Die richtige Tendenz vor der Reise zum Rückrunden-Spitzenreiter

Im Hinspiel gab es für Torsten Frings & Co. eine bittere 2:3-Heimniederlage. Am Samstag soll es den zweiten Auswärtssieg in Folge geben.
1. FC Nürnberg
Donnerstag, 17.03.2011 // 17:00 Uhr

Für eine Mannschaft, deren anfängliches Saisonziel eigentlich lautete, so frühzeitig wie möglich den Klassenerhalt zu verwirklichen, ließen sich 22 Hinrunden-Punkte mehr als zufriedenstellend an. Mittlerweile jedoch schwebt der sechstplatzierte 1. FC Nürnberg schon in ganz anderen Sphären, weswegen Werder Bremen am Samstag...

Für eine Mannschaft, deren anfängliches Saisonziel eigentlich lautete, so frühzeitig wie möglich den Klassenerhalt zu verwirklichen, ließen sich 22 Hinrunden-Punkte mehr als zufriedenstellend an. Mittlerweile jedoch schwebt der sechstplatzierte 1. FC Nürnberg schon in ganz anderen Sphären, weswegen Werder Bremen am Samstag, 19.03.2011, um 15.30 Uhr bei einem „sprunghaft verbesserten" (O-Ton Klaus Allofs) Aspiranten um die Europapokal-Plätze bestehen muss.

Eingespielt, stabil, selbstbewusst - „mit Köpfchen und ein wenig Glück“

FCN-Topscorer Julian Schieber fehlt gegen Werder.

Nicht nur, dass die Nürnberger die Top-Five der Bundesliga-Tabelle durchaus offensiv anvisieren - sie punkten derzeit, sogar wenn es an einem Nachmittag nicht unbedingt rund läuft, im Stile einer abgezockten Spitzenmannschaft. „Sie haben auch die Geduld, auf Ergebnisse zu warten und können bis zum Schluss nachlegen", hat Werders Cheftrainer Thomas Schaaf ausgemacht. Den Beweis dafür trat der FCN erst am vergangenen Wochenende beim 2:1-Erfolg in Wolfsburg an. Wenig offensive Akzente, kaum Chancen, aber „mit Köpfchen und ein wenig Glück", wie fcn.de unparteiisch analysierte, entsprang aus zwei Kopfballtreffern der zwölfte Saisonsieg. Philipp Wollscheid versenkte kurz vor dem Halbzeitpfiff, Per Nilsson besorgte später den Last-Minute-Sieg in der Nachspielzeit. Sämtliche Gegner der vergangenen acht Partien versuchten vergeblich, die großartige Serie der Franken mit einer Niederlage zu stoppen. „Sie sind sehr gut eingespielt, wirken stabil und treten selbstbewusst auf", hielt Werders Geschäftsführer Klaus Allofs fest.

Verständlicherweise hat das beste Rückrunden-Team Blut geleckt: „Wir wollen unseren Lauf bis zur Länderspielpause fortsetzen, auch gegen Bremen nachlegen", äußerte FCN-Trainer Dieter Hecking sein aktuelles Anliegen gegenüber kicker.de. Der Vorrundenauftritt blieb den Bremern in alles andere als guter Erinnerung. 2:3 verloren die Grün-Weißen im heimischen Weserstadion. Schon damals präsentierte sich Heckings Elf annähernd auf jene Art und Weise, die sie in den Folgemonaten weiter kontinuierlich kultivierte. „Die Nürnberger schalten sehr schnell um und können sich schnell und intensiv in einen Rhythmus bringen, bei dem die Kugel läuft", vergegenwärtigte Thomas Schaaf und wusste zu ergänzen: „Sie verfügen über gute, junge Leute, die sich gefunden haben."

 

Klaus Allofs: „Es ist noch längst nicht alles getan“

Trainer Dieter Hecking hat derzeit gut Lachen.

Schritt für Schritt setzte beispielsweise Ilkay Gündogan seine Entwicklung fort. Außerdem blühten neue, hungrige Talente wie Julian Schieber (16 Scorer-Punkte!), Mehmet Ekici oder Jens Hegeler auf. Philipp Wollscheid, Timothy Chandler und Robert Mak haben jüngst identische Wege eingeschlagen. Allerdings droht gleich ein Trio aus dem Reservat der unbekümmerten Hoffnungsträger gegen Werder auszufallen. Der wuchtige Angreifer Schieber befindet sich nach einer Meniskus-OP im Reha-Programm. Gezittert wird um Ekici (Erkältung) und Hegeler (Wade), die am Donnerstag nur individuelles Programm absolvierten. Direkten Einfluss auf die Vorbereitung der Grün-Weißen nehmen Fragezeichen des Nürnberger Aufgebots freilich nicht.

Von einer „guten, vor allem aber konzentrierten und engagierten Stimmung" auf dem Trainingsplatz berichtete Thomas Schaaf. Auch von den Nachwirkungen des unglücklich aus der Hand gegeben Heimsieges gegen Mönchengladbach. „Dieses Gegentor hat uns erstmal wütend gemacht - das hält an", sagte der 49-Jährige, „aber es fanden auch viele positive Dinge statt. Zum Beispiel, dass wir uns spielerisch wieder auf einem besseren Niveau gezeigt haben." Geschäftsführer Klaus Allofs erkannte insbesondere in der „Entwicklung der Mannschaft als Einheit die richtige Tendenz" gegenüber den Anforderungen, die in den folgenden Wochen lauern. Dennoch verdeutlichte er ausdrücklich: „Die große Unruhe ist weniger geworden, aber wir sind nicht in der Gefahr, die schwierige Situation falsch einzuschätzen. Es ist noch längst nicht alles getan."

von Maximilian Hendel