Keine Tore zum Rückrundenauftakt

Claudio Pizarro ging am ersten Spieltag der Rückrunde leer aus.
1. FC Kaiserslautern
Samstag, 21.01.2012 // 20:22 Uhr

Werder Bremen kam beim ersten Auftritt im Jahr 2012 beim 1. FC Kaiserslautern nicht über ein 0:0-Unentschieden hinaus. In einer rassigen und ausgeglichenen Partie scheiterten mit Markus ...

Werder Bremen kam beim ersten Auftritt im Jahr 2012 beim 1. FC Kaiserslautern nicht über ein 0:0-Unentschieden hinaus. In einer rassigen und ausgeglichenen Partie scheiterten mit Markus Rosenberg (23.), Florian Dick (44.) und Pierre de Wit (58.) gleich drei Spieler am Aluminium. Ein Treffer wollte aber keinem Team gelingen, auch deshalb weil den Grün-Weißen Mitte der ersten Hälfte nach Foul an Prödl ein klarer Elfmeter verweigert wurde.

Tom Trybull stand bei seinem ersten Bundesligaspiel gleich in der Startelf.

Werder startete im gewohnten 4-4-2-System in die Rückrunde: In der Innenverteidigung begannen Sokratis und Prödl anstelle der verletzen Naldo und Wolf, Kapitän Clemens Fritz rückte auf die rechte Abwehrseite. In der Mittelfeldraute standen mit Ekici und Bundesliga-Debütant Tom Trybull zwei junge Spieler in der Startelf, die sich in der Vorbereitung besonders in den Vordergrund gespielt hatten. Nur im Angriff nahm Cheftrainer Thomas Schaaf keine Veränderung gegenüber dem letzten Hinrundenspiel vor und setzte erneut auf seine beiden treffsichersten Stürmer Pizarro und Rosenberg.

Die in der Hinrunde meist sehr defensiv agierenden Lauterer begannen bissig und mit ungewohnt offensiver Ausrichtung. Abgesehen von einer Kopfballgelegenheit von Kouemaha (2.) stellten die Gastgeber die geordnete Bremer Defensive in der Anfangsphase jedoch nicht vor ernsthafte Probleme. Erstmals selbst gefährlich wurden die Grün-Weißen in der 10. Minute, als Pizarro nach starkem Zusammenspiel mit Schmitz an der Strafraumkante klar von Rodnei gelegt wurde. Da die Pfeife von Schiedsrichter Robert Hartmann aber stumm blieb, mussten die mitgereisten Werder-Fans weiter auf den ersten Tor-Abschluss ihres Teams warten.

Dreifach-Pech für Werder: Pfosten, kein Elfer und Prödl verloren

War mit einigen Entscheidungen von Schiedsrichter Robert Hartmann nicht einverstanden: Claudio Pizarro.

Mitte der ersten Hälfte war es dann so weit. Und wie: Nach einer präzisen Hereingabe von Ekici köpfte Rosenberg das Leder an den Innenpfosten (23.). Der Nachschuss rutschte dem Schweden über den Schlappen, landete aber direkt beim einköpfbereiten Prödl, der nicht ans Leder herankam, da Kouemaha den Österreicher mit einer waghalsigen Rettungsaktion per Fallrückzieher mitten ins Gesicht trat. Erneut verwehrte der zögernde Unparteiische den fälligen Pfiff. Doppelt ärgerlich: Prödl blieb blutüberströmt am Boden liegen und musste nach mehrminütiger Unterbrechung gegen Rückkehrer Silvestre ausgetauscht werden (29.).

Im Gegenzug dann Aufregung auf der anderen Seite: Zunächst blieb ein vermeintliches Handspiel von Schmitz an der Strafraumkante ungeahndet, ehe dem FCK eine Minute später ein Freistoß 17 Meter vor dem Tor zugesprochen wurde, der aber nichts einbrachte.

Gegen Ende der ersten Halbzeit nahm das Spiel noch einmal richtig Fahrt auf. Zunächst waren die Grün-Weißen dran: Erst schoss der agile Ekici aus rund 20 Metern Torentfernung knapp am Gehäuse vorbei (35.), bevor Rosenberg nach Schmitz-Vorarbeit aus der Distanz direkt abzog, aber genau auf Torwart Trapp zielte (39.). Auch Pizarro machte es nicht besser, sein erster Versuch aus 25 Metern flog rechts (40.), sein zweiter links am Tor vorbei (41.).

Starker Wiese verhindert Pausen-Rückstand

Dann wollten es die Lauterer wissen. Zunächst legte Swierczok die Kugel nach starkem Solo von rechts in die Mitte, doch der Ball erreichte den einschussbereiten Kouemaha nicht (42.). Kurz darauf spitzelte Dick den Ball nach Tiffert-Freistoß Richtung Tor, doch Wiese lenkte den Ball gerade noch an den Pfosten und begrub den Ball anschließend reaktionsschnell unter sich (44.). In der Nachspielzeit überraschten die Bremer die nun sehr stürmischen Hausherren plötzlich noch einmal mit einem schnellen Gegenangriff. Ignjovski kam nach Doppelpass mit Rosenberg im Sechzehner zum Abschluss, aber FCK-Keeper Trapp blieb cool und wehrte die Großchance ab (45.+1).

Mehmet Ekici hinterließ auf der Zehner-Position einen guten Eindruck.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit beruhigten sich die Gemüter wieder etwas und es dauerte ein paar Minuten, bis das Spiel wieder Fahrt aufnahm. In der Folge schenkten sich beide Mannschaften jedoch nichts und kamen fast abwechselnd zu einer Reihe mittelmäßiger Torchancen. Auf Lauterer Seite zielten zunächst Simunek (51.) und Swierczok (53.) zu ungenau, während es bei Werder Rosenberg (52.) und Pizarro (58.) vergeblich versuchten. Urplötzlich wurde es dann zweimal auf der Gegenseite brenzlig: Erst knallte de Wit das Leder aus 16 Metern an den Querbalken (58.), dann tauchte Kouemaha nach einem langen Ball, bei dem sich Silvestre verschätzt hatte, allein vor Wiese auf, rutschte aber um Haaresbreit am Ball vorbei (61.).

Die ganz großen Gelegenheiten blieben bis zur Schlussphase aus, obwohl die Bremer sich Mitte der zweiten Hälfte ein kleines Übergewicht erspielt hatten. Weitere Male fanden Pizarro (62./79.) und Rosenberg (69.) ihren Meister in Torwart Trapp. In den letzten Spielminuten drehten die Gastgeber noch einmal auf. So konnten sich die Bremer bei Keeper Wiese bedanken, der einen gefährlichen Distanzsschuss von Swierczok nach Außen abwehrte (88.). Unmittelbar vor dem Abpfiff kam dann auch noch einmal Glück hinzu, als abermals Swierczok für Alarm sorgte. Sein Drehschuss flog Zentimeter am langen Pfosten vorbei, so dass sich beide Mannschaften mit einem letztlich nicht unverdienten Remis zufrieden geben mussten.

Von Christoph Muxfeldt

Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE