Stanislawski: Vorfreude auf ein Wiedersehen und das Offensivspektakel

Haben ein gutes Verhältnis zueinander: Thomas Schaaf und Holger Stanislawski.
Profis
Donnerstag, 25.08.2011 // 11:38 Uhr

Holger Stanislawski ist seit 2006 Trainer im Profifußball. Nach seiner aktiven Karriere beim FC St. Pauli übernahm er bei den Kiezkickern das Amt des Cheftrainers und führte die Braun-Weißen unter anderem 2010 ins Oberhaus. Nach insgesamt 17 Jahren in Hamburg wechselte der 41-Jährige vor der Saison zu 1899 Hoffenheim. Im Kraichgau fühlt sich "Stani" nach nur wenigen Monaten pudelwohl - einzig "den Hafen, die Elbe und den Geruch nach Wasser" vermisst er noch. Doch weil es  sportlich rund läuft, lässt sich das gut verkraften, verriet der Exil-Hamburger vor dem Duell zwischen Hoffenheim und Werder (im Liveticker auf WERDER.DE) im Gespräch mit WERDER.DE.

Herr Stanislawski, Sie sind vor der Saison vom FC St. Pauli zu 1899 Hoffenheim gewechselt - ein Wechsel vom Norden in den Süden der Republik. Sind Spiele gegen Werder Bremen als Ur-Hamburger trotz des „Standortwechsels" etwas Besonderes?

Natürlich. Als Hamburger musst du diese Spiele unbedingt gewinnen, um nicht das nächste halbe Jahr bis zum Rückspiel aufgezogen zu werden. Mit dem FC St. Pauli ist mir das nur im DFB Pokal 2005/06 mal gelungen. Ich freue mich aber vor allem auf ein Wiedersehen mit Thomas Schaaf.

"Vermisse noch den Hafen, die Elbe und den Geruch nach Wasser"

Im DFB-Pokal eine Runde weitergekommen, in der Liga mit zwei Siegen aus drei Spielen gestartet. Sind Sie zufrieden mit dem Auftakt?

Ich bin vor allem wegen der fußballerischen Leistung zufrieden, die Punkteausbeute ist am Anfang der Saison Nebensache. In Hannover haben wir ein gutes Spiel gemacht und nur sehr unglücklich verloren. Danach hat die Mannschaft die richtige Reaktion gezeigt und auch gegen Dortmund und Augsburg überzeugt. Es ist aber noch Luft nach oben, wir müssen weiter an uns arbeiten und uns immer noch steigern.

Kaum steigerungsfähig war ihr Spaßinterview mit dem Pay-TV-Sender Sky. Da haben Sie die Bedingungen in Hoffenheim kritisiert. Wie gefällt es Ihnen denn nun wirklich im Kraichgau?

Richtig gut. Es ist schön hier. Bisschen wellig, hügelig, Felder, Bäume, bisschen Wald. Ich mag das. Manchmal vermisse ich noch den Hafen, die Elbe und den Geruch nach Wasser. Aber Heidelberg liegt ja um die Ecke. Da gibt es zwar keinen Hafen, aber der Neckar riecht ebenfalls nach Wasser (lacht).

Neben Ihrer Vorliebe für den Geruch nach Wasser sind Sie vor allem ein Trainer, der für Leidenschaft und Begeisterung steht. Diese Attribute waren ihrer Mannschaft zuletzt mehr und mehr abhanden gekommen. Was macht Sie optimistisch diese Werte wieder verankern zu können?

Ich kann nur über die Situation reden, wie sie ist, seit ich hier arbeite. Wir versuchen, mit dem Trainerteam der Mannschaft täglich die Einstellung vorzuleben, die wir auch von ihnen erwarten. Dazu gehören Leidenschaft und Begeisterung. Das sind wichtige Eckpfeiler, ohne die man keinen Erfolg haben wird. Nur damit aber sicher auch nicht. Es gehört auch viel Arbeit, Schweiß und Konzentration dazu.

"Ich erwarte ein Offensivspektakel"

Schweiß, Arbeit und Konzentration – allesamt auch Schlagworte, die auf die letzten Spiele zwischen Werder und Hoffenheim zutreffen. Häufig waren diese Duelle sehr intensiv und vor allem torreich. Was erwarten Sie von der Begegnung am Samstag?

Wie sie schon sagten, sind die Spiele zwischen Hoffenheim und Werder häufig Offensivspektakel. Ich glaube nicht, dass sich das am Samstag ändern wird. Beide Mannschaften sind offensiv ausgerichtet und spielerisch stark. Es wird sich keiner hinten reinstellen und mauern. Die Fans können sich daher sicherlich auf ein offensiv geführtes Spiel freuen mit hoffentlich einigen Toren und am Ende drei Punkten für uns.

In der letzten Saison sprachen alle davon, dass die Liga verrückt spielt. Nun führt Gladbach die Tabelle vor Hannover an. Wie erklären Sie sich das?

Gladbach und Hannover haben den Schwung aus der Rückrunde mit in die neue Saison gerettet. Sie haben viel Selbstvertrauen und sind eingespielt. Dennoch glaube ich nicht, dass wir wieder eine derart verrückte Saison wie letztes Jahr erleben werden. Falls doch, hätte ich nichts dagegen, wenn wir diesmal zu den positiven Überraschungsteams zählen.

Fragen von Dominik Kupilas