Das nächste Etappenziel: „Aus dem Gröbsten herauskommen“

Die Erinnerung an die deutliche Hinspielniederlage ist schmerzhaft. Werder will am Samstag, 02.04., ab 15.30 Uhr ein anderes Gesicht zeigen.
Donnerstag, 31.03.2011 // 18:30 Uhr

Persönlich gibt es nur wenig zu mäkeln an der bisherigen Saison von Martin Harnik. Wenn der ehemalige Werderaner nun am Samstag, 02.04.2011, um 15.30 Uhr mit seiner derzeitigen Mannschaft des VfB Stuttgart erstmals wieder im Weserstadion zu Gast ist und auf viele alte Weggefährten trifft...  

Persönlich gibt es nur wenig zu mäkeln an der bisherigen Saison von Martin Harnik. Wenn der ehemalige Werderaner nun am Samstag, 02.04.2011, um 15.30 Uhr mit seiner derzeitigen Mannschaft des VfB Stuttgart erstmals wieder im Weserstadion zu Gast ist und auf viele alte Weggefährten trifft, dann wird jedoch nicht viel Zeit für lockere Plaudereien bleiben. Dafür ist die Partie zu wichtig. „Es tut weh", gestand er vor dem anstehenden Wiedersehen im Interview mit werder.de, aber „es ist leider so, dass es Abstiegskampf pur ist."

„Der VfB ist für alles gut“ - „dafür müssen wir Antworten parat haben“

Mikael Silvestre im Zweikampf mit Ciprian Marica.

25 Punktspieleinsätze, acht Tore, drei Assists - der Österreicher, der vor mehr als dreieinhalb Jahren als 20-Jähriger im Trikot der Grün-Weißen sein Bundesliga-Debüt mit einem Siegtor in Nürnberg feierte, schwang sich in Stuttgart mittlerweile zum Leistungsträger auf. Ansonsten blieben in der laufenden Spielzeit sportliche Erfolgsmeldungen auch im Ländle rar gesät. Der VfB zählt zu jenen prominenten Anrainern Werders im Ringen um den Klassenerhalt. Dennoch, trotz ebenfalls noch lange nicht gesicherter Lage, zu jeder Zeit „ist der VfB für alles gut". So vielsagend wie Cheftrainer Thomas Schaaf auf der heutigen Pressekonferenz über die Mannschaft des nächsten Gegners urteilte, blieb ihm gleichfalls nicht erspart, an die betrübliche Begegnung aus der Hinrunde denken zu müssen. Auch trotz des verständlichen Versuchs, „solche Ereignisse möglichst schnell zu vergessen."

Eine „tadellose Vorstellung" der Schwaben sah damals der Berichterstatter des Fachmagazins ‚kicker‘. Nach frühem Rückstand drückte Werder eminent auf den Ausgleich, Torsten Frings scheiterte zu allem Übel auch noch vom Elfmeterpunkt. Doch am Ende hieß es gar 0:6 aus Bremer Sicht, die vierte Niederlage in Serie. Dies sollten sechs schmerzliche Vorboten für die darauf folgenden Wochen gewesen sein, in welchen sich die Grün-Weißen endgültig in den prekären Tabellenregionen verfingen. Es hilft in der Gegenwart nicht weiter, nur blinden Auges Schlüsse aus dem aktuellen 15. Tabellenplatz des Kontrahenten zu ziehen. „Es geht um die Konzentration auf diese Partie und dabei alles andere auszublenden. Mein zählender Part ist, was sie leisten könnten", fokussierte Schaaf. Nicht bloß aufgrund der selbst gemachten Erfahrungen bleibt unbestritten, dass das Stuttgarter Team „mit Qualität bestückt- und zu tollen Leistungen fähig ist. Darauf müssen wir vorbereitet sein, um in diesem Fall keine großen Augen zu machen, sondern eine Antwort parat zu haben."

Bruno Labbadias Aufgabe, Stuttgarts größtmögliches Unglück zu verhindern

Bruno Labbadia ist seit Dezember 2010 VfB-Cheftrainer.

Christian Gross‘ Nachfolger Jens Keller, unter dessen Leitung die Stuttgarter im vergangenen November noch den vermeintlichen Befreiungsschlag gegen Werder vollbrachten, musste keine fünf Wochen später schon seinen Trainerstuhl nach gerade zwei Monaten Amtszeit wieder räumen. Bruno Labbadia wurde als drittem Fußballlehrer in dieser Saison die Aufgabe zu Teil, das sportlich größtmöglich anzunehmende Unglück des eigentlich europapokalverwöhnten Klubs zu verhindern - den Abstieg in die 2. Bundesliga. Ein stetiges Auf und Ab begleitete auch Labbadias erste zweieinhalb Monate in der Verantwortung. Doch seit dem Ausscheiden aus der Europa League sind die Hoffnungsschimmer in Form von Punkte regelmäßiger geworden.

Dank zehn Zählern aus den vergangenen vier Partien hat sich der VfB vorerst zumindest aus den Abstiegsplätzen empor gebissen. Das soll auch in Bremen fortgeführt werden. „Die Nationalspieler und die Rückkehrer ins Mannschaftstraining machten bei der heutigen Trainingseinheit einen guten Eindruck. Das zeigt, dass gut gearbeitet wurde", notierte vfb.de Bruno Labbadias Einschätzung aus der Stuttgarter Pressekonferenz. Einige zuletzt Verletzte oder Angeschlagene wie Cacau oder Matthieu Delpierre werden dem 45-Jährigen in Bremen wieder zur Verfügung stehen. Es wackelt jedoch noch unter anderem Mittelfeldspieler Tamas Hajnal. Den Schwaben immerhin drei Punkte und drei Plätze voraus, streben die Grün-Weißen desgleichen nach der Aufrechterhaltung ihrer mutmachenden Auftritte der jüngsten Wochen. „Auch wenn es nicht ausreicht, nur aus dem Gröbsten herauszukommen und wir uns nicht blenden lassen, ist die Tendenz positiv", sagte Geschäftsführer Klaus Allofs und prognostizierte bei Gelingen eines Heimsieges: „Wir würden ein Etappenziel erreichen und einen großen Schritt machen."

von Maximilian Hendel