5:3! Werder gewinnt irres Spiel

Torschützen unter sich: Claudio Pizarro und Clemens Fritz waren gegen Freiburg erfolgreich.
Bundesliga
Samstag, 20.08.2011 // 17:41 Uhr

Acht Tore, etliche Großchancen und das glückliche Ende für Werder: In einer verrückten und attraktiven Partie mussten die Grün-Weißen zunächst einen Rückstand durch Cissé (7.) hinnehmen, ehe Fritz (30.) und Pizarro (34.) die Partie drehten. Cissé traf noch einmal und schaffte den zwischenzeitlichen Ausgleich (48.), ehe Marko Arnautovic kurz nach seiner Einwechslung den vermeintlichen Sieg perfekt machte (65.). Reisinger schaffte...

Acht Tore, etliche Großchancen und das glückliche Ende für Werder: In einer verrückten und attraktiven Partie mussten die Grün-Weißen zunächst einen Rückstand durch Cissé (7.) hinnehmen, ehe Fritz (30.) und Pizarro (34.) die Partie drehten. Cissé traf noch einmal und schaffte den zwischenzeitlichen Ausgleich (48.), ehe Marko Arnautovic kurz nach seiner Einwechslung den vermeintlichen Sieg perfekt machte (65.). Reisinger schaffte aus Abseitsposition doch nochmal den Ausgleich für die Breisgauer (84.), Aaron Hunt machte per Elfmeter für Werder aber alles klar (87.). Wesley traf zum endgültigen 5:3 in der Nachspielzeit.

Thomas Schaaf stellte sein Team im Vergleich zum Spiel in Leverkusen auf vier Positionen um. Claudio Pizarro stand erstmals in dieser Saison von Beginn an auf dem Platz, so dass Lennart Thy auf der Bank Platz nahm. Andreas Wolf rückte nach überstandener Oberschenkelverletzung für Sebastian Prödl in die Viererkette. Philipp Bargfrede hatte die Folgen eines Pferdekusses auskuriert und stand für Wesley in der Startelf. Zudem ersetzte Marko Marin im offensiven Mittelfeld Mehmet Ekici.

Werder dreht das Spiel

Clemens Fritz machte eine Starke Partie und köpfte zum wichtigen 1:1 ein.

Werder wollte sich vor allem in der Offensive steigern. Und das gelang zunächst: Nach einem schnell vorgetragenen Konter passte Aaron Hunt auf Marko Marin. Der Bremer kam nach einem Einsteigen von Krmas im Sechzehner zu Fall, Schiedsrichter Peter Sippel entschied allerdings nicht auf Elfmeter (4.). Das erste Tor fiel wie aus dem Nichts - allerdings auf der anderen Seite. Wieder einmal schlug Freiburgs Toptorjäger Cissé zu: Flum flankte von rechts perfekt in die Mitte, wo Tim Wiese sich umsonst streckte. Von Cissés Brust prallte der Ball ins Tor der Werderaner (7.).

Die Grün-Weißen waren in der Folge um einen schnellen Ausgleich bemüht, fanden aber zunächst kein Mittel, um die Freiburger Defensive zu knacken. Nach einer Flanke von Sokratis brachte Markus Rosenberg den Ball aus spitzem Winkel aufs Tor, Baumann stand aber richtig (19.). Eine Hereingabe von Marin verlängerte kurz darauf Pizarro auf den Schweden, dem es aber mit einer akrobatischen Einlage nicht gelang, den Ball im Tor unterzubringen (24.). Nur eine Minute später schoss Schmitz aus aussichtsreicher Position aufs Tor, der Ball wurde aber abgefälscht (25.).

Mitten in diese Druckphase der Werderaner hatte Freiburg plötzlich die Möglichkeit, die Führung auszubauen. Tim Wiese entschärfte allerdings den Freistoß von Schuster (27.). Kurz darauf wurden die Bremer für ihre Bemühungen endlich belohnt: Hunt bediente Schmitz, der Clemens Fritz mit einer maßgenauen Flanke in der Mitte fand. Der Bremer köpfte den Ball durch die Beine von Baumann ins Freiburger Tor (30.). Der Ausgleich war geschafft. Und jetzt überschlugen sich die Ereignisse im Weser-Stadion: Jeweils nach Vorlage von Schmitz traf Pizarro mit dem Kopf nur den Pfosten, kurz darauf gelang Per Mertesacker das gleiche Kunststück (32.).

In der 34. Minute zielte Claudio Pizarro dann genauer: Nach Balleroberung von Fritz bediente Marin den Peruaner, der erst Gegenspieler Barth stehen ließ und dann cool ins rechte Eck einschob (34.). Das Spiel war gedreht! Das Weser-Stadion stand Kopf und feierte seinen Torjäger mit Sprechchören. Werder hatte jetzt alles im Griff. Nach tollem Zuspiel von Fritz zog Markus Rosenberg in den Strafraum. Sein Linksschuss verfehlte das Tor aber knapp (40.). Kurz vor der Pause musste Wiese den Vorsprung dann noch einmal verteidigen. Einen Kopfball von Abdessadki lenkte der Bremer Schlussmann mit einer spektakulären Flugeinlage über die Querlatte.

Arnautovic, Hunt und Wesley sichern drei Punkte

Der Torschütze und der Vorlagegeber bejubeln den Ausgleichstreffer zum 1:1: Clemens Fritz und Lukas Schmitz.

Kurz nach der Pause war Wiese dann aber machtlos. Und wieder war es Cissé, der nach einer Hereingabe von der rechten Seite problemlos einschieben konnte und die Bremer Führung egalisierte (48.). Gleich im Gegenzug dann aber die Chance zur erneuten Bremer Führung: Pizarro legte auf Hunt ab, der den Ball gefühlvoll schlenzte, aber am Freiburger Torhüter Baumann scheiterte (49.). Zehn Minuten später hatte Per Mertesacker die Chance zur Führung. Sein Kopfball nach Ecke von Marin strich aber am langen Pfosten vorbei (59.). Aufatmen dann für alle Werderaner: Reisinger war plötzlich völlig alleine auf dem Weg zum Bremer Tor, aber Wiese konnte seinen Heber abfangen (63.).

Quasi im direkten Gegenzug machte es Marko Arnautovic dann besser als Reisinger auf der anderen Seite. Der Österreicher, gerade erst für Rosenberg von Thomas Schaaf eingewechselt, köpfte eine perfekte Flanke von Marko Marin druckvoll ins Freiburger Tor (65.). Die erneute Führung war geschafft!

Ruhe kehrte aber auch jetzt nicht ein: Erneut Reisinger tauchte freistehend vor dem Bremer Tor auf, hatte den Ball aber mit der Hand mitgenommen und wurde von Schiedsrichter Sippel zurückgepfiffen (75.). Extraapplaus kurz darauf für Clemens Fritz: Nach starker Leistung, gekrönt durch das wichtige Ausgleichstor, gönnte ihm Trainer Schaaf eine Verschnaupause und brachte Wesley (77.).

Wer jetzt glaubte, das Spiel sei gelaufen, wurde schwer getäuscht. Freiburg steckte nicht auf, und nach einer Kopfballverlängerung von Cissé schob Reisinger den Ball ins Bremer Netz. Dabei stand der Freiburger allerdings im Abseits (84.). Mit einem Punkt wollte sich Werder heute aber nicht zufrieden geben. Nur zwei Minuten später foulte Krmas den eingewechselten Mehmet Ekici im Sechzehnmeterraum. Aaron Hunt schnappte sich die Kugel und verwandelte den fälligen Elfmeter mit einem platzierten Schuss ins rechte untere Eck (87.). In einer völlig verrückten Partie konnte Wesley nach einem Konter in der Nachspielzeit sogar noch auf 5:3 erhöhen - der Endstand!

Von Benjamin Gehrs

Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE