Borowski: Von interessanten Aufgaben und neuen Teamkollegen

Ist nicht nach Norderney gekommen, um sich auszuruhen: Tim Borowski.
Profis
Donnerstag, 07.07.2011 // 00:45 Uhr

Tim Borowski war in seiner Karriere schon einige Male zur Vorbereitung auf Norderney. Dennoch gibt es auch für ihn in diesem Jahr einige Premieren.

„Ich weiß gar nicht genau, wie häufig ich schon hier war - fünf-, sechs-, oder sieben Mal. Aber in diesem Jahr gibt es schon ein paar Dinge, die anders sind, als vorher", so Boro. „Die Trainingsarbeit ist zwar unverändert hart und konzentriert, aber wir haben zum Beispiel in diesem Jahr ein anderes Hotel bezogen." Richtig. Denn das Team ist nicht - wie in den vergangenen Jahren üblich - im Golfhotel untergebracht, sondern im Strandhotel Georgshöhe. Aber das ist vermutlich nicht die größte Veränderung. „Stimmt, ich bin nach Verletzung von Mikael Silvestre aktuell der älteste Spieler", so der 31-Jährige. „Aber so fühle ich mich überhaupt nicht und wenn mich nicht immer jemand drauf ansprechen würde, hätte ich es auch gar nicht gemerkt", schmunzelt der Mittelfeldspieler.

Diese Tatsache wird allerdings dadurch relativiert, dass „wir insgesamt sehr viele junge Spieler mit dabei haben. Es sind nur drei Leute älter als 30, da hatten wir auch schonmal andere Zahlen vorzuweisen." Das aktuelle Durchschnittsalter aller 28 Spieler von 22,75 Jahren bestätigt diese Aussage. Für Boro eine neue, aber ebenso reizvolle Aufgabe. „Es ist wichtig, dass wir auch viele junge Spieler aus der eigenen Jugend dabei haben und es macht großen Spaß mit den Jungs zusammenzuarbeiten", so der gebürtige Neubrandenburger, der eine „interessante und wichtige Saison erwartet. Ich habe aber ein sehr gutes Bauchgefühl, was die kommende Spielzeit angeht. Es gibt viele positive Anzeichen: Wir haben am Ende der letzten Rückserie kapiert, was für den Verein und die Mannschaft wichtig ist. Außerdem entstehen hier im Moment ein gutes Konstrukt und eine tolle Gemeinschaft. Das ist die Basis, um Erfolg zu haben."

Zu den Erfolgen beitragen werden laut Borowski auch die Neuzugänge. „Alle integrieren sich super und passen hervorragend hier rein", freut sich der Mittelfeldspieler über die Verstärkungen. Dass Werder dabei vermehrt auf junge Akteure setzt, ist für den 31-Jährigen ein Zeichen dafür, dass „bei Werder ein Umdenken stattfindet. Dadurch, dass wir nicht in der Champions League spielen, fehlen wichtige Einnahmen, aber die Situation ist im Moment so und damit werden wir uns auseinandersetzten." Dabei nimmt der ehemalige Nationalspieler die Mannschaft in die Pflicht: „Wir als Spieler haben die Möglichkeit, das Thema zu verändern." Von zu ambitionierten Zielen nimmt Borowski zwar Abstand („Wir tun im Moment gut daran, die Ziele etwas zurückzusetzen"), glaubt aber an eine große Zukunft für Werder. „Der Verein leistet eine hervorragende Jugendarbeit. Davon kann man sich derzeit bei der U 17-Weltmeisterschaft überzeugen. Einige haben außerdem Finals um die deutsche Meisterschaft gespielt, diese Begegnungen habe ich mir live angeschaut und es sind viele junge, talentierte Spieler dabei." Boro, der selbst im Werder-Internat zu Hause war, glaubt deshalb an den Ansatz „verstärkt auf die eigenen Nachwuchsspieler zu bauen."

Während er sich bei mannschaftlichen Zielen also eher zurückhält, hat er persönlich klare Absichten. „Ich möchte besser durch die Saison kommen, als zuletzt. Dann kann ich der Mannschaft auch die Unterstützung geben, die sie von mir verlangen kann." Wie wichtig die Anwesenheit Borowskis ist, hat die abgelaufene Rückserie gezeigt. „Da konnte ich der Mannschaft in einer entscheidenden und schwierigen Phase helfen. Das hat mir auch persönlich sehr gut getan. Darauf möchte ich aufbauen." Ob seine Position als Führungsspieler durch die Kapitänsbinde auch optisch untermalt wird, „hat für mich nicht die höchste Priorität. Wichtige ist jetzt gut durch die Vorbereitung zu kommen und erfolgreich in die Saison zu starten." Dennoch gibt er zu, dass ihn das Kapitänsamt „mit viel Stolz erfüllen würde. Das ist schon deshalb der Fall, weil ich schon so lange im Verein bin." Im nächsten Sommer als Kapitän nach Norderney zu kommen, wäre für Borowski noch eine weitere Premiere...

von Norderney berichtet Dominik Kupilas