"Der wahre Wagner" - Sandro stürmt mit Selbstvertrauen

Torpremiere im Weser-Stadion und Babyglück: Ein Gruß von Papa Sandro an den Nachwuchs daheim.
Profis
Samstag, 12.03.2011 // 21:34 Uhr

"Sandro hat heute gut gearbeitet und Claudio vorne sehr entlastet. Er hat auch in der Defensive viel gemacht und war zudem noch torgefährlich. Das ist der wahre Wagner, wie wir ihn sehen wollen", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs nach dem Unentschieden gegen die Borussen am 26. Spieltag.

Als er in der 58. Minute ausgewechselt wurde, erhoben sich die Zuschauer von ihren Plätzen und applaudierten ihrem Torschützen zum zwischenzeitlichen 1:0. Sandro Wagner klatschte zurück und durfte zufrieden sein mit seiner Leistung, die er am Samstagabend über eine knappe Stunde gegen Borussia Mönchengladbach gezeigt hatte. "Es ist schön, dass das von den Zuschauern honoriert wurde", freute sich Werders Angreifer über den Beifall von den Rängen. Mit seiner Leistung gegen die Fohlen-Elf bestätigte der gebürtige Münchner seine derzeitig ansteigende Form der letzten Wochen und bekam dafür auch Lob von oberster Stelle.

Hundert Prozent, die hatte Wagner nicht erst seit dem Freiburg Spiel gegeben. Allerdings hatte es mit dem Toreschießen bis dahin beim 23-Jährigen noch nicht so recht klappen wollen. "Ich bin ein Spieler, der immer Gas gibt. Als Stürmer braucht man manchmal auch Glück uns Selbstvertrauen. Deshalb darf man keinem böse sein, wenn er nicht trifft. Irgendwann macht es klick und dann läuft es auch wieder", erklärte der 1,94 Meter große Hüne.

Wagner: "Habe viel Rückendeckung bekommen"

"Klick" hatte es nach dem Treffer vor einer Woche in Freiburg nun auch am Samstagabend in der 39. Minute gemacht. Nach einer Flanke von Claudio Pizarro machte sich Wagner in der Luft noch länger als er ohnehin schon ist und nickte das Leder sehenswert per Flugkopfball über die Linie. Allein in dieser Szene machte sich sein neu gewonnenes Selbstvertrauen bemerkbar. Zu hoch wollte er seine Leistung aber nach dem Spiel auch angesichts des verpassten Dreipunkte-Erfolgs der Grün-Weißen nicht hängen. "Ich habe zuletzt viel Rückendeckung vom Trainer und dem Manager bekommen. Aber ich hoffe, dass ich das in den nächsten Wochen noch mehr zurückzahlen kann. Mein eigenes Befinden stelle ich jedoch hinten an. Wichtig ist, dass wir als Team erfolgreich sind", machte der ehemalige Duisburger deutlich.

Für Sandro Wagner war es nach seinem Wechsel vor mehr als einem Jahr aus dem Ruhrgebiet an die Weser zunächst nicht einfach. Im Januar 2010 kam er mit einem kurz zuvor erlittenen Kreuzbandriss in die Hansestadt. "Da ist es nicht so einfach, wieder in Schwung zu kommen", verdeutlichte auch Ex-Stürmer Klaus Allofs. "Ich musste mich über Kurzeinsätze empfehlen. Als es nicht so lief, musste ich viel Kritik einstecken, habe mich davon aber nie unterkriegen lassen", so der frisch gebackene Vater Wagner.

"Robo"-Jubel und Daumen-Nuckler von Papa Sandro 

Nicht nur auf dem Platz, sondern auch privat läuft es dafür für den Offensivmann nun umso besser. Vor einigen Wochen durfte sich Wagner über die Geburt seiner Tochter Luca-Marie freuen. "Vater zu werden, das ist das Schönste, was es gibt. Ich bin privat wirklich sehr glücklich. Da kommen einige Dinge zusammen", sagt "Papa" Wagner, obwohl er derzeit weit von seiner alten Heimat München weg ist. "Aber meine Freundin und ich fühlen uns trotzdem sehr wohl in Bremen und haben schon sehr viele nette Menschen kennengelernt."

Sein Torjubel beim 1:0 gegen die Borussia, am Daumen nuckelnd, galt am Samstagabend auch ein Stück weit seiner Vaterfreude. Der zweite Teil seiner Jubelarie, einige abgehackte Bewegungen, waren dagegen ein Wiederaufleben aus vergangenen Zeiten und damit auch Symbol für sein derzeitiges Formhoch. "Das war der Roboter. Den habe ich schon in Duisburg und in der U21-Nationalmannschaft gemacht. Hier konnte ich ihn ja leider noch nicht so oft zeigen. Das ist ein bisschen Spaß, genau den brauchen wir. Ich hoffe natürlich, dass ich das nun öfter zeigen kann." Und mit ihm tausende von Werder-Fans.

Von Timo Sczuplinski, Dominik Kupilas und Marco Niesner