Das "Herzinfarkt-0:0" als Punktgewinn

Nach zuletzt vielen Gegentoren in der Fremde sahen Schaaf und sein Kapitän die Remis-Leistung positiv.
Profis
Samstag, 21.01.2012 // 23:45 Uhr

Die Frage war: Punkte verloren oder Punkt gewonnen?

Das war ein ganz schweres Stück Arbeit. Nach einem Herzinfarkt-0:0 sanken die Werder-Profis geschafft in die Sitze des Mannschaftsbusses. Hinter ihnen lag ein unglaublich intensives Spiel, das nichts für schwache Nerven war. Mit dem Punkt konnten die meisten Grün-Weißen am Ende ganz gut leben. Vor allem in der Defensive hatte sich die Mannschaft mit großem Kampfgeist aufgeopfert. Der Lohn: Nach 14 Gegentoren in den letzten drei Auswärtsspielen, endlich  eine Partie „zu Null".

Torhüter Tim Wiese sah einen gewonnen Punkt:

„Wenn man sieht, was bei uns vor der Winterpause los war, dann muss man dem Team heute eine gute Aggressivität und viel Leidenschaft attestieren. Leider ist uns vorne kein Tor gelungen. Damit hätten wir uns erst richtig belohnt. Insgesamt war das für diese Kulisse, diesen Boden und diesem böigen Wind in Ordnung. Manchmal taten einem die Kollege wirklich leid, auf diesem Boden konnte man einfach nicht richtig kicken."

Kapitän Clemens Fritz urteilt „Punktgewinn":

„Das war wirklich sehr intensiv. Wir wollten hinten sicher stehen und das ist uns ganz gut gelungen. Sicher, der FCK hatte ebenfalls ein paar Chancen, aber auch uns hat vorne das Glück gefehlt. Wir haben ein Punkt gewonnen, aber es hätten gern auch drei werden können."

Geschäftsführer Klaus Allos sieht eher verlorene Punkte ... 

„Nach vorne fehlte uns der letzte Druck, der letzte Tick Entschlossenheit. Wir hatten einige Chancen, die wir so nicht nutzen konnten. Claudio oder Iggy kamen dann im entscheidenden Moment den letzten Schritt zu spät. Dennoch fand ich, dass wir gefühlt das besser Team waren, die bessere Spielanlage gezeigt haben. Wichtig war heute auch zu sehen, dass da eine Mannschaft auf dem Feld stand. Alle haben mitgearbeitet. Dass wir den Ball heute nicht so laufen lassen konnten, war kein Wunder. Wer die Partie auf Höhe des Spielfeldes verfolgen konnte, hat gemerkt, wie sehr es vom Rückenwind, vom Gegenwind, vom tiefen Boden beeinflusst war."

... findet aber für die Defensivleistung der Grün-Weißen lobende Worte:

„In der Defensive haben wir das ordentlich gemacht. Trotz der Möglichkeiten, die Lautern hatte, hatte ich auf der Bank nie das Gefühl, dass einer reingehen könnte. Ich fand nicht, dass wir von einer Verlegenheit in die andere kamen."

Cheftrainer Thomas Schaaf sieht seine Elf auf einem guten Weg:

"Ich glaube, dass das Team gut gearbeitet hat. Wir haben defensiv gut gestanden und uns einige Chancen herausgespielt. Wir müssen aber noch mehr Klarheit und Ruhe ins unser Spiel bekommen, noch mehr Tempo aufnehmen und insgesamt effektiver werden. Dennoch waren wir sehr bemüht. Das ist der richtige Weg, um in den nächsten Spielen noch effektiver zu werden."

 

aus Kaiserslautern berichten Michael Rudolph und Timo Volkmann