''Wir haben für Basti mitgespielt''

Sah für das Foul an Patrick Herrmann die rote Karte: Sebastian Boenisch.
Profis
Dienstag, 10.04.2012 // 23:27 Uhr

Es lief die 27. Spielminute, als Marco Reus im Mittelfeld den Ball bekam und Patrick Herrmann auf die Reise schickte. Sebastian Boenisch eilte dem Gladbacher-Offensivspieler im Vollsprint hinterher, versuchte ihn am Torschuss zu hindern. Ein kurzer Körperkontakt knapp vor der Strafraumgrenze, ein Fall von Herrmann, ein Pfiff - und eine rote Karte für den Werderaner. Für den polnischen Nationalspieler endete mit dieser Szene nach langer Verletzungspause, und zwei Kurzeinsätzen in dieser Spielzeit, der erste Startelfeinsatz seit dem 28.08.2012. Boenisch der Pechvogel des Abends.

„Das ist ganz, ganz bitter für mich", zeigte sich Boenisch nach dem Spiel niedergeschlagen. „Nach so einer langen Zeit hätte ich natürlich sehr gerne über 90 Minuten gespielt." Die Entscheidung von Schiedsrichter Marco Fritz konnte der Außenverteidger aber nachvollziehen. „Ich denke man kann die rote Karte am Ende wohl geben. Ich bin einer der letzten Männer und verhindere dadurch eine Torchance", so der 25-Jährige. „Aber ich muss dahingehen und den Gegner am Schuss hindern, sonst macht er das Tor."

Für Klaus Allofs war die Szene nicht so klar. „Diesen Platzverweis hätte man nicht geben müssen. Das war nicht so klar, dass man das dick unterstreichen könnte. Das ärgert mich wirklich sehr", so der Geschäftsführer, der die Enttäuschung von Boenisch nachvollziehen kann. „Er hatte sich gerade erst wieder herangekämpft und fällt jetzt voraussichtlich wieder eine Woche aus."

Thomas Schaaf hatte ebenfalls kein Verständnis für die Entscheidung des Schiedsrichters. „Ich kann die rote Karte nicht verstehen. Basti ist natürlich auch sehr enttäuscht darüber, er hatte sich was anderes vorgestellt, aber es hilft nichts, er muss weitermachen."

Dabei kann er sich der Unterstützung der Teamkollegen sicher sein: „Das ist echt bitter für ihn. Ich bin nach der Szene auch direkt zum Schiedsrichter gegangen und habe ihm gesagt, dass er Verständnis zeigen soll, weil Basti eine halbe Ewigkeit nicht gespielt hat", so der Werder-Kapitän.

Fritz weiter: „Wir werden jetzt für ihn da sein und ihm gut zureden und haben auch die restliche Spielzeit schon für ihn mitgespielt. Basti wird gestärkt aus der Situation hervorgehen." Dass es am Ende noch für einen Punktgewinn gereicht hat, war für Boenisch zumindest ein kleiner Trost. „Ich bin glücklich, dass die Mannschaft am Ende noch so eine gute Leistung gezeigt und den Punkt geholt hat." Glücklicher wird er sein, wenn er das nächste Mal in der Startformation steht.

Aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas, Michael Rudolph und Ronja Bomhoff