Kapitän Fritz: Ansprechpartner, Führungsspieler, Realist

Gibt als neuer Werder-Kapitän auch in den zukünftigen Partien die Richtung vor: Clemens Fritz.
Profis
Montag, 12.09.2011 // 16:06 Uhr

Clemens Fritz hat Werder schon einige Male als Kapitän auf das Feld geführt. Bisher aber immer nur interimsweise und als Vertreter. Am Samstag im Nordderby gegen den HSV nun war das anders. Erstmals führte der 30-Jährige die Grün-Weißen als etatmäßiger Kapitän an, denn nach dem Weggang von Mertesacker hat er dieses Amt übernommen. „Das ist natürlich ein gutes Gefühl diese Verantwortung und das Vertrauen zu bekommen. Ich versuche mich voll einzubringen und für das Team da zu sein", verspricht Fritz. „Dennoch war es am Samstag nicht viel anders als sonst."

Es war sein erstes Pflichtspiel als offizieller Kapitän des SV Werder Bremen, es war gleich ein Nordderby, doch an die Rolle mit der Binde musste sich Clemens Fritz nicht lange gewöhnen. „Viel anders als sonst war es am Samstag nicht, aber es ist natürlich ein gutes Gefühl diese Verantwortung und das Vertrauen zu bekommen. Ich versuche mich voll einzubringen und für das Team da zu sein", so Fritz nach dem Spiel.

Für Cheftrainer Thomas Schaaf war das am Samstag ebenfalls nichts Besonderes: „Ich habe mich ja schon vor dem Wechsel von Per festgelegt, als ich Clemens zum Vizekapitän ernannt habe. Er ist schon lange genug dabei, weiß, was verlangt wird und identifiziert sich total mit dieser Aufgabe." Was einen Kapitän ausmacht, beschreibt der Bremer Coach so: „Er hat die Souveränität das eine oder andere mit einer gewissen Ruhe und nicht direkt mit Emotionalität anzugehen. Er hat die Fähigkeit Dinge zu regeln und abzuwägen", so Schaaf, der in Fritz genau den richtigen Anführer für sein Team sieht. „Clemens hat sich dafür schon in den vergangenen Jahren hervorgetan und ich glaube, dass ihm das gut tut, diese Verantwortung mit dem Kapitänsamt zu dokumentieren."

Doch wie interpretiert Fritz die neue Aufgabe? Kumpeltyp oder knallharter Chef? Baumann-, Frings- oder Mertesacker-Typ? „Ich werde schon die Dinge ansprechen, die mir auffallen, aber natürlich in erster Linie intern. Darüber hinaus bin ich aber auch immer ein Ansprechpartner für meine Mitspieler. Ich bin ein kommunikativer Typ und das werde ich auch bleiben." Und ganz so neu ist die Aufgabe für ihn auch gar nicht. „Ich habe ja schließlich in der Vergangenheit auch schon Verantwortung übernommen und stand immer in engem Austausch mit meinen Vorgänger. Der Übergang ist mir deshalb nicht schwer gefallen und die Binde ist auch keine zu schwere Bürde", ist sich der Bremer Kapitän sicher.

Dass es bei Werder in dieser Saison - auch dank sehr guter Leistungen von Fritz - wieder besser läuft, möchte der Neu-Kapitän nicht zu hoch aufhängen. „Wir haben alle den gleichen Anteil, ich möchte mich da als Kapitän gar nicht rausnehmen", sagt er bescheiden. „Für mich ist das eine tolle Aufgabe, bei der ich die volle Unterstützung der Mannschaft habe." Dennoch ist Clemens Fritz in der noch jungen Saison ein ständiger Antreiber seines Teams. „Ich weiß auch nicht, was der vor der Saison gefressen hat", schmunzelt Tim Wiese. „Das habe ich bei dem noch nie gesehen, wie viel der läuft", so der Nationaltorhüter nach dem Derbysieg.

„Die Frage hatte er mir nach dem Spiel in Hoffenheim auch schon gestellt", erwidert Fritz. „Wir haben in der Vorbereitung gut gearbeitet und unterstützen uns gegenseitig. Da geht man dann auch gerne die weiten Wege." Ein weiter Weg ist es für Wiese, Fritz und Co. auch zurück in den internationalen Wettbewerb: „Wir wollen natürlich wieder um die internationalen Plätze mitspielen, aber wir wissen, dass es nur Schritt für Schritt geht und wir noch viel Arbeit vor uns haben", bleibt Fritz realistisch. 

von Dominik Kupilas