Werder und Bayer teilen sich die Punkte

Claudio Pizarro erzielte die 1:0-Halbzeitführung. Leider reichte das 13. Saisontor des Peruaners nicht für drei Punkte gegen Verfolger Leverkusen.
Bayer 04 Leverkusen
Samstag, 28.01.2012 // 17:23 Uhr

Werder Bremen und Tabellennachbar Bayer 04 Leverkusen trennten sich im ersten Heimspiel der Rückrunde 1:1-Unentschieden. Nachdem die Grün-Weißen in einer ausgeglichenen ersten Halbzeit die ...

Werder Bremen und Tabellennachbar Bayer 04 Leverkusen trennten sich im ersten Heimspiel der Rückrunde 1:1-Unentschieden. Nachdem die Grün-Weißen in einer ausgeglichenen ersten Halbzeit die klar besseren Gelegenheiten hatten und dank Pizarro (29.) mit einer verdienten Führung in die Kabine gingen, dominierten die Gäste über weite Strecken der zweiten Halbzeit und kamen durch Reinartz zum Ausgleich (57.). Erst in der Schlussphase wachten die Grün-Weißen wieder auf und hatten dabei Pech, dass Rosenberg nur den Pfosten traf (81.).

Francois Affolter feierte seinen Bundesliga-Einstand.

Zwei Debütanten in der Startelf: Mit Francois Affolter und Florian Hartherz standen gleich zwei Werder-Verteidiger vor ihrer ersten Bundesliga-Partie. Der Neuzugang aus der Schweiz spielte für den schwer verletzten Sebastian Prödl in der Innenverteidigung, während Hartherz den Gelb-gesperrten Lukas Schmitz auf der linken Außenbahn vertrat. Ansonsten setzte Cheftrainer Thomas Schaaf auf das gleiche Personal wie gegen Lautern in der letzten Woche.

Werders 19. Saisonspiel begann sehr unaufgeregt. Zwar griffen beide Teams den Gegner beim Spielaufbau tief in deren Hälfte an, doch stellte das weder die junge Bremer Viererkette noch die Bayer-Defensive vor Probleme. Spielfluss kam so in der Anfangsphase kaum zustande.

Pizarro mit 13. Saisontor

Mitte der ersten Hälfte nahm die Partie jedoch ordentlich Fahrt auf. Zunächst klärte Wiese zwei knallharte Schüsse von der Strafraumkante von Reinartz (20.) und Bender (21.), ehe die Gastgeber erste Offensivakzente setzten. Zunächst leitete Ignjovski mit einem wunderbaren Diagonalball auf Pizarro eine erstklassige Konterchance ein: Der Peruaner ließ Friedrich einfach aussteigen und verfehlte das Tor aus 16 Metern nur knapp (22.). Nur eine Minute später war Friedrich zur Stelle, als er nach Pizarro-Flanke in höchster Not vor dem einköpfbereiten Rosenberg klärte.

Nach einer durch Ekici vergebenen Freistoßgelegenheit aus aussichtsreicher Position (27.) wurde der immer größer werdende Druck auf die Bayer-Defensive schließlich belohnt. Trybull kam nach feinem Doppelpass mit Ekici über links völlig frei zum Flanken, schlug den Ball in die Mitte zu Pizarro, der das Leder mit der Brust abtropfen ließ und aus der Drehung eiskalt in die lange Ecke einnetzte (29.).

"Piza" brachte Werder 1:0 in Front.

Bayer reagierte nicht geschockt und ging das inzwischen hohe Tempo der Partie weiter mit. Wirklich gefährlich wurde die Werkself jedoch nur noch bei Standardsituationen. So landete in der 31. Minute ein Eckball von rechts bei Reinartz, der im Fünfmeterraum vor Wiese an den Ball kam, die Kugel aber knapp neben das Tor köpfte.

Doch auch in Leverkusens Strafraum brannte es vor dem Pausenpfiff noch zweimal lichterloh. Erst klärte Kadlec nach einem hohen Pass von Bargfrede im Sechzehner vor Rosenberg (38.), bevor der Schwede in der letzten Minute der ersten Halbzeit nur haarscharf das 2:0 verpasste. Pizarro hatte seinen Sturmpartner steil geschickt, Rosenberg umkurvte den aus dem Tor eilenden Bayer-Torwart Leno und zog im Fallen ab, doch Schwaab klärte für seinen geschlagenen Keeper mit dem Oberkörper auf der Linie.

Werder wie ausgewechselt – Reinartz trifft

Nach Wiederanpfiff konnten die Grün-Weißen nicht an die starke Leistung anknüpfen und überließen den Gästen nicht nur das Mittelfeld, sondern auch deutlich mehr Ballbesitz. Folglich war es zunächst nur die Werkself, die sich Torchancen erarbeitete. Zunächst parierte Wiese einen Kadlec-Freistoß (48.), bevor der eingewechselte Derdiyok nach Schürrle-Hereingabe aus guter Position Richtung Weser zielte (54.). Im nächsten Anlauf machte es Reinartz besser und köpfte das Leder nach einer Ecke von rechts ins leere Tor, nachdem Wiese aus seinem Kasten gekommen war, sich aber verschätzt hatte (57.).

Der Ausgleich trug nicht gerade dazu bei, dass die Bremer wieder die Sicherheit der ersten Hälfte ausstrahlten und Bayer blieb am Drücker. Werder hatte in dieser Phase Glück, nicht in Rückstand zu geraten: Bender (67.) und Derdiyok (69.) vergaben große Gelegenheiten. Erst in der Schlussphase konnte sich Werder wieder gegen den Druck der Gäste stemmen, kämpfte sich zurück in die Partie und kam auch wieder zu eigenen Offensivaktionen. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß versuchte Affolter Bayer-Keeper Leno mit einem Schlenzer zu überlisten, doch die Kugel strich über das Tor (70.).

Wie in Lautern: Pfostenpech für „Rosi“

Leno im Glück: Rosenberg trifft das Aluminium.

Die Werkself blieb zwar nach Kontersituationen gefährlich (Derdiyok, 78./ Schürrle, 81.), hatte aber nun ihrerseits Glück, nicht wieder in Rückstand zu geraten. Nach punktgenauer flacher Hereingabe des mutigen Hartherz traf Rosenberg aus fünf Metern nur den Pfosten (81.). Der eingewechselte Wesley und Pizarro (84.), Hartherz (86.) sowie abermals Rosenberg in den Schlusssekunden vergaben weitere aussichtsreiche Chancen, so dass es am Ende beim Remis blieb.

Von Christoph Muxfeldt

Stimmen zum Spiel folgen im Laufe des Abends auf WERDER.DE