore schießen." Dass der Wechsel von neun Feldspielern in der 58. Minute eine Reaktion auf das Spielgeschehen war, dementierte der Bremer Coach. „Wir hatten es in der Mannschaftssitzung genauso besprochen. Im ersten Durchgang haben wir Spieler gebracht, die bisher nicht so lange Einsatzzeiten bekamen und die sich nun zeigen konnten." 

Doch es dauerte es bis zur zehnten Minute, ehe die anwesenden Zuschauer im Anton-Mall-Stadion eine Torraumszene zu sehen bekamen. Arnautovic wurde steil geschickt und suchte direkt den Abschluss. Donaueschingen-Keeper Rominger bekam jedoch noch rechtzeitig die Fäuste hoch und klärte zur Ecke. Nach dem Eckstoß von Predrag Stevanovic kam der Ball über Arnautovic zu Sturmkollege Wagner, dessen Kopfball auf Kniehöhe jedoch knapp am Gehäuse der Gastgeber vorbei ging (11.). Insgesamt wurde es den Grün-Weißen in der Anfangsphase allerdings sehr schwer gemacht, weil der Sechstligist sehr tief stand und clever verteidigte.

Rasante Schlussphase der ersten Durchgangs: Drei Tore in fünf Minuten

Marko Arnautovic war einer der Aktivposten im ersten Durchgang...

In der 20. Minute konnte Werder diesen Widerstand dann allerdings erstmals entscheidend brechen. Björn Werhan vertändelte den Ball am eigenen Strafraum gegen Arnautovic, dessen Flanke Predrag Stevanovic fand, der mit einem sehenswerten Flugkopfball zur 1:0-Führung traf. Die Gastgeber waren von dem Gegentor aber keineswegs geschockt. Denn nur drei Minuten später gab es die bis dato beste Möglichkeit für den Verbandsligisten. Der Kopfball von Nico Benz ging am Ende aber doch deutlich über das Tor von Sebastian Mielitz, der Werder an diesem Tag als Kapitän auf das Feld führte (23.).

Auf der Gegenseite war es erneut Marko Arnautovic, der nach einer knappen halben Stunde für Gefahr sorgte. Zunächst zog er nach einem langen Pass von Aleksandar Stevanovic entschlossen ab (29.) und nur zwei Minuten später setzte er sich gut durch (31.). Die beiden Versuche des Österreichers verfehlten aber ebenso knapp das Gehäuse des FVD,  wie ein Schuss von Felix Kroos.

In der Schlussphase des ersten Durchgangs ging es dann aber Schlag auf Schlag. Zunächst kam der auffällige Marko Arnautovic doch noch zu seinem Tor, als er eine Flanke von rechts zum 2:0 in die lange Ecke köpfte (35.) und nur eine Zeigerumdrehung später zog Sandro Wagner in den Strafraum, setzte sich gut gegen seinen Gegenspieler durch und schob den Ball überlegt in das lange Eck (36.). Auf Seiten der Gastgeber belohnte sich Nico Benz für ein gutes Spiel und sorgte aus 14 Metern für den Anschlusstreffer zum 1:3 (40.). Ein weiterer Versuch von Sandro Wagner konnte von Rominger pariert werden, so dass Werder mit einer 3:1-Fürhung in die Pause ging.

So schwungvoll der erste Durchgang zu Ende, so träge startete die zweiten 45 Minuten. Für den ersten Überraschungsmoment sorgte deshalb Thomas Schaaf. In der 58. Minute wechselte der Cheftrainer neun Spieler auf einmal aus und ließ lediglich Leon Balogun auf dem Platz. Mit dieser seltenen Szene brachte der 50-Jährige neuen Schwung in die Partie, denn nur drei Minuten später schraubte Markus Rosenberg das Ergebnis auf 4:1 in die Höhe (61.) und Marko Marin und Aaron Hunt verpassten das Tor mit ihren Versuchen in der 65. Minute jeweils nur knapp.

Marin war es auch, der es zwanzig Minuten vor dem Ende mit der gesamten Hintermannschaft des FVD aufgenommen hat. Gestoppt wurde der kleine Dribbelkünstler nur durch ein Foul im Strafraum, das von Schiedsrichter Thomas Münch zum Unverständnis aller Anwesenden aber nicht als solches auslegte und er deshalb auch nicht auf Elfmeter für Werder entschied (69.). Der Ärger über den ausgebliebenen Pfiff verflog aber schnell, denn nur drei Minuten später traf zunächst Markus Rosenberg nach butterweicher Flanke von Clemens Fritz zum 5:1 (72.) und anschließend erhöhten Marko Marin (74.) sowie Leon Balogun, der den Kopf in einen Schuss von Rosenberg hielt (75.) auf 7:1. In dieser Phase folgte ein Treffer auf den nächsten.

Neun Wechsel zeigen Wirkung: Vier Rosenberg-Tore schrauben Ergebnis in die Höhe

...im zweiten Durchgang war Markus Rosenberg nicht zu stoppen. Der Schwede erzielte vier Treffer binnen 16 Minuten.

So war es erneut Rosenberg, der wiederum nur zwei Minuten später das 8:1 für Werder markierte, als er FVD-Keeper Rominger mit einem strammen Schuss keine Chance ließ (77.) und sich elf Minuten vor dem Ende zum vierten Mal in die Torschützenliste eintrug. Kein Wunder, dass das Fazit des Schweden positiv ausfiel: „Dass ist das Ergebnis, wenn wir gut und schnell spielen. Für mich lief es heute besonders gut. In den ersten drei Begegnungen hat es leider oft nicht geklappt, da hatte ich schwere Beine. Heute gleich vier Tore in einer Halbzeit, das passiert auch nicht so oft. Man kann zwar sagen, dass es nur ein Testspiel war, aber wir wissen,  dass es zählt, dass wir auch gegen Heidenheim so spielen, wie am Ende."

Der Treffer zum 10:1 war dann Lennart Thy vorbehalten. Der Werder-Stürmer drehte sich um seinen Gegenspieler und traf ins kurze obere Eck. Der letzte Versuch von Markus Rosenberg landete dann aber nicht im Tor, sondern „nur" auf der Querlatte (84.). Den 11:1-Endstand erzielte vier Minuten vor dem Abpfiff Aaron Hunt, der nach Vorarbeit von Wesley und Balogun traf (86.) und für einen gelungenen Auftakt in das dritte Trainingslager sorgte.

aus Donaueschingen berichtet Michael Rudolph