"150-Tore-Piza": "Ich fühle mich wie 21"

War in der Coface Arena häufig nur mit unfairen Mitteln zu stoppen: Claudio Pizarro hier im Duell mit Marco Caligiuri.
Profis
Samstag, 29.10.2011 // 21:57 Uhr

Als Claudio Pizarro in der 29. Minute in unnachahmlicher Art und Weise zunächst seinen Gegenspieler ausstiegen ließ und den Ball anschließend über Torwart Christian Wetklo zum 1:1 ins Netz lupfte, dürfte so manch ein Mainzer gedacht haben ,nicht schon wieder Pizarro‘. Verständlich, denn für den Peruaner war es in neun Bundesliga-Spielen gegen die Rheinhessen bereits der zehnte Treffer - insgesamt sogar schon der 150. Treffer in der Bundesliga. „Diese Marke bedeutet mir sehr viel, es ist nicht einfach, 150 Tore in der Bundesliga zu schießen", machte „Piza" klar, dass jedes einzelne Tor etwas Besonderes ist.

Alleine acht der 150 Tore hat Pizarro in dieser Saison erzielt. „Ich fühle mich im Moment richtig gut", strahlte der 33-Jährige hinterher in die Kameras. „Für mich ist immer wichtig im Sommer eine gute Vorbereitung zu absolvieren. Das habe ich dieses Jahr gemacht. Ich fühle mich wie 21".

Lob für die Leistung bekam der erfolgreichste ausländische Bundesliga-Torschütze auch von Thomas Schaaf und Klaus Allofs. „Man hat wieder einmal gesehen, wie wichtig Claudio für uns ist", so der Bremer Coach. Geschäftsführer Allofs lobte: „Claudio hat heute ein Weltklasse-Spiel gemacht. Sensationell. Er war überall: vorne war er anspielbar, im Mittelfeld hat er Qualitäten wie ein Spielmacher gezeigt und in der Defensive wichtige Bälle erkämpft." Auf die Frage, ob der Torjäger für diese außergewöhnliche Tormarke ein Präsent vom Verein bekommt, antwortete Allofs schmunzelnd: „Hat er schon, wir haben ihm alle die Hände geschüttelt."

Hände schütteln musste der Geschäftsführer am Samstagabend einige. Auch die von Aaron Hunt, der sein Team mit einem Traumtor in der 46. Minute in Führung gebracht hat. „Aaron hat schon lange versucht, ein Tor zu erzielen. Wir haben vorher darüber gesprochen", freute sich Pizarro für den Kollegen. „Es ist super, dass es heute geklappt hat. Ich hoffe, dass noch viele Tore von ihm folgen." Auch Thomas Schaaf hatte lobende Worte für seinen Mittelfeldspieler parat: „Das 2:1 hat uns Selbstvertrauen gegeben. Da hat er Verantwortung übernommen und den Abschluss gesucht. Ich freue mich, dass er ein Tor gemacht hat", so der Cheftrainer. „Dass der Ball so einschlägt, war sicherlich auch etwas glücklich, aber ich freue mich, dass ich getroffen habe und der Mannschaft damit entscheidend helfen konnte" so Hunt. „Der Sieg war sehr wichtig, um weiterhin den Anschluss nach oben zu halten."

Zu diesem Sieg hat auch der dritte Torschütze, Sebastian Prödl, einen großen Anteil beigetragen. „Das Tor ist ein persönlicher Erfolg, aber meine primäre Aufgabe ist die Defensive. Ich werde daran gemessen, hinten dicht zu machen", zeigte sich der 24-Jährige bescheiden. Klaus Allofs dazu: „Das Tor war sicherlich wichtig für ihn. In meinen Augen hat Sebastian den besten Offensivkopfball. Seine Leistung heute zeigt, dass wir viele Möglichkeiten haben, gerade in der Innenverteidigung." Da hatte der Österreicher in der Coface Arena Andreas Wolf ersetzt und eine gute Leistung gezeigt. „Das ist eine komfortable Situation. Natürlich möchte ich meinen Platz jetzt behalten und stelle mich dem Konkurrenzkampf." Daran wollte der österreichische Nationalspieler am Samstagabend aber nicht mehr denken, sondern freute sich einfach über den Sieg: „Das war ein schweres Spiel. Der Sieg ist ein tolles Gefühl. Wir hatten uns fest vorgenommen, hier zu gewinnen, egal wie."

Apropos Zufriedenheit. Mit seiner Leistung war auch Claudio Pizarro zufrieden. „Ich denke, dass ich heute ein gutes Spiel gemacht habe. Immerhin habe ich ein Tor geschossen und das von Aaron aufgelegt. Ich bin ganz zufrieden."

Aus Mainz berichtet Dominik Kupilas